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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Niederdeutsche Bühne: Den Tod überlistet man nicht

16.01.2017

Brake Der Tod steht in der Stube von Karl Brand (Hans-Peter Blohm). Jan Klapperbeen (Norbert Pfeiffer) will den 72-jährigen Karl holen, seine Zeit ist gekommen. Doch Karl schnitzt unbeeindruckt weiter, selbst die himmlische Musik kann ihn nicht überzeugen, was den Gevatter zur Verzweiflung treibt – und immer wieder zum Rum greifen lässt. Betrunken, lässt sich der Richter über alles Lebendige dann von Karl Brand beim Kartenspiel überlisten und verspricht dem gewitzten Schmuggler und Hofbesitzer 18 weitere Lebensjahre.

„Dat Kortenspill“, so der passende Titel, ist das aktuelle Stück der Niederdeutschen Bühne Brake (NDB), welches am Freitag Premiere feierte. Grundlage ist das in bayerischer Mundart verfasste „Brandner Kaspar oder das ewig‘ Leben“, 1871 von Franz von Kobell geschrieben und 1975 von Kurt Wilhelm als bis heute bekannte Theaterfassung grundlegend überarbeitet.

Mit weiteren Lebensjahren gesegnet, wird Brand schnell zum Gesprächsthema der Dorfgemeinschaft und bietet dem wenig beliebten Großgrundbesitzer Otto Mostard (Heinz-Werner Horstmann) Paroli. Doch wer den Tod überlistet, muss auch mit Konsequenzen rechnen – was auch Brand schnell zu spüren bekommt.

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Ein skurriles Stück

„Dat Kortenspill“ ist eins der skurrileren und längeren Stücke der NDB in den vergangenen Jahren. Obgleich das Thema – Mensch überlistet den Tod in einem Spiel – altbekannt ist, überrascht die Braker Bühne mit einigen Nuancen, die auch der Übertragung vom Bayerischen ins Plattdeutsche zu verdanken sind.

Während im Original ständig Witze über Preußen gemacht werden, sind jetzt die Bayern immer wieder in Nebensätzen Ziel des Spotts. Aber auch die eigenen Landsleute werden gerne aufs Korn genommen, wenn zum Beispiel „der fast heilige Heini“ (Hein Ahting) von seiner Heiligwerdung spricht. Ebenfalls besticht das Bühnenbild, das in den sieben Bildern der Aufführung mehrfach wechselt, durch viel Liebe zum Detail.

Getragen wird das Stück aber von den Schauspielern. Allen voran Hans-Peter Blohm, der Karl Brand sowohl in seiner Vorwitzigkeit als auch im späteren Verlauf in seiner Gebrochenheit mit viel Präsenz und einem feinen Gefühl für Betonung und Gestus spielt. Und ihm gegenüber Norbert Pfeiffer, der als Jan Klapperbeen einen sehr menschlichen, teilweise etwas schusseligen Tod mimt. Im Himmel, gescholten von „Hebenpahlupundaldreiher“ (Detlef Gerdes), Heini und Hisco von Emden (Klaus Decker), sorgt Pfeiffer für die meisten Lacher des Stücks – fast will man Mitleid mit dem Schnitter haben.

Szenenapplaus erhielt bei der Premiere zudem Frederike Gomilar, die die resolute Brand-Enkelin Mareike spielt. Ihren Großvater gegen Gerüchte und ihren Liebsten (Pascal Oetjengerdes) gegen den Zugriff der Zöllner beschützend, tritt Gomilar so überzeugend auf, dass der Applaus durchaus verdient war.

Gut besucht

Über zwei Stunden dauert das Stück, dafür bekommt das Publikum auch das sechste Bild, die Fahrt auf dem Totenkarren, zu sehen. 1975 nur für „große Bühnen mit modernster technischer Einrichtung“ empfohlen – jetzt sehr überzeugend gelöst. Bei der sehr gut besuchten Premiere dankten die Zuhörer die Leistung mit viel Applaus – ein guter Start für die weiteren Aufführungen.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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