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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Verbraucher: „Die Entscheidung trifft der Kunde“

24.01.2015

Brake Martin und Annafee Hesse sind sich einig: „Wir fänden es gut, wenn die Süßigkeiten aus dem Kassenbereich verbannt würden. Unser Sohn ist sechs und steht schon im Laden immer vor den Süßigkeitenregalen. Das muss nicht auch noch an der Kasse sein“, meinen die jungen Braker Eltern.

Die CDU-Fraktion im Bundestag hat mit ihrem Vorschlag auf den Tisch gebracht, was wohl jedem Elternteil kleiner Kinder schon einmal – in mehr oder weniger ausgeprägter Form – passiert ist: Die Süßigkeiten an der Kasse locken kleine Kinderhände zum Zugreifen, und ein „Nein“ kann Auslöser regelrechter Wutanfälle sein.

Hintergrund des politischen Vorstoßes ist vor allem das Thema gesunde Ernährung, bei dem die Fraktionen von CDU und SPD Nachholbedarf sehen. Die Abschaffung von „Quengelkassen“ ist eine der Maßnahmen, die die Deutschen zu einer gesünderen Ernährung bewegen sollen, so die Idee.

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Eltern versprechen sich davon vor allem eines: stressfreieres Einkaufen. So auch Petra Faust, die mit ihrer Tochter Melissa im Famila-Markt an der Weserstraße unterwegs ist. „Ich würde das sehr begrüßen, das würde das Einkaufen um einiges entspannter machen“, meint die Brakerin. Irina Kunakova umgeht das Stresspotenzial mit einem einfachen Trick: „Wenn wir zusammen einkaufen gehen, darf sich Daniil eine Kleinigkeit aussuchen, da gibt es kein Gequengel“, sagt die junge Mutter aus Ovelgönne. Die Politik wäre stolz auf den zweieinhalbjährigen Daniil: „Meistens nimmt er Joghurt“, berichtet seine Mutter.

Die Bünting-Gruppe, zu der auch die Supermärkte Famila und Combi in Brake gehören, weist auf NWZ -Nachfrage darauf hin, dass gesunde Ernährung in den Märkten eine große Rolle spiele. So gäbe es beispielsweise einen Ernährungsservice, bei dem rund um das Thema gesunde Ernährung beraten werde; regelmäßig würden Aktionen auch für Kinder angeboten.

„Lediglich ein Angebot“

„Sicherlich sind auch in unseren Märkten Süßigkeiten im Kassenbereich zu finden, aber nicht ausschließlich“, sagt Pressesprecherin Helen Drieling. Sie erinnert außerdem daran, dass im Kassenbereich wie auch im restlichen Markt lediglich ein Angebot vorgehalten werde: „Letztlich trifft der Kunde die Entscheidung, welche Artikel er kauft.“ Dem Vorschlag der CDU, einzelne süßigkeitenfreie Kassen einzurichten, erteilt die Bünting-Gruppe eine Absage: „Die Einrichtung einzelner separater Kassen ohne Süßwarenangebot ist im Marktalltag schwer praktikabel und daher aktuell nicht angedacht“, lässt Helen Drieling wissen.

Carsten Bädeker, stellvertretender Filialleiter des Famila-Marktes an der Weserstraße, meint dazu: „Wo fängt man dann an und wo hört man auf? Süßigkeiten, Spielsachen – in Supermärkten gibt es viele Artikel, die Kinder reizen.“ Er gibt außerdem zu bedenken, dass derartige Angebote überall gemacht würden, sei es in der Tankstelle, im Kino oder im Schwimmbad.

Eltern in der Pflicht

Carsten Bädeker sieht hier vor allem die Eltern in der Verantwortung. „Die Kinder müssen lernen, mit diesen Reizen umzugehen und eben auch ein Nein zu akzeptieren“, ergänzt er. Zudem sei ein Supermarkt immer noch ein Wirtschaftsunternehmen und auch auf die Umsätze aus dem Kassenbereich angewiesen, zumal dort nicht ausschließlich Süßigkeiten zu finden seien, so Bädeker.

Auch Birgit Friese hätte nichts dagegen, wenn die Süßigkeiten aus dem Kassenbereich verschwinden würden, für sie sind allerdings eher Alkohol und Zigaretten ein Dorn im Auge: „Diese Artikel sind sehr viel schädlicher als Süßigkeiten und sollten nicht als Mitnahme-Ware an der Kasse platziert sein“, meint die Braker Mutter.

Greta Block Volontärin / NWZ-Redaktion
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