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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Die Stadt jubelt: Wir sind Ochse

13.02.2006

NORDENHAM NORDENHAM - Im Jahr des Ochsen helfen keine Kammerjäger, da müssen die Ghostbusters ran, in ihren grauen Overalls, mit ihren Hochdruck-Spritzpistolen und ihrem beißenden Spott. Bühne frei für die Satire-Helden: Am Seil schwingen sie sich hoch über dem Piraten-Narrenschiff in die Stadthalle. Auf der Videoleinwand steht‘s schwarz auf weiß: „Nordenham jubelt: Wir sind Ochse“. Die Schlagzeile auf dem Titelblatt der Bild-Zeitung haben Norbert Hartfil und Heinrich Schröder zum Motto ihrer Action-Kabarett-Show erkoren. Die Gäste in der „Friedeburg“ jubeln vor Vergnügen. Es ist Sonnabendabend. Es ist Karneval. Alles ist erlaubt. Ellwürden helau.

Längst gehört die spöttische Abrechnung mit den Fehltritten der Nordenhamer Polit-Prominenz zu den Glanzlichtern beim Narrenfest des Bürgervereins Ellwürden. Im Mittelpunkt: Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder. Ein Stadtoberhaupt mit eigener Währung. „Raffse“-Scheine, eingeführt beim jüngsten Stadtfest-Umzug, werden in rauen Mengen verteilt. „Kann man überhaupt damit bezahlen?“ fragt Heinrich Schröder. Egal. „Hauptsache die polnischen Leiharbeiter, die den neuen Prunkbau des Bürgermeisters hochziehen, glauben daran.“

Keine Frage, der Rinderwahnsinn macht fette Beute in der Stadt: Kurt Winterboer, das Urgestein der SPD, wird im Irak entführt und keiner will bezahlen. Chef-Genosse Christian Schöckel sitzt Probe auf dem Thron des Bürgermeisters. CDU-Boss Horst Wreden bekommt den Doktortitel, weil er den Sozialdemokraten Schizophrenie diagnostiziert. Die städtische Leichenhalle wird zur Satanisten-Disco, und in der Wesermarsch-Klinik werden nur noch Schweißfüße behandelt.

Die Geisterjäger sind das Salz in der Suppe des Ellwürder Karnevals. Aber der hat weit mehr zu bieten als zartbittere Pointen. „Wir feiern bis zum Untergang.“ Dieses Motto gibt Karnevalspräsident Sven Ratjen aus, als er mit seinen Piraten das Narrenschiff kapert. Die Gäste lassen sich nicht zweimal bitten. Sie feiern Karneval. Und sie feiern sich selbst. Wieder haben sie viel Mühe in ihre Kostüme investiert. Meerjungfrauen, Schweine und Häschen in Plüschkostümen, aschfahle Monster aus der Frankenstein-Schmiede gibt‘s zu sehen. Die Mädels der „Space-Police“ haben sich glitzernde Lametta-Perücken und Pyramiden-BHs aufgesetzt. Prickelnde Erotik abgepackt in Lack und Leder: Ein Domina-Duo lässt die Peitsche knallen. Zahnlücken und zerrissene Hosen: Mehrere Narren haben sich als Hartz-IV-Empänger verkleidet. Ein Sextett kommt als Sechser-Pack Beck‘s-Bier, heimst dafür donnernden Applaus ein und gewinnt die Kostümprämierung.

Noch mehr Action, noch mehr Schwung und noch mehr gute Laune auf der Bühne als in den vergangenen Jahren: Geht das überhaupt? Es geht. Die Tanzvorführungen dürften kaum zu toppen sein. Den Anfang machen die „Pussycats“, die bereits beim Kinderkarneval am Nachmittag in ihren Leopardenkostümen auf der Bühne wirbelten. Weiter geht‘s mit traditioneller Karnevals-Choreographie. Die Frauen der ECV-Garde schwingen die Beine zu Marschmusik und Schunkel-Schlagern. Die Showtanz-Gruppe verwandelt die „Friedeburg“ in ein Tollhaus. In ihren Bienenkostümen schwirren die Frauen über die Bühne und lassen sich von ihren Partnern durch die Luft wirbeln. Eine akrobatische Meisterleistung. Die Gruppe „Young Pepper“ tanzt zum neuesten Madonna-Hit. Die „Ellwürder Spatzen“ stürmen als Cowboys die Bühne. „Wesertor und Schuldenberg, das gibt es nur bei uns hier“, singen sie. Und zum Abschluss nehmen die Ballerinas des Männerballetts zum Udo-Jürgens-Titel „Mit 66 Jahren“ sich selbst und ihr fortgeschrittenes

Alter auf die Schippe. Aber weil das Leben mit 66 erst anfängt, pfeffern sie ihre Gehhilfen in die Ecke, pellen sich aus den vermieften Opa-Klamotten und verfallen dem Jugendwahn in einer schweißglänzenden Vorführung voller Elan.

Anschließend gibt‘s kein Halten mehr: Ochsenwahn hin oder her. Die Narren stürmen das Tanzparkett und feiern – nicht bis zum Untergang, aber bis in die späte Nacht hinein.

Zum Präsidium gehörten: Sabine Kröger, Silke Struß, Tanja Claußen, Horst Rebmann, Hans-Jörg Tantzen, Matthias Jantzen und Karnevalspräsident Sven Ratjen

Garde: Sarah Speckels, Svenja Marenke, Mareike Ziebold, Stefanie Kröger, Lena Ehlers, Christine de Reese, Britta Pauls, Martina Windhorst, Dana Rohde; Leitung: Dunja Trüper

O.M.A.: Norbert Hartfil, Heinrich Schröder, Michael Wehming, Iris Schröder, Hergen Morisse, Dirk Wemken und Angela Rix-Hartfil

Showtanz: Sandra Büsing, Dirk Wemken, Dunja van der Zwaag, Frank Apeler, Britta Holst, Karsten Remse, Birgit Tepe, Heinrich Schröder, Inga Logemann, Ralph Worbs, Martina Kramer, Stephan Matzat

Young Pepper: Sarah Speckels, Svenja Marenke, Mareike Ziebold, Stefanie Kröger, Lena Ehlers, Christina de Reese, Britta Pauls, Martina Windhorst, Dana Rohde, Walburga Trüper; Leitung: Dunja Trüper

Spatzen: Heike Böning, Ulf Schmidt, Sigrid Jahns, Birgit Tepe, Chris Faber, Martina Rautzenberg, Susanne Morisse, Meike Spiekermann, Iris Schröder, Petra Gökemeyer, Harald Nordmann, Maria Gottschalk, Bettina Lippa

Männerballett: Heiner von Minden, Jürgen Bühring, Jörg Priebe, Peter Schmidt, Joachim Furche, Heinrich Schröder, Dieter Minßen, Hergen Morisse, Torsten Schwarting

Hinter den Kulissen: Alexander Kotowski, Fabian Haase, Tobias Felske, Jürgen Naumann, Julian Fenkohl, Gerold Jürgens, Anita Ranft

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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