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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Diese Ballerinas punkten mit Sex-Appeal

07.02.2014

Ellwürden Männer und Ballett – das passt für viele nicht zusammen. Wer an Ballett denkt, denkt an grazile Schönheiten, die elfengleich auf Zehenspitzen über die Bühne schweben. Dass es auch anders geht, zeigt Jahr für Jahr das Ellwürder Männerballett. Seit einem Vierteljahrhundert bringt die Gruppe des Bürgervereins das Publikum beim Karneval zum Kreischen. Vor allem die Damenwelt ist entrückt, wenn die Herrschaften ihre Hüllen fallen lassen und am Ende verschwitzte Oberkörper im Scheinwerferlicht glänzen.

Hohe Erwartungen

Auch an diesem Sonnabend, wenn die Ellwürder Narren in der Friedeburg feiern, erobert zum krönenden Abschluss das Männerballett die Bühne. Für viele ist dieser Auftritt der Höhepunkt des Karnevalsprogramms. Und weil die Erwartungshaltung des Publikums so hoch ist, müssen sich die Männer Jahr für Jahr ein originelles Thema überlegen. Diese Aufgabe hat Heinrich Schröder übernommen. Er ist nicht nur stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins, sondern bastelt in akribischer Feinarbeit zusammen mit seiner Schwester Iris Wehming auch die Choreographie zusammen. Was genau die Ballerinas für den kommenden Sonnabend planen, unterliegt strengster Geheimhaltung. „Es gibt nur wenige Eingeweihte“, sagt Heinrich Schröder. Nur so viel verrät der Choreograph, der im Hauptberuf Kartoffelhändler ist. „Am Sonnabend werden wir eine völlig andere Show zeigen“ verspricht Heinrich Schröder. „Sowas hat’s vorher noch nicht gegeben.“

Heinrich Schröder ist seit 25 Jahren dabei. Zuvor hatte es bereits Versuche gegeben, beim Ellwürder Karneval ein Männerballett zu etablieren. So taten sich 1981 und 1982 die Anwohner der Straße Am Panzenberg zusammen, und führten ein Karnevalsballett auf. 1988 gab es eine weitere Gruppe, die sich nach einer einmaligen Ballettaufführung wieder verabschiedete. Schließlich streiften sich beim Karneval 1989 Heinrich Schröder, Peter Schmidt, Hans-Dieter Minßen, Heiner von Minden, Dirk Wemken, Werner Scholz, Helmut Trüper und Peter Beyer die Kosakenkostüme über und hauten mit ihrer schmissigen Tanzeinlage das Publikum dermaßen vom Hocker, dass sie gar nicht anders konnten, als weiterzumachen. Und so entwickelte sich der Auftritt der Ballerinas im Laufe der Jahre zum Höhepunkt des Ellwürder Narrenfestes.

Bis 1991 war Edith Tanzen die Chefchoreographin. Anschließend übernahm Heinrich Schröder diesen Part. „Wir haben uns seitdem immer weiterentwickelt“, sagt das Urgestein der Ballerinas und letzter Mohikaner aus der einstigen Urbesetzung, wohl wissend, dass die Beliebtheit des Männerballetts in erster Linie mit dem Charme der Unbeholfenheit zusammenhängt. „Wir geben unser Bestes, aber wir sind nicht perfekt“, weiß der Heinrich Schröder ganz genau um die Stärken und Schwächen in seinem Team. Gewisse Defizite beim Taktgefühl und bei der Geschmeidigkeit seien nicht von der Hand zu weisen. Aber das sei auch gut so: „Wenn wir perfekt wären, dann wär’s langweilig.“ Außerdem gleichen die Männer Schwächen in der Darbietung mit einer dicken Portion Sex-Appeal locker wieder aus.

Kein Lampenfieber

Berührungsängste mit der für viele fremden Materie des Balletts haben die Männer nicht – jedenfalls nicht zur Karnevalszeit, wenn die Uhren in Ellwürden ohnehin etwas anders ticken. Und Lampenfieber? „Nein“, sagt Heinrich Schröder, „die Bühne ist unser Zuhause. Hier fühlen wir uns wohl.“

Neben Heinrich Schröder gehören in diesem Jahr Jan Rosenau, Martin Schlack, Fynn Roth, Norbert Hartfil, Thomas Knötig, Tim Kröger, Michael Köhler, Carsten Beyer und Thomas Habbe zum Tanzensemble, das sich keineswegs mit Auftritten beim Karneval begnügt. So sind die Freizeit-Ballerinas auch schon bei Hochzeiten, Firmenjubiläen und Sportlerbällen aufgetreten.

Im vergangenen Jahr entschieden sie sich sogar spontan, den Abschlussball der Luisenhofschule in der Friedeburg aufzumischen. Ohne Einladung enterten sie die Bühne und präsentierten dem verdutzten Publikum ihre Tanzeinlage. Schulleiter Wilfried Batschat, der wie alle anderen nicht wusste, wie ihm geschah, war anschließend hellauf begeistert. „Eine Riesengeschichte war das“, erinnert sich Heinrich Schröder. Und eine „Riesengeschichte“ soll auch der Auftritt am kommenden Sonnabend werden. Wer die Ballerina-Bande schon einmal erlebt hat, kann davon ausgehen, dass sie ihr Versprechen einhält. Das ist so sicher wie das dreifach donnernde „Ellwürden helau“.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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