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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Diese Schweinerei ist ein Volltreffer

21.01.2012

BRAKE Ein Pastor, der säuft; eine dösige Nachbarstochter, der zum Stichwort „fruchtbar“ nur Obstsäfte einfallen; ein gnießknaddeliger Bauer; ein dunkles Geheimnis, das schnell auffliegt und ungeahnte Folgen hat; und eine zarte Liebesgeschichte, die sich langsam, aber sicher anbahnt – das sind die Zutaten für einen unbeschwerten und vergnüglichen Schwank.

Wenn dann noch ein durchweg starkes Ensemble auf der Bühne steht und der Regisseur bei der Inszenierung ein sicheres Händchen bewiesen hat, kann nichts mehr schiefgehen. Und so gab es dann auch tosenden Beifall für die Niederdeutsche Bühne Brake, die am Donnerstag im BBZ-Forum mit der Premiere von „Swieneree up Hinners Hoff“ für einen saukomischen Theaterabend sorgte.

Grandioses Solo

Mit Schweinemäster Franz (Hein Ahting) ist nicht gut Kirschenessen. Das stellt Tiermedizinstudentin Lisa (Frederike Gomilar) schnell fest, als sie auf „Hinners Hoff“ ein Praktikum beginnt. Franz, der den Hof gemeinsam mit seinem Bruder Gerd (Holger Wedeken) betreibt, hält nichts davon, das sich eine Fremde in seinem Haus herumtreibt – geschweige denn eine Tiermedizinstudentin. Dass für Lisa vor allem die Anrichte in der verlotterten Wohnstube tabu ist, hat seinen Grund: Franz versteckt dort illegale Mittel, die er ohne Wissen von Gerd einsetzt, um die Schweine zu mästen.

Natürlich entdeckt Lisa die illegalen Substanzen. Und sie beschließt, sie Franz ins Essen zu rühren, um ihm einen Denkzettel zu erteilen. Das führt zu allerlei Verwicklungen, bei denen auch Lisas Mutter Ilse (Dagmar Heeren-Schenk), Nachbarstochter Steffi Krummacker (Ute Haar), Pastor Eilers (Rolf Penningroth) und Nachbarin Martha (Manuela Schöler) eine wichtige Rolle spielen.

Alle Rollen sind hervorragend besetzt, das gesamte Ensemble glänzt. Unumstrittener Star des Abends ist jedoch Hein Ahting. Herrlich grantig und schlitzohrig spielt er den Bauern Franz. Als die Östrogene in der Suppe ihm die Sinne vernebeln, legt der 75-Jährige ein grandioses Solo hin, das dem Publikum die Lachtränen in die Augen treibt. Da ist heftiger Szenenapplaus angesagt.

Herrlich naiv

Großartig auch Ute Haar in der Rolle der linkischen und gnadenlos naiven Nachbars-tochter Steffi. An ihrem Beispiel wird zugleich deutlich, wie sorgfältig Bühnenleiter Helmut Stührenberg die Komödie inszeniert hat. Steffis verkehrt eingeschraubte Füße, mit denen sie am Tisch sitzt, während Pastor Eilers einen Schnapps nach dem anderen herunterkippt; die Art, wie Steffi an ihren grässlichen T-Shirt nestelt und in grünen Gummistiefeln über die Bühne trippelt – hier stimmt alles.

Großes Lob gebührt den Bühnenbauern und Requisiteuren. Das Bühnenbild ist vor allem im ersten Akt gespickt mit liebevollen Details.

Zu den Gästen der Premiere zählte Helmut Schmidt, der in Oldenburg lebende Autor des Stücks. Er fand die Inszenierung „grandios“ und bescheinigte dem Ensemble eine „fernsehreife Leistung“. Dem schloss sich das Publikum an, wie der donnernde Schlussapplaus zeigte.

Mitwirkende des Stücks sind Hein Ahting (Bauer Franz Hinners), Holger Wedeken (Bauer Gerd Hinners), Frederike Gomilar (Studentin Lisa Bott), Dagmar Heeren-Schenk (Lisas Mutter Ilse Bott), Ute Haar (Nachbarstochter Steffi Krummacker), Rolf Penningroth (Pastor Hans Eilers) und Manuela Schöler (Nachbarin Martha Beening).

Hinter den Kulissen: Helmut Stührenberg (Regie), Manuela Schöler (Regieassistenz), Bettina Kreikebohm (Souffleuse), Elke Schneider (Kostüme und Inspizienz), Irmgard Rüthemann (Maske), Manfred Büsing, Helmut Stührenberg, Franz-Josef Hövelmann, Bärbel Menkens und Martina de Boer (Bühnenbau) und Hartmut Rohlfs (Tonaufnahmen).

Weitere Aufführungen gibt es an diesem Sonntag, 22. Januar, am 26., 27., 29. und 31. Januar, am 2., 4. und 5. Februar sowie am 9., 10., 11. und 12. Februar. Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr. Die Ausnahme bilden die Aufführungen am 29. Januar sowie am 5. und 12. Februar. Dann öffnet sich der Vorhang für die „Swieneree“ bereits um 15.30 Uhr.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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