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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Plattdeutsch: Mit viel Freude am Slapstick

21.02.2018

Eckfelth Wenn schon Klamotte, dann aber richtig! So machen die „Moordüvels“ bei ihrer Premiere im Eckflether Kroog auch nicht den kleinsten Abstrich, um die quietschvergnügten Momente der Komödie „Brägenklöterig un mehr“ mit krachendem Humor auf die Bühne und unters Premierenvolk zu bringen. Den Dreiakter von Karl-Heinz Hahn, in der plattdeutschen Übersetzung von Heino Buerhoop, meistert die schauspielerfahrene Truppe mit ganzem Körper- und Spracheinsatz, mit soviel Freude am Slapstick, dass selbst die Akteure auf der Bühne häufig vor Lachen über ihre Texte stolpern und so auch ihre Topustersche bannig in Wallung bringen.

Sorgfältiges Bühnenbild

Das authentisch und sorgfältig ausgestattete Bühnenbild zeigt ein Zweibettzimmer in einem Krankenhaus, weder fehlt der Spender mit Desinfektionsmitteln noch die Krankenakten und auch die Hausschlappen unter den Betten sind stimmig. „Retrograde Amnesie nach Schädel-Hirn-Trauma“ nennen die Mediziner den Zustand, mit dem Patient Alfred Heinze (Jens Cordes) eingeliefert wurde. Für seine Mitpatienten Ignaz Bessenbinder (Torsten Wester mit Einbeingips) und Kurt Klopper (Tobias Speckels beidseitig steifarmig) ist Alfred aber nur „Brägen­klöterig“. Will heißen: Dem Kopfverletzten fehlt jede Erinnerung an sein vorheriges Leben, dafür haben sich – immer, wenn er aus kurzem Schlaf grunzend aufwacht – multiple Persönlichkeiten an seine Synapsen geheftet und geben sich die Hirnklinke in die Hand.

Egal, ob Alfred als Einstein seine Formeln an die Wand malt, er als Romeo die Lerche und die Nachtigall zwitschern hört, als Reporter Herbert Zimmermann „Toor, Tooor, Tooor“ brüllt, als Emil Zatopek fix ausbüxt, als Wallenstein zum Kampf gegen Gustav Adolf aufruft oder mit den Dreien von der Tankstelle das Hohelied auf den guten Freund schmettert: Mit seinen Kapriolen hält der Brägenklöterige nicht nur seine Verlobte Ulla (Steffi Bremer) auf Trab.

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Resolute Oberschwester

Auch die resolute Oberschwester Hiltrud (Maike Schröder), die Ärztin Dr. Mechthild Wusler (Nicole Speckels) und Schwester Vera (Sonja Koopmann) sind vom neurotischen Wechselspiel des Patienten schon ganz wuschig. Das Krankenhauspersonal schließt immerhin schon Wetten ab, in wessen Haut der brägenklöterige Alfred beim nächsten Mal aufwacht.

Dazu kommt noch, dass ein Dieb in der Klinik sein Unwesen treibt und im Dunkel der Nacht seine diebischen Streifzüge unternimmt. Das ruft den Inspektor Kojambel (Hergen Köster) auf den Plan. Sein Täterbild steht schon fest, er hat zumindest eine Person des Trio Infernale im Visier. Ignaz und Kurt beschließen mit dem Geld der Wettkasse dem Dieb eine Falle zu stellen und sich Alfreds Brägenklöterigkeit zunutze zu machen. Papst Alfred segnet noch schnell das Publikum, trötet als Benjamin Blümchen „Törööö“, nuschelt als Udo Lindenberg, zitiert Heinz Erhards „Warum die Zitronen sauer sind“ und wartet als edler Winnetou mit seinen Kumpels Old Ignaz Shatterhand und Sam Kurt Hawkins auf den nächtlichen Dieb. Klar, dass zum Happy End die Handschellen klicken und die Identität des Bösewichts alle in Erstaunen versetzt und dann geschieht ein großes Wunder.

Minutenlanger Applaus, anerkennende Pfiffe, Füßetrampeln – das begeisterte Premierenpublikum dankt allen „Moordüvels“ für eine tolle Ensembleleistung und natürlich heimst Jens Cordes für seine brägenklöterige Paraderolle einen Extraapplaus ein.

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