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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Gewagte Reise ins Mittelalter

03.06.2019

Eckfleth Um den Eltern stolz diese „fürtreffliche“ Urkunde zu zeigen, mussten die Maid Nike und ihre kleinen Freunde beim Knappen-Turnier auf dem Dorfplatz drei Disziplinen meistern.

Ritter Martin von Hude sattelte dem ritterlichen Nachwuchs die hölzernen Streitrösser, zeigte wie man mit der Lanze den Roland in Bedrängnis brachte und wie beim Ringreiten die Lanze geführt wird. Den Mini-Rittern war dieses Spektakel locker einen Silberling oder eine Eurone wert, um sich gleich danach auf dem hölzernen und durch Muskelkraft angetriebenen Seilkarussell zu entspannen.

Das ganz große Gedränge herrschte zu Beginn des Marktes am Himmelfahrtstag allerdings noch nicht. Hatte es am Morgen noch heftig geregnet, war es am Nachmittag wenigstens trocken. Und das war ein guter Grund für ganze Familien, eine Reise in das Mittelalter zu wagen. Für vier Tage hatten die Gruppe „Regnorum Aquilonis“ und ihre Mitstreiter auf dem Dorfplatz ein stattliches Zeltlager aufschlagen. Mit im Bunde waren Händler und Höker, Gaukler, Zauberer, Handwerker und der Adel rund um Gerhard III., „de groote Gerd“ (im bürgerlichen Leben der Veranstalter Jörg Thielen) samt Klerus und Rittervolk hatte ein wachsames Auge über das ritterliche Treiben. Und es blühte der Handel und Wandel: vom mystischen Amulett über Pfeil und Bogen, Schutzschilde, Rasseln und Zymbeln bis hin zum Wikingerhelm mit und ohne Hörner, war alles zu kaufen, was den Traum vom mittelalterlichen Leben ein bisschen authentischer macht.

Aber auch das war im Mittelalter authentisch: Langschwerter und Scheibendolche, Schlachtäxte, Mordäxte und Morgensterne haben damals so manch einem Kampfgegner das Lebenslicht ausgepustet. Keine Gefahr auf dem Mittelaltermarkt. Ralf Denker aus Bremen weist auf sein umfangreiches Kampfarsenal: „Alle gezeigten Waffen sind nicht scharf – das ist hier nicht erlaubt.“

Wer mit Ralf Denker ins Gespräch kommt, dem werden nicht nur die Waffen erklärt, der Bremer weiß viel über die Kreuzzüge, die im Mittelalter ganze Scharen von Kreuzrittern zur Befreiung Jerusalems animierten. „Jeder Ritter, der sich auf den beschwerlichen Weg machte, musste drei Dinge vorweisen: ein Schwert, ein Kettenhemd und Verpflegung für ein Jahr“.

Ob die an einem anderen Stand gezeigten Rüstungen im Mittelmeerklima von Vorteil waren, darf bezweifelt werden, aber es konnte nicht schaden, irdene Pütt und Pann mitzunehmen, um einen Gerstenbrei zu kochen. Auf dem Dorfplatz war die Verpflegung leckerer und anspruchsvoller: zur knusprigen „Schweinerei“ vom Drehspieß schmeckte ein Humpen Met oder ganz profan ein norddeutsches Bier.

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