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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Premiere: Moordüvels lassen es krachen

19.02.2019

Eckfleth „Rossini – oder die mörderische Frage wer mit wem schlief?“ Diesen Spuren ging im Jahr 1997 der Regisseur Helmut Dietl im gleichnamigen Film über die Münchener Schickeria nach. „Wer schläft mit wem?“ fragt sich auch das Publikum im Eckflether Kroog. Wobei gesagt werden muss, dass es bei den „Moordüvels“ im Laufe der nächsten zwei Stunden zwar nicht mörderisch, aber doch mit einigen Blessuren zur Sache geht. Aber weil es sich beim plattdeutschen Dreiakter „Allens up Anfang“ nicht um einen Krimi, sondern um eine Komödie handelt, ist der Spaß programmiert.

Das liegt zwar nicht ausschließlich am ordentlich derb gestrickten Plot des Stückes, für den Spaß sorgen die „Moordüvels“, die es an diesem Abend richtig krachen lassen. Beweis: den ersten Szenenapplaus gibt’s schon drei Minuten, nachdem sich der Vorhang geöffnet hat.

„Wer mit wem und wie und wo und warum?“ Da muss man genau hinhören, um dem Beziehungskistengewusel, der Situationskomik und den verbalen Spitzfindigkeiten folgen zu können. Also: Allens up Anfang!“

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Da wären die beiden Freunde Markus Hartmann (Torsten Wester) und Tobias Krageweit (Dirk Bremer). Nach Jahren der Jugendfreundschaft ist ihr Verhältnis eher gespannt. Alles hat Markus für seinen Freund, der heute sein Chef ist, auf sich genommen: Schularbeiten gemacht, abschreiben lassen, Klausuren für ihn geschrieben und sogar bei der Abschlussprüfung hat Markus sich für Tobias ausgegeben. Mit im Spiel sind Markus Frau Miriam (Maike Schröder), Tobias Braut Tina (Britta Wiards), Miriams Chefin Gerlinde (Nicole Speckels), und der windige Vertreter Stefan Boom (Tobias Speckels).

Dass zwischen Markus und seiner Eheliebsten der Haussegen nicht mehr gerade hängt, wird ganz schnell klar. Die resolute Physiotherapeutin besitzt nicht nur kräftige Hände, wenn sie ihre Stimme hebt, sollten Ohrstöpsel in der Nähe sein. Da telefoniert Markus doch lieber mit seiner heimlichen Liebe Tina und verabredet sich zum Schäferstündchen. Auch Miriam ist verabredet, mit ihrer Chefin Gerlinde möchte sie einen freien Tag genießen. Der Chefin kommt der zungenflinke Vertreter zuvor und damit nimmt das „Bäumchen-wechsel-dich“-Drama seinen Lauf.

Das Bühnenbild zeigt die gutbürgerliche Wohnstube der Hartmanns, aber es gibt auch einige Türen – Köök, Schlapstuuv un Bad –, hinter denen mal der und mal die verschwindet und aus denen in schöner Reihenfolge verdächtig leidenschaftliche Geräusche tönen.

Das liegt zunächst an Vertreter Stefan Boom, er ist ein mörderisch geschulter Werbefritze, der in der Lage ist, einem Eskimo einen Kühlschrank zu verkaufen. Er schmiert aber auch der schönen und willigen Gerlinde pfundweise Honig um den Bart, klagt über Verspannungen, zieht sich bis auf die Unnerbüx aus, wird massiert – und verwechselt das ehrbare Haus mit einem Rotlicht-Etablissement, die beiden Mädels hält er für Professionelle. Kein gutes Karma für Stefan, als Markus vom Schäferstündchen zurück kommt, und dem Vertreter – nur mit Bademantel bekleidet – gegenüber steht. Aber auch Markus ist nicht bester Stimmung, er hat halbwegs mitbekommen, dass er – in der Horizontalen mit Tina – einen heimlichen Beobachter hatte.

Und so dreht sich im Haus der Dienstleistungen das Karussell der Anschuldigungen, Verdächtigungen und Notlügen. Es setzt Prügel mit Folgen: ein blaues Auge und eine verletzte Hand und schließlich eine Aussprache „unter Männern“.

Ob zusammenkommt, was zusammen gehört oder nicht, wird im letzten Akt aufgedröselt; die Frage „wer mit wem?“ kann nur so beantwortet werden: „Allens up Anfang“.

Dass die Moordüvels schon bei den Proben viel Spaß gehabt haben müssen, zahlt sich am Premierenabend aus. Auch wenn das Stück auf Schenkelklopfer-Humor setzt, die „Moordüvels“ stecken mit ihrer Lust am Rollenspiel locker das ganze Publikum an. Und am Schluss ist alles so, wie es die Truppe gewöhnt ist: Jubel, Applaus und stehende Ovationen!

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