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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Gezeiten: Teufel kehrt in Eckwarder Kirche ein

06.09.2017

Eckwarden In Eckwarden ist am Sonntag der Teufel los. Gut, so ganz „lose“ ist er nicht, denn er wird – zu seinem eigenen Schutz – in einer Vitrine ausgestellt sein. Renate Knauel, Vorsitzende des Gezeiten-Arbeitskreises, freut sich sehr, zur Eröffnung der Ausstellung „Münstermann neu gesehen“ dieses besondere Werk des Bildhauers Ludwig Münstermann in Eckwarden präsentieren zu können.

In der Ausstellung werden Werke von Heinrich Schüler, Maler und Restaurator aus Wiefelstede, und Hermann Borchers aus Tossens zusehen sein, die sich wiederum mit dem Werk des Bildhauers Ludwig Münstermann beschäftigen. Der Hamburger Bildschnitzer Ludwig Münstermann, der im 17. Jahrhundert, besonders zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, im Oldenburger Land tätig war, sei der Darsteller der Reformation schlechthin, sagt Renate Knauel. Er erkläre das Evangelium und arbeite durch seine Skulpturen heraus, warum es die Reformation überhaupt gegeben hat, sagt sie.

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Das Programm

Die Ausstellung „Münstermann neu gesehen“, beginnt am Sonntag, 10. September, um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Lamberti-Kirche in Eckwarden. Die Werke von Hermann Borchers und Heinrich Schüler werden im Gemeindesaal gezeigt. Einführungen geben Silke Trolldenier und Bertram Schüler. Die Ausstellung ist mittwochs und donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Teufelsskulptur wird im Altarraum der Kirche ausgestellt. Renate Knauel stellt das Kunstwerk vor. Die Skulptur wird nur am 10. September in Eckwarden gezeigt. An den anderen Ausstellungstagen können Besucher ein Foto der Skulptur sehen.

Letztmalig ist die Ausstellung am Sonntag, 24. September, ab 15 Uhr geöffnet. Thema wird dann „Das Epitaph in Eckwarden“, ein Grabdenkmal, sein. Einen Vortrag über die künstlerische Gestaltung im Stile des Manierismus hält der Berliner Kunsthistoriker Dr. Dietmar J. Ponert. Die Bildinhalte als Ausdruck lutherischer Glaubenslehre wird Prof. Rolf Schäfer, Oberkirchenrat i.R. und Historiker aus Oldenburg thematisieren. Kantor Johannes Kirchberg spielt Choralbearbeitungen zu „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Der Teufel sei die ausgefallenste Figur, die Münstermann je geschaffen habe, ist sich Renate Knauel sicher. Die detailreiche Skulptur stelle dar, wie der Teufel sich nach einer verlorenen Wette mit dem Erzengel Michael ärgere, in der es darum ging, die Menschen zu verführen.

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Die Skulptur sei früher einmal Teil des Tossenser Altars gewesen, erzählt Renate Knauel. Doch 1924 seien der Altar und der Taufstein in größerem Stil restauriert worden. Deshalb wurden die Figuren ins Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte nach Oldenburg gebracht. Die Teufelsskulptur werde bis heute aus konservatorischen Gründen dort im Archiv verwahrt.

Am Tossenser Altar sind zwei Sprüche zu lesen, Experten gehen davon aus, dass an diesen Stellen jeweils die Teufelsfigur und eine Skulptur, die den Tod darstellt, standen. Der „Tod“ sei nur noch im Fragment vorhanden, denn er sei unter anderem durch Holzwürmer stark beschädigt – auch ein Grund, warum der Teufel zur sicheren Verwahrung im Archiv des Landesmuseums steht.

Deshalb sei es nicht einfach gewesen, die Skulptur für die Ausstellung auszuleihen, sagt Renate Knauel. Es müssen strenge Auflagen erfüllt werden. Beispielsweise dürfe die Skulptur nicht in der Sonne stehen – deshalb findet die Ausstellung nicht in Tossens statt, sondern in Eckwarden. Denn der Gemeinderaum in Tossens hat zu beiden Seiten große Fenster. Außerdem darf die Statue nicht mit Blitzlicht fotografiert werden, zählt Renate Knauel weiter auf.

Damit sie nicht versehentlich umgestoßen wird, steht die Skulptur in einer Vitrine. „Es ist ein großes Glück, dass wir ein Ja bekommen haben. Das ist sensationell“, freut sich Renate Knauel, denn in einer Ausstellung von Werken, die von Münstermann inspiriert wurden, dürfe doch auch das Original, also Werke von Ludwig Münstermann selbst, nicht fehlen, findet sie.

Die Skulptur wird nur an einem einzigen Tag, am Sonntag, 10. September, in Eckwarden ausgestellt. Die Ausstellung der Werke von Schüler und Borchers läuft aber über zwei Wochen. Nach der Eröffnung wird ein Foto der Skulptur, die in einer neuen Dokumentation zum Münstermannschen Werk erschienen ist, gezeigt, damit Besucher sich auch dann noch einen Eindruck von dem Kunstwerk verschaffen können.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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