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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Nur ein Konfirmand erhält den Segen

19.04.2018

Eckwarden Normalerweise gibt es bei der Aufstellung der Konfirmanden zum Einmarsch in die Kirche erstmal ein Gewusel. Natürlich wurde alles vorher geprobt, doch bis jeder seinen Platz gefunden hat, dauert es meist einen Moment. Bei der Konfirmation von Tristan Schröder aus Eckwarden lief alles ein bisschen anders: Denn er war am vergangenen Sonntag der einzige Konfirmand in Eckwarden. Gemeinsam mit Pastor Joachim Tönjes und den Mitgliedern des Kirchenrates zog der 13-Jährige in die Kirche ein.

Den Konfirmandenunterricht musste Tristan Schröder allerdings nicht zwei Jahre alleine durchmachen. Er nahm gemeinsam mit der Gruppe aus Stollhamm teil. Doch seine Mitstreiter feiern ihre Konfirmation erst am kommenden Sonntag in der St.-Nikolai-Kirche in Stollhamm.

Unterricht im Wechsel

Bei Tristan Schröders Konfirmation am Sonntag konnten die Jugendlichen ihm also nur eine moralische Unterstützung geben. Sie saßen nicht mit ihm auf der Bank im Altarraum, sondern zwischen den Gästen.

„Der Unterricht hat immer im Wechsel in Eckwarden und Stollhamm stattgefunden. Nach Stollhamm haben mich meistens meine Eltern gefahren“, erzählt der 13-Jährige. Diese Regelung gibt es schon seit 2009, weiß Pastor Joachim Tönjes. Ebenso wurden die Jugendlichen aus Waddens und Burhave zu einer Unterrichtsgruppe zusammengefasst und die Jugendlichen aus Tossens und Langwarden, berichtet er.

Auch wenn Tristan Schröder der einzige Jugendliche im Dorf war, für ihn war es ganz klar, dass er sich konfirmieren lassen möchte. „Ich bin getauft und wollte meinen Glauben an Gott bestätigen“, erzählt er. „Außerdem fand ich es auch eine lustige Erfahrung“, fügt der 13-Jährige hinzu. Denn auch für ihn gehörten zwei – durch das Luther-Jubiläum im vergangenen Jahr sogar drei – Fahrten zum Programm des zweijährigen Konfirmandenunterrichtes. Ebenso wie die Teilnahme an den Gottesdiensten zu den christlichen Festen und zehn weitere Gottesdienste, bei denen die Konfirmanden Protokoll führen mussten. „Das finde ich irgendwie besser als sich einfach einen Stempel abzuholen. Wenn man Protokoll führen muss, passt man auch besser auf“, erzählt Tristan Schröder.

Seine Mutter Yvonne Schröder gehört seit circa zwölf Jahren dem Gemeindekirchenrat an. Wenn sie für die Kirche aktiv war, waren meist auch ihre beiden Kinder Yasmin und Tristan mit dabei. Sie nahmen auch an den Kinderbibelstunden teil.

In vier Kirchengemeinden stehen noch Konfirmationen an

Insgesamt werden in diesem Jahr in Butjadingen 38 junge Christen konfirmiert. Gottesdienste finden in den sechs Kirchengemeinden Burhave, Eckwarden, Langwarden, Stollhamm, Tossens und Waddens statt.

Burhave: In der St.-Petri-Kirche in Burhave werden an diesem Sonntag, 22. April, ab 10 Uhr, 14 junge Christen konfirmiert. Pastor ist Klaus Braje.

Stollhamm: In der St.-Nikolai-Kirche in Stollhamm wird ebenfalls am Sonntag, 22. April, ab 9.30 Uhr ein Konfirmationsgottesdienst gefeiert. Sechs Konfirmanden erhalten den Segen von Pastor Joachim Tönjes.

Tossens: In der St.-Bartholomäus-Kirche in Tossens werden am 6. Mai, sieben junge Christen konfirmiert. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr. Pastor ist Hartmut Blankemeyer.

Langwarden: In der St.-Laurentius-Kirche in Langwarden wird am 24. Juni ab 10.30 Uhr ein Konfirmationsgottesdienst gefeiert. Vier junge Christen erhalten den Segen von Pastor Mario Testa.

Der Konfirmationsgottesdienst war für Tristan natürlich etwas Besonderes. Gemeinsam mit Pastor Joachim Tönjes und dem Kirchenrat zog der 13-Jährige in die Kirche ein. Der Konfirmand musste einen Text aus dem Johannes-Evangelium vorlesen, dann folgte die Predigt und die Ansprache an den Konfirmanden. „Da hatte ich richtig wackelige Knie, weil ich wusste, dass ich danach aufstehen muss“, erzählt der 13-Jährige. Es folgte die Einsegnung und der Konfirmationsspruch.

„Ich hab komplett die ganze Zeit gezittert“, sagt Tristan Schröder. Normalerweise gehen immer drei bis vier Konfirmanden gleichzeitig nach vorne, weiß Yvonne Schröder. „Wenn man alleine ist, kann man sich nicht hinter den anderen verstecken. Man steht eben alleine vorne“, sagt Tristan Schröder. „Und alle gucken einen an“, fügt seine Schwester Yasmin hinzu. Die 16-Jährige weiß genau wie Tristan sich gefühlt hat. Denn vor zwei Jahren wurde sie ebenfalls als einzige in Eckwarden konfirmiert. „So hat jetzt jeder einen ganzen Gottesdienst nur für sich gehabt. Wann hat man das schon?“, sagt Yvonne Schröder lachend.

Fotos mit der Gruppe

Seine Mitkonfirmanden aus Stollhamm waren geschlossen zu Tristans Konfirmation gekommen, denn im Anschluss wurden die Konfirmationsfotos gemacht. „Wir haben gesagt, dass es blöd ist, wenn einer aus der Gruppe nicht dabei ist und dann vielleicht noch nachträglich reingephotoshopt wird. Deshalb gab es den Termin mit allen zusammen“, erklärt Yvonne Schröder.

Am Sonntag will Tristan Schröder auch den Konfirmationsgottesdienst seiner Mitkonfirmanden in Stollhamm besuchen. „Ich finde, das ist nur höflich. Schließlich waren sie ja auch alle bei mir“, sagt der 13-Jährige.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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