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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Leuchtendes Beispiel für Engagement

18.08.2018

Eckwarderhörne /Burhave „Und seit dem sind wir wie siamesische Zwillinge“, beendet Klaas-Heinrich Peters einen kleinen Vortrag, in dem er gerade einen gekonnten Bogen vom Otto-Leuchtturm im ostfriesischen Pewsum zum Preußen-eck in Eckwarderhörne geschlagen hat. Der zweite Zwilling, der hier gemeint ist, das ist Ernst Tannen. Er und Klaas-Heinrich Peters haben am Freitagabend eine hohe Auszeichnung entgegengenommen. Für ihre Verdienste um die Rettung und spätere Sanierung und Aufwertung des Leuchtfeuers in Eckwarderhörne, das heute eine große Touristenattraktion darstellt, sind sie mit der Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft ausgezeichnet worden.

Die Ehrung nahmen Landschafts-Präsident Thomas Kossendey und Vorstandsmitglied Karin Logemann im Rahmen der Eröffnung der 33. Kunst- und Kulturwochen „Gezeiten“ vor, die im Atrium an der Strandallee in Burhave stattfand. Ebenfalls verliehen worden ist an dem Abend die Goldene Krabbe, der Kunst- und Kulturpreis der Gemeinde Butjadingen. Bekommen haben sie die Mitglieder des Organisationsteams des Tossenser Festivals Andy ist auf einem Tennisturnier. Darüber berichtet die NWZ ausführlich in ihrer Montagsausgabe.

Kontakte helfen

Ernst Tannen und Klaas-Heinrich Peters sind zwei Macher, wie sie im Buche stehen. Tannen, heute 82 Jahre alt, stammt aus Burhafe im Landkreis Wittmund. 1959 kam er nach Nordenham, um eine Stelle als Rechtspfleger am hiesigen Amtsgericht anzutreten. Die hatte er bis zur Pensionierung 2001 inne. Doch in den 1980er und 90er Jahren war Ernst Tannen als Vorsitzender des Landesverbands der Rechtspfleger, der er inzwischen geworden war, vor allem in Hannover tätig.

Die Kontakte, die er dort knüpfte, sollten ihm nicht nur im Kreistag des Landkreises Wesermarsch, dem er 48 Jahre lang (bis 2016) zunächst als Mitglied und dann als Vorsitzender angehörte, nützlich sein. Sie halfen ihm auch, als es 2009 für das Leuchtfeuer in Eckwarderhörne 5 vor 12 war. Der 44,70 Meter hohe Turm, der nach dem Bau einer neuen Richtfeuerlinie für den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven ausgedient hatte, sollte abgerissen werden.

Der Hilferuf aus Butjadingen ereilte Ernst Tannen in seiner Funktion als Kreistagsvorsitzender. Er aktivierte sein Netzwerk, sprach in Hannover bei der Landesregierung die richtigen Leute an. Der Rest ist Geschichte.

Der 73-jährige Klaas-Heinrich Peters, der in Oldenburg wohnt, wurde Teil dieser Geschichte, als das Oberfeuer bereits gerettet war. Geboren in der Krummhörn, absolvierte er in Aachen ein Bauingenieur-Studium, leistete beim Wasserwirtschaftsamt in Brake seine Referendarszeit ab, war von 1982 bis 1998 bei der Bezirksregierung Dezernent für den Bereich Insel- und Küstenschutz. Danach kehrte er beruflich nach Brake zum Wasserwirtschaftsamt, das inzwischen zum Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasser- und Küstenschutz geworden war, zurück. Klaas-Heinrich Peters war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 der Betriebsstellenleiter.

Otto und Preußeneck

Noch in seiner Zeit bei der Bezirksregierung stellte die Deichacht Krummhörn Überlegungen an, den ausgedienten Leuchtturm in Pewsum, inzwischen im ganzen Land als Otto-Turm bekannt, abzureißen. Klaas-Heinrich Peters gehörte zu den Leuten, die diesen Abriss verhinderten, weil sie eine neue Nutzungsmöglichkeit fanden – als Lager für Gerätschaften der dortigen Wasserwirtschaftsverwaltung.

Mit dem Betrieb geretteter maritimer Wahrzeichen kennt sich der Oldenburger also aus. So war er der richtige Mann, als nach der Gründung der Stiftung Oberfeuer Preußen-eck ein Vorsitzender für das Kuratorium – quasi der Aufsichtsrat der Stiftung – gesucht wurde.

Klaas-Heinrich Peters verantwortete mit seinen Kontakten in die Wasserwirtschaft und zur Jade-Hochschule den Umbau des alten Maschinenhauses in ein Dokumentationszentrum. Ansonsten haben er und Ernst Tannen, der der Stiftung vorsteht, ihre Aufgaben nicht klar abgegrenzt. Jeder macht zusammen mit den vielen anderen Ehrenamtlichen, denen das Oberfeuer eine Herzensangelegenheit ist, das, was eben zu machen ist.

Über die Ehrennadeln der Oldenburgischen Landschaft freuen sich Ernst Tannen und Klaas-Heinrich Peters. Noch mehr aber freuen sie sich, dass das Leuchtfeuer so gut angenommen wird. An jedem Öffnungstag kommen bis zu 80 Besucher.

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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