• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

KULTUR: Ein Ehepaar schreibt Theater-Geschichte

23.02.2008

NORDENHAM Auch Bodo Debelts hat es mal als Schauspieler versucht. „So viel Talentlosigkeit kann man sich nicht vorstellen“, sagt seine Frau Inge und lächelt. Dem Theater ist er trotzdem treu geblieben. Als Bühnenmaler und Bühnenbauer bei den „Plattdüütschen“ macht ihm keiner was vor. Inge Debelts schätzt das handwerkliche Geschick ihres Mannes. Aber wenn es um die Schauspielerei geht, ist sie die Expertin. Schließlich hat sie 25 Jahre Regie-Erfahrung. Das Stück „Dor weer doch noch wat“, das die Niederdeutsche Bühne zurzeit im Kasino FAH aufführt, ist das letzte, bei dem das Ehepaar Debelts hinter den Kulissen mitwirkt. Die beiden Gründungsmitglieder der „Plattdüütschen“ ziehen einen Schlussstrich. „Wir sind jetzt zusammen 152 Jahre alt“, sagt Inge Debelts. „Da wird es Zeit, kürzer zu treten.“

Eine Reihe von Gemeinsamkeiten schweißen das Paar zusammen, das seit 56 Jahren verheiratet ist. Beide haben eine Abneigung gegen halbe Sachen, sie lieben Theater und die plattdeutsche Sprache. „Hochdeutsch hab’ ich erst in der Schule gelernt“, erinnert sich Bodo Debelts, der in Ellwürden aufgewachsen ist. Inge Debelts hat schon in der Schule Theater gespielt. Damals hat sie sich auch die ersten Geschichten ausgedacht. Inzwischen hat die Nordenhamerin 14 Stücke geschrieben, die in ganz Deutschland aufgeführt werden. „Mit dem Schreiben will ich noch lange nicht aufhören“, sagt die 76-Jährige.

In den Fünfzigerjahren waren Bodo und Inge Debelts Mitglieder der Spielschar in Blexen. Die hatte ihre Auftritte vor allem in der Alten Eiche und in Wedels Hotel. Bodo Debelts verschlug es später beruflich nach Bremerhaven. Seine Frau spielte dort 17 Jahre am Stadttheater, bevor das Ehepaar wieder zurück nach Blexen kam und dazu beitrug, dass in Nordenham ein Theaterverein aus der Taufe gehoben wurde.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Inge Debelts ließ sich 1983 überreden, Regie zu führen in dem Stück „Hochtied in de Pickbalge“. Die Frau, die kein Hehl daraus macht, dass sie zumindest bei ihrer Arbeit nicht viel von Demokratie hält, hatte es mit der geballten Nordenhamer Polit-Prominenz zu tun. Bürgermeister Günter Ede und seine Stellvertreter Egon Mehrings und Fritz Jacob spielten mit und mussten nach ihrer Pfeife tanzen. Zur Premiere kamen 800 Leute in die Friedeburg. „Ein Riesenerfolg war das“, erinnern sich Inge und Bodo Debelts. Als sich der Vorhang schloss, war die Idee geboren, eine Theaterbühne in Nordenham zu gründen. „De Plattdüütschen“ feierten noch im selben Jahr Premiere mit einer Sketch-Revue.

Bodo Debelts hatte sich längst mit einem Platz hinter den Kulissen angefreundet. Als Bühnenbauer und -maler entwickelte er sein Talent immer weiter. Sogar einzelne Kacheln malt er selbst. In den ersten Jahren hatten die „Plattdüütschen“ die Entwürfe für ihre Bühnenbilder noch eingekauft. Aber weil Bodo Debelts immer wieder den Profis in Oldenburg und Bremerhaven über die Schulter guckte, konnte er auch diese Aufgabe bald selbst übernehmen.

Inge Debelts hat sich derweil als Autorin und Regisseurin einen Namen gemacht. Zu ihren persönlichen Höhepunkten gehören zwei historische Projekte. 1989 führte sie Regie, als bei der 1200-Jahr-Feier in Blexen ein Stück über Bischof Willehad aufgeführt wurde. Zehn Jahre später inszenierte sie die Freilichtaufführung „Der Friesenhäuptling“. Für das Stück, das Hunderte Besucher am Weserstrand sahen, lieferte Inge Debelts auch die Vorlage. Und ihr Mann zimmerte die 54 Meter lange Kulisse.

Nun wollen es die beiden ruhiger angehen lassen. Die Hände in den Schoß legen wollen sie aber nicht. Inge Debelts schreibt gerade an ihrem 15. Stück. Und ihr Mann malt: Statt großer Theaterkulissen werden es künftig eher die filigranen Ölbilder sein.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2205
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.