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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Schülertheater: Ein expressiver Struwwelpeter

25.01.2014

Tossens Vor großem Publikum boten 42 Darsteller schräges, mitunter schrilles und äußerst unterhaltsames Theater. Bei der Präsentation eines expressiven Struwwelpeters mischten die Schüler der beiden 7. Gymnasialklassen der Tossenser Zinzendorfschule die englische Fassung „Shockheaded Peter“ von Heinrichs Hoffmanns düster-satirischem Kinderbuch mit dem deutschen Original „Der Struwwelpeter“.

Viele der Jugendlichen betätigen sich nun schon im dritten Jahr darstellerisch unter der umsichtigen Leitung von Theaterpädagogin Conny Howell. Wieder einmal gelang es ihr, für jeden Einzelnen eine Rolle zu kreieren, die meisten mit Text.

Ein sich schlangenartig windendes, weiß-geschminktes Wesen mit blutverschmiertem Bund steckte vor dem geschlossenen Vorhang in einem hölzernen Käfig und gestikulierte bedrohlich in Richtung Publikum. Ein Zirkusdirektor eröffnete den Abend, stellte das Monster vor, das sich mit einem fiesen kleinen Lied in die Kulissen verabschiedete und präsentierte dann die anderen Ungeheuer des Abends, jene „ungezogenen Kinder“, die im Struwwelpeter meisten so unrühmliche Enden nehmen.

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Der Zirkusdirektor und Moderator führte durch das Programm, elaborat, souverän und ständig um Spannung und Sensationslust bemüht.

Als erster wurde Friedrich, „der Wüterich“, in Versen angekündigt, der sein „liebes“ Schwesterchen schlug, dann aber von einem misshandelten Hund derart gebissen wurde, dass er der Wunde erlag. Ein Song aus „Shockheaded Peter“ kommentierte dieses Geschehen quasi als antiker Chor – noch gruseliger als die Szene selbst. „Friedrich“ sang den Text gemeinsam mit dem Playback. Ähnlich wurde durchgehend mit der Musik verfahren, die aus dem „Off“ erschallte.

Bühnenwirksames Feuer

Drei laszive, genusssüchtige Katzen freuten sich auf einen Abend allein mit Paulie und Extra-Milch. „Ich geh fort, und du bleibst da“, hatte die Mutter gesagt. Paulinchen „spielt mit dem Feuer“ und „verbrennt“ bühnenwirksam im Stoffflammen und rotem Licht.

Bevor die Mär vom „kohlrabenschwarzen Mohr“ auf die Bühne kam, wurde sie zunächst politisch bereinigt und unter Missachtung des Reimschemas zur Geschichte vom „Farbigen“. Dem spielten drei Nachwuchsrassisten so üble Streiche, dass sie selbst von Nikolaus im Tintenfach komplett geschwärzt wurden.

Unmittelbar nach der Hasenschule tauchte dann der Jägersmann auf, die Büchse in der Hand. Die Nager versteckten sich, er schlief ein, fiel in den Brunnen und ein Langohr schoss der Jägerin die Tasse aus der Hand – geschieht beiden recht!

Wiederholt ermahnt die Frau Mama den Konrad, er solle ja brav sein, wenn sie fortgehe. Sie liest ihm sein „Sündenregister“ vor, lauter vernachlässigbare „Vergehen“, und verschwindet. Als er allein an den Daumen lutscht, erscheint, wie prophezeit, der „böse Schneider“ und schneidet sie ihm ab.

Die Suppenkasperin Augustine entwickelt Anorexia nervosa, weil sie in den Augen der Freundinnen hässlich und fett ist. Sie verweigert beherzt schreiend fünf Tage lang ihre Suppe, ehe sie tot über den Tisch fällt.

Fruchtlose Konzepte

Das Essen ist nicht ihr Problem, aber das Stillsitzen. Nachdem zwei „Experten“ sich fruchtlos ihre Konzepte von ADHS-Therapien um die Ohren gehauen haben, zeigt die Szene, wie Philippine immer weiter zappelt, bis sie um(ge)kippt (wird) und von den Resten der Mahlzeit begraben.

Hans Guck-in-die-Luft hat es da besser. Eine philosophische Träumerin, dauerhaft tiefenentspannt und himmelwärts blickend, lässt sich in einem am Loriot-Sketch orientierten Dialog mit Mutter nicht vom Himmelstarren abbringen. Er wird allerdings von zwei norddeutschen Fischern gerettet, die davon Zeugnis ablegen.

Die fliegende Roberta mit ihrem orangen Schirm beschließt den Reigen und noch als sie hoch über der Bühne zu schweben scheint, stürmen alle Darsteller dieselbe fürs Finale.

Schulleiterin Melanie Rummel bedankte sich bei Conny Howell, die Schüler hatten ein Geschenk. Sie dankten auch den rührigen Technikern und den Mädchen aus Klasse 9a, die sie so toll geschminkt haben. Das war wieder ein gelungener Schülertheaterabend, auch wenn im Überschwang das Geschenk für Conny Howell zu Bruch ging.

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