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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Rüstringer Heimatbund: Ein Haus voller historischer Schätze

17.03.2017

Nordenham Allein der Schrank, mit dem alles angefangen hat, ist ein historischer Schatz. Bei dem mit Schnitzereien verzierten Möbelstück handelt es sich um ein Geschenk, das der Marschendichter Hermann Allmers dem Rüstringer Heimatbund zu seiner Vereinsgründung im Jahr 1892 geschenkt hatte. Er spendierte den Heimatkundlern den prächtigen Eichenschrank, damit sie in ihm wichtige und wertvolle Dokumente aufbewahren konnten. Damit war der Grundstein für ein Archiv gelegt, das inzwischen Hunderte von Regalmetern in Anspruch nimmt und mit unzähligen Kostbarkeiten der Regionalhistorie gefüllt ist.

Die aktuelle Bestandsliste umfasst 91 nach Themenbereichen gegliederte Positionen und reicht von A wie Ansichtskarten bis Z wie Zeitungen. Ob es Ortsnamen, Firmen- und Vereinsgründungen, Kirchen, Schulen, Stammbäume, Nachlässe oder allgemeine Informationen zur Geschichte der nördlichen Wesermarsch sind: Wer sich im Archiv des Rüstringer Heimatbundes auf Spurensuche begibt, wird garantiert fündig.

Am besten Termin vereinbaren

Zur Archiv-Arbeitsgruppe des Heimatbundes gehören Jan Bahlmann, Meinert Cornelius, Manfred Kirsch, Hans-Rudolf Mengers, Eckhard Meyer, Heddo Peters, Günther Spandick, Ewald Strahlmann, Otto Thies und Dieter Winkler.

Feste Öffnungszeiten hat das Archiv des Rüstringer Heimatbundes, das sich an der Schulstraße 12 befindet, nicht. Wer dort recherchieren möchte, sollte vorher einen Termin vereinbaren. Entweder mit einem Anruf unter Telefon 269976 oder per E-Mail unter der Adresse archiv@museum- nordenham. 

Zehnköpfiges Team

Das Ordnen und Pflegen des Archivmaterials übernimmt ein Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitern. Chef der inzwischen zehnköpfigen Gruppe ist Heddo Peters. Der frühere Grundschulleiter hat den „sehr spannenden und interessanten“ Job im Jahr 2011 übernommen. Der Esenshammer ist seinem mittlerweile verstorbenen Vorgänger Wolfgang Engelhardt dankbar, dass er schon Ende der 1980er-Jahre damit begonnen hatte, die Bestände neu zu strukturieren und sie durch die Erstellung von Findbüchern besser nutzbar zu machen.

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Die Findbücher sind ein wunderbares Hilfsmittel bei der Recherche. In ihnen sind genaue Hinweise auf alle archivierten Dokumente, Veröffentlichungen, Bücher und Fotografien aufgeführt. Anhand der Signaturen lässt sich schnell ermitteln, an welchem Platz im Magazin die gesuchten Stücke aufbewahrt sind.

In dem Archivgebäude an der Schulstraße 12 stehen dem Heimatbund rund 800 laufende Regalmeter für die regionalhistorische Sammlung zur Verfügung. „Etwa 75 Prozent sind inzwischen belegt“, sagt Heddo Peters, „wir haben also noch ein bisschen Platz.“ Aber weil die Kapazitäten sich allmählich dem Ende nähern, haben die Archivare damit begonnen, den Bestand zu durchforsten und mehrfach vorhandene Schriftstücke auszusortieren.

Der Archivleiter betont, dass die Schätze aus der Vergangenheit für jeden Bürger zugänglich sind. Heddo Peters und seine Mitstreiter bekommen oft Anfragen von Leuten, die sich über die Geschichte ihrer Familie, ihres Wohnortes, ihres Unternehmens oder ihres Vereins informieren wollen. „In den meisten Fällen können wir weiterhelfen“, sagt Heddo Peters. Und das alles ohne Gegenleistung. Die Dienstleistungen der ehrenamtlichen Schatzhüter sind grundsätzlich kostenlos. Allerdings sagen sie nicht nein, wenn jemand eine Spende in die Kaffedose steckt.

Weil der Heimatbund auch das Archiv der Stadt Nordenham betreut, bekommt er finanzielle Unterstützung mit öffentlichen Mitteln. Die Stadt stellt das Gebäude bereit und trägt die Sachkosten.

Seit dem Februar 2005 hat das Heimatbund-Archiv seine feste Bleibe an der Schulstraße gegenüber dem Nordenham-Museum. Davor hatte es in einer regelrechten Odyssee eine ganze Reihe von Standortwechseln durchmachen müssen. Zunächst konnte der Heimatbund ab 1900 in der alten Friedeburg in Atens einen Raum nutzen und dort den AllmersSchrank aufstellen. Um ein Herr wäre der Bestand verloren gegangen, als kanadische und amerikanische Truppen nach dem 2. Weltkrieg die Friedeburg beschlagnahmten. Alles, was die Soldaten nicht gebrauchen konnten, stellten sie auf die Straße. Eben auch die Bücher und Sammelstücke aus dem Archiv. Aufmerksamen Heimatbundmitgliedern gelang es jedoch, den Großteil der Unterlagen zu retten.

Standort-Odyssee

1948 durften die Archivare in die Friedeburg zurückehren. Aber als das Gasthaus 1957 abgebrochen wurde und einem Neubau weichen musste, fing die große Wanderung an. Vorübergehend lagerten die Dokumente in der Hafenschule, in privaten Räumen von Mitgliedern, in der Bücherei, in der Berufsschule an der Jahnstraße, im Rathauskeller, im Dachgeschoss des Nordenham-Museums, im ehemaligen Abbehauser Gemeinderathaus und ab 1995 wieder unter dem Dach des Nordenham-Museums. Dort wurde es irgendwann zu eng für das stetig wachsende Regionalarchiv, so dass die Stadt das eigens dafür hergerichtete Gebäude an der Schulstraße zur Verfügung stellte.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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