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NWZonline.de Region

Ein Musikgenuss der Extra-Klasse

29.02.2016

Nordenham Bei seinem dritten Besuch in Nordenham trifft das Cristin-Claas-Trio auf eine gut gefüllte Jahnhalle. Das versammelte Publikum erlebt am Sonnabend ein Genussprogramm auf allerhöchstem Niveau, an dem es sogar mitwirken darf.

Cristin Claas, die einen beträchtlichen Teil ihrer Moderation singt und damit zu einem besonderen Erlebnis macht, überzeugt mit ihrer wunderschönen Stimme, die sie perfekt beherrscht und vielfältig einzusetzen weiß. Ihre Bühnenpräsenz ist magisch, wenn sie mit kleinen Gesten ihr Publikum dirigiert und orientiert oder während der Songs Kontakt mit ihren Mitmusikern pflegt. Vom zart hingehauchten, schmachtenden Ton bis zu rockigen Gesangsparts, von Jazz-Vocals – allerdings immer auch emotional zum Lied passend und nicht als bloße Tonspielereien – bis zu einer tollen Countrystimme reicht ihr Repertoire.

Sie singt, mit zwei Ausnahmen, nur Kompositionen des Trios. Dabei wechselt sie beständig Stil und Rhythmus, Tempo und Dynamik. Mal geht es sanft und nachdenklich zu, dann wieder rotzig und frech, mitunter auch heftig rockig oder eher mit jazzigen Tönen.

Den Auftakt macht ein Song mit englischem Text, dann folgt bereits der erste auf „Claasisch“. Das ist, wie Cristin Claas unerfahrenen Hörern erklärt, eine frei erfundene Klangsprache, die irgendwie nach Afrika klingt. Entsprechend bedient die Band sich mitreißender Rhythmen.

Als Drittes gibt es eine auf Deutsch gesungene Ballade, die unter die Haut und direkt ins Herz zielt. Immer wieder sieht sich der Zuhörer verleitet, die Augen zu schließen und das Klangerlebnis auf sich wirken zu lassen.

Genuss bis zum Schluss

Steter Wechsel der Stimmungen und Genres sorgt dafür, dass nie ein Moment der Langeweile aufkommt. Das Programm des Cristin-Claas-Trios ist einfach Genuss vom Anfang bis zum Schluss.

Neben der fantastischen Stimme der Sängerin besteht dieser Konzertabend aus exzellenter Instrumentalmusik. Mit Stephan Bormann, einer der renommiertesten Gitarristen Deutschlands mit einem Lehrstuhl für Gitarre an der Universität Dresden, sitzt ein weiteres Juwel auf der Jahnhallenbühne.

Im Verlaufe des Abends zeigt er scheinbar ganz locker, was auf sechs- und zwölfsaitigen Gitarren mit zehn Fingern so alles möglich ist. Effektvolle Rhythmusbegleitung, gefühlvolle Soli, rasend schnelle Läufe, große, dynamische Unterschiede zwischen leicht angeschlagenen und laut und voll klingenden Tönen und Akkorden, Bassbegleitung zu eigenen Melodien – nichts scheint ihm Mühe zu bereiten.

Da bleibt noch ein wenig Zeit zum Singen, da verschwindet das Lächeln, das er seine Freude an dem Auftritt hat, niemals aus dem Gesicht. Bei Duett und Duell mit dem Dritten im Bunde, insbesondere bei einem reinen Instrumentalstück, kann er sich richtig austoben und sammelt immer wieder spontanen Begeisterungsapplaus.

Christoph Reuter komplettiert das Trio. Er ist Pianist und Percussionist – und zwar gern auch mal gleichzeitig. Dabei spielt er mit der Rechten das Piano, während die Linke gekonnt einen Trommelstock bewegt, nutzt er Spielpausen im Klavierspiel zu Ausflügen an Percussionsinstrumente und sitzt den ganzen Abend auf einem Cajon, um es ohne Umbau schnell bedienen zu können. Er ist ein ebenso brillanter Musiker wie seine Kollegen und bereichert das Konzert mit seinem feinen Humor.

Publikum darf mitsingen

Beim Cristin-Claas-Trio kommt die Unterhaltung an erster Stelle, hier wird nicht belehrt oder angegeben. Alles hat ein großes gemeinsames Ziel: mit toller Musik größtmöglichen Genuss bereiten. Gern nimmt das Publikum die Einladungen zum Mitsingen an, zumal es sich, sehr liebevoll angeleitet, nicht blamieren muss. Die allgemeine Begeisterung ist spürbar, als auch noch die zweite Zugabe erklatscht wird.

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