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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ein Portal aus Walknochen im Garten

30.04.2009

BRAKE „Das war der reine Zufall“, erinnert sich Gert Rosenbohm an ein Gespräch mit einem Freund, „weil ich so mitteilsam bin“. Rosenbohm hatte seinem Bekannten erzählt, dass er einem britischen Autoren bei Recherchen für ein Buch über Walknochen geholfen habe. So habe er dem Briten von Walknochen in Hude berichtet, auf die ihn Berufskollegen aufmerksam gemacht hätten. Woraufhin ihm sein Bekannter bestätigte, dass er als junger Mann diese Walknochen selbst gesehen habe.

Von Moos bewachsen

Gert Rosenbohm, der sich seit frühester Jugend für den Walfang interessiert und der im Schiffahrtsmuseum in die Kunst der Walzahn-Bemalung (Scrimshaw) einführt, sieht sich vor Ort um und wird tatsächlich fündig: Moos bewachsen und von der Witterung deutlich gezeichnet, findet er die vier Walknochen noch dort, wo sie einst als Portal den Weg zum hochherrschaftlichen Haus (Villa Bornemann) wiesen.

Etwa 100 Jahre alt

Die Kinnladen stammen vermutlich von einem Finnwal; Rosenbohm schätzt, dass sie etwa 100 Jahre alt sind. Ihren Zustand bezeichnet er als „sehr schlecht und behandlungsbedürftig“. Gleichwohl will er sie auf jeden Fall erhalten. Nach Gesprächen mit Vertretern des Diakonischen Werks, die in dem Anwesen heute ein Seminar- und Tagungshaus betreiben, bekommt Rosenbohm schließlich die Erlaubnis, die vier Knochen mit einer Länge von rund 4,60 Meter in den Fundus des Braker Schiffahrtsmuseums aufzunehmen.

Nun lagern sie in einer Halle im Braker Hafen und sollen konserviert werden. Rosenbohm hat bereits erste Tests gemacht, welche Konservierungsmethode geeignet sein könnte. Aber zunächst müssen sie vom Wasser und allen Keimen, Pilze und Bakterien befreit werden. „Trocknen, trocknen, trocknen“, sei dabei das Allerwichtigste. „Wasser ist das Schädlichste überhaupt“, erklärt Rosenbohm. Die Knochen seien vermutlich jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt gewesen. Allerdings hätten sie auf einem Sockel gelegen, so dass von unten keine Feuchtigkeit hineingekommen sei.

Über Brake nach Hude?

„Wir wollen die Walknochen konservieren, damit die nachfolgenden Generationen auch etwas davon haben“, erklärt Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk das Interesse der Braker an den mächtigen Knochen. Wenn die Konservierung gelingt, dann sollen zwei Knochen vermutlich in die ständige Ausstellung zum Walfang integriert werden. Die beiden anderen sollen nach seiner Vorstellung im Museumsgarten als Portal aufgestellt werden – dann allerdings wettergeschützt.

Nicht nur wegen der Walfänger-Historie findet Gert Rosenbohm, dass die Knochen in Brake einen würdigen Platz gefunden haben. Denn er hält es außerdem für möglich, dass die Knochen, die einst zu repräsentativen Zwecken angeschafft wurden, über den Braker Hafen nach Hude gelangt sind. „Irgendwann haben sich schon mal die Wege gekreuzt“, ist sich Rosenbohm sicher.

Torsten Wewer Elsfleth / Redaktion Brake
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