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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ein Reisekoffer voller Folklore

30.04.2012

BRAKE Wer reist, bringt was mit nach Hause – die einen Muscheln vom Strand und die anderen Kunsthandwerk und Kitsch. Wenn Sibylle Kynast in fremde Kulturen reist, dann bringt sie die Lieder der Länder mit. Sie sammelt Folklore, sammelt die gesungenen und musizierten Geschichten über die Liebe und das Leben, über Freude, verlorene Ehre, Traurigkeit und Enttäuschungen und sie singt sie mit großer Authentizität.

Viele der folkloristischen Lieder haben „Sibylle Kynast & Frajndelech“ am Sonnabend im Central-Theater in ihrem musikalischen Reisekoffer – und der wird stimmungsvoll ausgepackt, zur Freude der leider nur spärlich erschienenen Konzertbesucher. Die genießen jedoch die wandlungsfähige Altstimme und die Begleitung ihrer Mitstreiter: Horst Memmen an der Gitarre, Paul Rudolf am Kontrabass, der Rumäne Sorin Ferat auf der Geige und Buba Camara aus Ghana (Percussions). Mit einer bekannten Melodie steigt Sibylle Kynast in ihr Repertoire ein. Das hat man schon mal gehört? Stimmt: 1968 sang Mary Hopkin den Hit „Those were the days, my friend.“ Sybille Kynast trägt das – eigentlich russische Volkslied – in jiddischer Sprache vor: „Geven a Tzayt“ – die Erinnerung an die Kinderjahre bleiben „bis zum letzten Tanz, bis zum letzten Gesang.“

Ein trauriges Lied hat die Sängerin aus Mexico mitgebracht. „La Llorona“, die „Weinende“ ist dort eine Legendenfigur, sie weint um ihre Kinder, die sie in einem Fluss ertränkte. Nach so viel Melancholie haben sich Publikum und Band ein bisschen Fröhlichkeit verdient: „Einen Taler kostet die Junge, zwei Groschen die Alte, weil ich ein armer Schlucker bin, nehm’ ich die Alte“ heißt die Lebensweisheit im spanischen Andalusien. Der Aufforderung der Sängerin zum Tanz kommt aber keiner nach – Platz wäre genug da. Ihre Lieblingssprache sei das Jiddische, betont die Kynast, aber auch die Songs in Ladino, der Sprache der aus Spanien vertriebenen Sepharden, nimmt in ihrem Repertoire einen breiten Raum ein. Wunderschön im Rumba-Rhythmus: „Addio Querida“. Dann dramatisch wie eine lateinamerikanische Telenovela, das Leid des Gefangenen Nr. 9 in der Todeszelle: „Ich bin ein Mann von großer Ehre, nur Gott wird mein Richter sein.“ Begeisterter Applaus am Ende dieses außergewöhnlichen Konzerts.

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