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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

THEATER: Ein tollkühner Plan ertrinkt in Wein

18.10.2005

FRIEDRICH–AUGUST–HÜTTE Reiner Böning verkörpert den Hausierer Emil. Er füllt die Rolle brillant aus.

von torsten lANGE FRIEDRICH–AUGUST–HÜTTE - Als Hausierer versteht Emil etwas von Hosenknöpfen, Putzmitteln und Rattengift. Wenn es darauf ankommt, kann der reisende Verkäufer aber auch Geschichten von Stockfisch, falschen Hechten und einem Kaktus als Weihnachtsbaum erzählen. Genau auf dieses Talent verlässt sich das Skat-Dreigestirn Fritz, Otto und Siegfried in „De Strohmann“, dem neuen Stück der „Plattdüütschen“.

Der Zuschauer ahnt nichts Gutes, denn Emil verliert bei zunehmendem Weingenuss seine Rollensicherheit. Diese hat sein Darsteller Reiner Böning am Sonntagabend bei der Premiere im „Kasino Friedrich-August-Hütte“ jedoch nicht verloren: Er brillierte in dem plattdeutschen Stück und erwies sich als zentrale Figur der Inszenierung. Die erste Aufführung fand großen Zuspruch, der Saal war ausverkauft.

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„Wenn die Mannslüe mal eine Dummheit machen, dann um zu vergessen, dass ihre Frauen nicht von Pappe sind“, definiert Siegfried (Norbert Pargmann) die Fluchtversuche der drei Skatprofessoren: Jeder für sich reist ein Wochenende zu einem erfundenen ehemaligen Kumpel, den er von seiner Zeit auf Montage zu kennen vorgibt. Doch der Spaß ist für Siegfried und seine Skatfreunde Otto (Manfred Hollander) und Fritz (Michael Schmidt) bald aus: Mit gekonnter verwandtschaftlicher Spionage decken die Ehefrauen (Heidi Winter als Helene, Traute Funk als Luise und Elisabeth Thöle als Klara) die Ausflüge ihrer Männer als Lügengeschichten auf. Eine Einladung des Kumpels zum Sonntagsessen soll endgültig Klarheit bringen. Für die Skatbrüder steht fest: Ein Kumpel muss her. Da kommt ihnen der Hausierer Emil gerade recht als „Strohmann“. Ein dramatischer Sonntag steht bevor.

Denn natürlich kommen die Frauen ihren Männern auf die Schliche, und noch während Emil seine schauspielerischen Fähigkeiten erprobt, naht das eheliche Inquisitionskommando. Wer am Ende die Hosen anhat, ist noch in mehreren Aufführungen im Kasino zu sehen.

Am Ende der Premiere gab es viel Applaus und Blumen für die Darsteller und Regisseur Edgar Steinhaus. Die sechs Eheleute hatte er recht unspektakulär in ihrer Bühnenhandlung gezeichnet – nur Siegfried alias Norbert Pargmann stach aus dem gutbürgerlichen Verhalten der Figuren bisweilen mit witzig-schrillen Tonlagen und Handlungen aus. Die Ehefrauen wirken nicht wie Furien, Otto und Fritz sind mehr gutmütige Pantoffelhelden als Ehe-Revoluzzer. Dadurch konnte Reiner Böning als Emil umso mehr hervorstechen in seiner komischen Rolle, die er bravourös ausfüllte.

Vor Beginn der Premiere begrüßte der Vorsitzende der Niederdeutschen Bühne Nordenham, Gerd Hantke, die Gäste in der neuen Spielstätte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe die Gruppe ihr altes Domizil, die Bühne der Schule Am Luisenhof, verlassen und sich für den großen Schritt zur eigenen Spielstätte entschieden. Bereits im vergangenen Jahr mussten die Niederdeutschen aufgrund der As-

bestsanierung der Schule ins Kasino ausweichen. Auch in diesem Jahr stehen erneut Umbau- und Sanierungsarbeiten in der Schule an. Hantke bedankte sich bei der Schule und ihren Hausmeistern für die jahrelange Zusammenarbeit.

Zugleich kündigte er an, dass auch die Werkstatt und der Fundus nach Friedrich-August-Hütte geholt und der Mietvertrag der alten Turnhalle in Blexen gekündigt werde. Helfer für den Umzug seien der Theatergruppe jederzeit willkommen.

„de strohmann“ kommt noch elf mal

„De Plattdüütschen“ haben noch elf weitere Aufführungen ihres neuen Stücks angesetzt. Der niederdeutsche Schwank in drei Akten von Rudolf Reiner ist erneut zu sehen am Donnerstag, 20., Freitag, 21., Donnerstag, 27., Freitag, 28., und Sonnabend, 29. Oktober, sowie am Mittwoch, 2., Donnerstag, 3., und Freitag, 4. November, jeweils ab 20 Uhr im „Kasino Friedrich-August-Hütte“. Außerdem gibt es drei Nachmittagsvorstellungen, die jeweils um 15 Uhr beginnen: am Sonnabend, 22., und Sonntag, 23. Oktober, sowie am Sonntag, 30. Oktober.

Karten halten im Vorverkauf bereit: Lederwaren Clausen an der Bahnhofstraße 19 sowie Adeline und Horst Krupp, Telefon 7185.

Einen Hol- und Bring-Service bietet zum deutlich vergünstigten Preis das Taxi-Team, Telefon 1234, an.

Drei Skatbrüder

vor dem

ehelichen

Inquisitions-Kommando

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