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Literatur: Eine Autoren-Karriere wie im Märchen

05.04.2017

Waddens Am Drachenmond-Stand auf der Buchmesse in Frankfurt warteten die Fans im Oktober vergangenen Jahres bis zu zwei Stunden lang, um sich von der hochkarätigsten Autorin des Leverkusener Verlags ein Buch signieren zu lassen oder ein Selfie zu machen. Das sei überwältigend gewesen, sagt Julia Adrian. Und ein bisschen verrückt. „Ich bin doch nur die Julia aus dem Dorf, Hausfrau, Mutter, Nachbarin.“

Die 26-Jährige stapelt tief, denn sie ist viel mehr als das. Mit ihrer Buch-Trilogie „Die dreizehnte Fee“ mischt die junge Frau aus Waddens die Märchen- und Fantasy-Szene auf. Die drei Bücher, von denen das erste im April 2015 noch im Selbstverlag erschien, haben sich inzwischen mehr als 50.000 Mal verkauft.

Julia Adrian stammt aus Bad Godesberg. Mit sechs Jahren kam sie nach Butjadingen, besuchte die Zinzendorfschule, machte dort 2011 ihr Abitur. Da war ihr ältester Sohn Petros schon auf der Welt. Und nicht zuletzt der heute Sechsjährige war es, der Julia Adrian zum Schreiben brachte, genauer: zum Schreiben von Märchen für Erwachsene.

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„Seit ich schreiben kann, schreibe ich auch Geschichten“, sagt Julia Adrian. Dass sie jemals eine professionelle Autorin werden und Bücher veröffentlichen würde, hatte sie sich indes noch nicht mal träumen lassen, als der erste Teil der „Dreizenten Fee“ sich schon im Entstehungsprozess befand. Als Petros noch kleiner war, hat Julia Adrian ihrem Sohn jeden Abend aus Märchen vorgelesen. Und Petros fragte ihr jedes Mal Löcher in den Bauch: Warum ist die Hexe so böse? Wohin gerät sie, nachdem sie im Ofen gelandet ist?

Julia Adrian war um Antworten nie verlegen – sie dachte sie sich einfach aus. Und dabei reifte in ihr die Idee, selber ein Märchen zu schreiben, dabei bekannte Märchenfiguren aufzugreifen und deren dunkle Seite herauszuarbeiten. Die dreizehnte Fee, die aus einem tausendjährigen Schlaf erwacht, ist an Dornröschen angelehnt. Für ihre zwölf Schwestern, die sie in diesen Schlaf versetzt haben und an denen sie sich nun rächen will, standen andere Märchenfiguren Pate.

Noch während sie am ersten Band schrieb, schloss Julia Adrian sich Autorengruppe im sozialen Netzwerk Facebook an, bekam dort viele wichtige Tipps und brachte schließlich im Selbstverlag „Erwachen“, den Auftakt ihrer Trilogie, heraus. Ungefähr zur gleichen Zeit war der Drachenmond-Verlag auf der Suche nach einem neuen Zugpferd und wurde auf die Waddenserin aufmerksam. Im Oktober 2015 erschien „Erwachen“ in dem Leverkusener Verlag zusammen mit Teil 2, „Entzaubert“. Im August 2016 folgte Teil 3, „Entschlafen“. Und so richtig durch die Decke ging die Trilogie, als Internet-Riese Amazon sie als E-Books in seine Kindle-Bibliothek aufnahm.

Julia Adrian ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Wie schafft sie es da, ganz nebenbei noch eine erfolgreiche Buch-Autorin zu sein? Mit viel Disziplin. Thriller-Bestsellerautor John Grisham hat einmal gesagt, dass er sich das Ziel gesetzt habe, am Tag 1000 Wörter zu schreiben. So hält es auch die Waddenserin, die gerade an ihrem nächsten Erwachsenen-Märchen arbeitet. Es wird „Winters zerbrechlicher Fluch“ heißen. Im August soll die Cinderella-Adaption erscheinen; das Buch-Cover ist schon fertig. Außerdem in Planung ist eine 20-Jahre-danach-Fortsetzung der „Fee“- Trilogie, die im Übrigen als Hörbuch erscheinen wird.

Dienstagabend hat Julia Adrian, die manchmal das Gefühl hat, in zwei Welten zu leben, zum ersten Mal in Butjadingen gelesen: in der Stollhammer Gemeindebücherei. Das sei schon ein wenig befremdlich gewesen, „wie Limonade verkaufen vor der eigenen Haustür“ , sagt die Erfolgsautorin – die daheim in Butjadingen doch eigentlich nur Nachbarin und Mutter ist.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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