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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Verabschiedung: Einen Meilenstein hinterlassen

16.12.2011

FEDDERWARDERSIEL Trotz ihrer nur einjährigen Tätigkeit in Fedderwardersiel werde sie Spuren eines erfolgreichen Engagements und sogar einen Meilenstein in der Geschichte des Nationalparkhauses und Museums Butjadingen hinterlassen. Dr. Johanna Prinz, zum Jahresende scheidende Leiterin des Hauses am Sieler Kutterhafen, wurde jetzt mit viel Lob und Anerkennung verabschiedet.

„Dieser Abschied stimmt uns traurig“, sagte Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg bei der Zusammenkunft im Nationalparkhaus und Museum. Er erinnerte an den forschen, erfrischenden und überzeugenden Auftritt von Johanna Prinz bei ihren Vorstellungsgesprächen, die damit die Hoffnung auf den Beginn einer längeren Zusammenarbeit geweckt hatte.

Alles Jammern helfe aber nicht, denn man müsse die Entscheidung von Johanna Prinz akzeptieren, machte das Gemeindeoberhaupt deutlich. Die 33-jährige Diplom-Biologin verlegt ihren Lebensmittelpunkt aus persönlichen Gründen nach Lübeck. Dort will sie sich im Bereich „Naturvermittlung“ selbstständig machen. Ihre Nachfolgerin ist Friederike Ehn (die NWZ  berichtete).

In dem einen Jahr, in dem Johanna Prinz das Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel geleitet hat, sei viel passiert, machte Rolf Blumenberg deutlich. Als herausragendes Ergebnis nannte er die jetzige offizielle Registrierung des Hauses als anerkanntes zertifiziertes Museum. Weniger als zehn Prozent der Museen in Deutschland könnten ein solche Zertifikat nachweisen, unterstrich der Bürgermeister die Bedeutung der Registrierung als Qualitätsnachweis.

Nach Ansicht von Rolf Blumenberg sei es der scheidenden Hausleiterin auch sehr gut gelungen, die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Einrichtung „bei Laune zu halten“ und erfolgreich in die Arbeit einzubinden. Johanna Prinz gebühre ein großer Dank für ihr großes Engagement. Sie sollte Fedderwardersiel als eine Perle in gute Erinnerung behalten.

Worte des Dankes überbrachten auch Vorsitzende Dr. Marlene Laturnus für den Förderkreis Museum Butjadingen und Dr. Timothy Saunders für den Museumsverbund in der Wesermarsch. Dessen Zusammenarbeit habe Johanna Prinz mit ihrer offenen und erfrischenden Art bereichert.

Ähnlich argumentierte auch Peter Südbeck, Leiter der Niedersächsischen Nationalpark-Verwaltung. Die Zusammenarbeit mit Johanna Prinz habe viel Spaß gemacht, zumal sie auch neue Gedanken mit eingebracht habe. Dass bei der Zertifizierung des Fedderwardersieler Hauses das Nebeneinander seiner beiden Zweige „Nationalparkhaus“ und „Museum“ positiv bewertet wurde, betrachtet Peter Südbeck als eine Belebung der Verbindung zwischen Kultur und Natur. Dazu habe auch Johanna Prinz einen großen Beitrag geleistet. „Wir sind froh, Sie hier gehabt zu haben“, dankte Südbeck der scheidenden Leiterin.

Abschied nahm Dr. Johanna Prinz als Leiterin des Nationalparkhauses und Museums in Fedderwardersiel mit ein für diese Tätigkeit und Region völlig ungewöhnliches Thema. „Aus dem Tagebuch einer Affenforscherin“ lautete der Titel ihres recht humorvollen Bildervortrages. Er gab einen Einblick in die Forschungsarbeit für ihre Doktorarbeit, für die sie im Zoo Schwerin das Spielverhalten Gehaupter Kapuzineraffen (Cebus apella) untersucht hatte. Mit ihrer Studie trug die Diplom-Biologin dazu bei, dass das zuvor lückenhaft dokumentierte Spiel der Kapuzineraffen unter anderem durch eine Kategorisierung der Spielelemente mit 27 Kategorien und 52 Varianten sowie durch die Feststellung, dass junge mehr als alte Tiere spielen, neu definiert werden konnte.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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