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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Einfacher, klarer und emotionaler

09.02.2010

BLEXENBLEXEN Nicht häufig ist hierzulande Musik zu hören, die zwischen dem Barock und der Klassik gespielt wurde. Bereits Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788) wandte sich als Komponist sehr schnell von dem polyphon differenzierten und komplexen Stil seines Vaters Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) ab, um einfacher, klarer und vor allem emotionaler, dem Gefühl der Zeit entsprechend zu komponieren. Originale InstrumenteDas Bremerhavener Ensemble La Bergamasca präsentierte am Sonnabend in der St.-Hippolyt-Kirche auf ihren Original- oder in der Tradition nachgebauten Instrumenten ein klanglich und stilistisch interessantes Konzert. Unter der Leitung der Kreiskantorin Eva Schad am Cembalo spielten Martin Jopp und Konstanze Winkelmann an den Barockviolinen sowie Claas Harders an der Viola da Gamba. Die rund 50 Zuhörer genossen es und applaudierten dem Ensemble und dem Organisator Stefan Tönjes. Zunächst stand das dreisätzige Trio G-Dur, Wendt Nr. 63, von Carl Heinrich Graun (1704 bis 1759) auf dem Programm. Der von Carl Philipp Emanuel Bach beeinflusste Kirchen- und Opernkomponist ließ in dem ersten langsamen Satz, dem Adagio, die beiden Violinisten gefühlvoll miteinander dialogisieren. Das Cembalo, ebenso die Viola da Gamba, teilten sich die diesem Gespräch teilhabende Basso- Continuo-Begleitung, indem das Cembalo die rhythmisch meist gleich gehaltenen ruhigen Akkordfolgen und die Viola da Gamba die entsprechend gehaltene Bassstimme zu spielen hatte. Trotz dieser klar zugewiesenen Funktionen der Instrumente ergaben sich im Laufe des gesamten Werkes mal melancholisch anmutende, mal temperamentvolle, durch Verzierungen übermütige Passagen, die dem höfisch geprägten Lebensgefühl der Zeit entsprachen. In dem Rondo Nr. 1 in A- Dur aus der IV. Sammlung von Sonaten, freien Fantasien und Rondos für Kenner und Liebhaber von Carl Philipp Emanuel Bach führte Eva Schad auf ihrem eigens mitgebrachten Cembalo die charakterlich und an virtuosen Stellen reichhaltig bedachten Facetten lebendig vor.Interessant, als stilistischen Rückblick betrachtet, wirkte die Sonata in C-Dur, BWV 529, in einer Bearbeitung der Triosonate für Orgel des barocken Altmeisters Johann Sebastian Bach. In voller Besetzung imitatorisch, durch immer wieder durch alle Stimmen fließende Stimmen getrieben, ergab sich hier ein typisch barockes, sehr lebendiges Geflecht von einzelnen Stimmen. Eher näselndRuhig, fast meditativ wirkte dagegen die bekannte Suite für Violoncello solo, Nr. 1 in G-Dur, BWV 1007, die ebenfalls von Johann Sebastian Bach geschrieben wurde. Den besonderen Reiz neben der feinfühligen und intensiven Interpretation von Claas Harders erhielt diese Aufführung durch das Spiel auf der zeitgenössischen siebensaitigen Viola da Gamba. In der Tiefe sonor und voll und in der Höhe obertonreich, eher näselnd klingend, gab dieser besondere Klang dieser Aufführung eine eigene Dimension.Den Abschluss des gut anderthalbstündigen Konzerts bildete ein zweites Stück von Carl Heinrich Graun, das Trio in D- Dur, Wendt Nr. 34.

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