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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Einmal selbst Kurator sein

03.07.2017

Ovelgönne Eine Ausstellung im Museum sehen die allermeisten Besucher natürlich erst, wenn sie komplettiert und perfektioniert ist. Einen Blick hinter die Kulissen kann man nun mit dem Spiel „Dinge des Lebens“ werfen.

Die Hauptrolle „spielt“ hier das Handwerksmuseum Ovelgönne. Sichtlich stolz darauf ist Museumsleiterin Susanne Schlechter: „Es ist allerliebst! Für uns vom Museum ist es toll, da wir die Gegenstände aus der Ausstellung auf den Karten entdecken.“ In den LEB-Spielewerkstätten Ganderkesee wurde das Spiel unter Leitung von Edgar Ruhm entwickelt. Die Idee entstand vor knapp drei Jahren.

Holzwurm frisst Zeit

Die „Dinge des Lebens“ soll die komplexen und vielfältigen Vorgänge in einem Museum begreifbar machen. Man spielt nicht gegeneinander, sondern als Museumsteam zusammen gegen die Zeit. Bis zur Ausstellungseröffnung müssen die Spieler mit etlichen unvorhergesehenen Ereignissen kämpfen. Ob das nun ein Holzwurmbefall ist, der einige Objekte in die Quarantäne verbannt oder eine große Besuchergruppe, beides frisst viel Zeit. Andere Zeitkarten sind beispielsweise Stromausfall, Einbruch oder Überschwemmung.

Auf 82 Kärtchen sind Ausstellungsstücke aus dem Handwerksmuseum zu sehen – und sie sind alle handgezeichnet. Ingo Barrelmann hat die Wände im Museum abfotografiert und zu Hause mit Buntstiften kleine Kunstwerke kreiert. „Es hat unendlich viel Spaß gemacht“, findet der Zeichner. Eine dicke Mappe fasste alle Zeichnungen zusammen. Sabine Runge hat sich dann an das Layout gemacht, sie kümmerte sich um eine erste Version und erstellte Druckvorlagen.

Zu sehen sind neben dem Stangenbohrer die Schabeglocke eines Schlachters, eine Schusterkugel oder der Zirkel eines Stellmachers. Zahlreiche Gegenstände könnten jungen Menschen heutzutage nicht mehr viel sagen. Aber auch darum gehe es, findet Susanne Schlechter. Es ist ein Anreiz, die Gegenstände und das Museum kennenzulernen. Es gibt Karten aus acht Ausstellungsbereichen, darunter Weben&Spinnen, Apotheke, Schuster oder Hausfrau.

Aller Anfang ist schwer

Aber nicht nur die Gegenstände hat Ingo Barrelmann mit viel Hingabe gezeichnet, sondern auch die markante Tür des Museums auf der Kartenrückseite oder die Personenkarten. Zum Beispiel Museumsleiterin, Kurator, Archivarin, Restaurator oder Vorstand des Museumsvereins.

Allerdings muss man das Handwerksmuseum in Ovelgönne nicht kennen, um das Spiel spielen zu können, sagt Susanne Schlechter.

Spielregeln kurz und knapp

Ein Startspieler wird bestimmt. Er teilt an jeden Mitspieler sechs Objektkarten und eine Personenkarte aus. Diese Karten werden offen vor sich auf den Tisch gelegt.

Die Spieler haben die Aufgabe, gemeinsam acht Ausstellungen mit den Objektkarten zu organisieren. Diese sind durchnummeriert und müssen in aufsteigender Form ausgelegt werden.

Wenn der Spieler ein Objekt nicht auslegen will, muss eine Zeitkarte gezogen werden. Die eine oder andere hält unangenehme Überraschungen parat.

Es wird solange aus der Hand gespielt, bis kein Spieler mehr über eine Karte verfügt. Das Spiel endet, wenn alle Ausstellungsreihen in richtiger Reihenfolge ausgelegt sind oder wenn der Zeitkartenstapel aufgebraucht ist. Im ersten Fall haben die Spieler gewonnen, im zweiten verloren.

Noch sind die Spielregeln vorläufig. Es kann sein, dass noch kleine Fehler auftauchen – Änderungsvorschläge werden noch eingearbeitet.

Einen Anfang für den Spielmechanismus zu finden war gar nicht so leicht: „Wir waren händeringend auf der Suche, die Idee zum Spiel war da, aber der Mechanismus fehlte“, meint Erfinder Edgar Ruhm.

Und da kam Wolfgang Schön „ins Spiel“. Er ist Hobby-Spieleentwickler aus Oberhammelwarden. „Die meisten Ideen kamen ja von Herrn Ruhm“, sagt der Rentner und schmunzelt. „Aber ohne diese Idee wäre es nichts geworden“, entgegnet der Kollege dankend.

Und wo es draußen gerade ohnehin regnerisch und kühl ist, lädt das Wetter geradezu zum Probespielen ein. Einige Mitglieder des Museumsvereins haben mit dem Entwickler Edgar Ruhm den Prototyp unter die Lupe genommen.

Noch viel Arbeit

Zwar ist das Museums-Spiel schon weit entwickelt, nun läuft aber erstmal die Testphase.

„Gerade die die Spielanleitung ist noch nicht ganz fertig. Manchmal wird man ja betriebsblind“, sagt Ruhm und lacht. Änderungsvorschläge sind gerne gewünscht. Seien es Schriftzüge oder falsche Wörter. Auch der Titel ist bislang nur vorläufig. Nach fast drei Jahren Entwicklungszeit hängt noch eine ganze Menge Arbeit dran.

Tonia Hysky Redakteurin / Politikredaktion
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