• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Traummänner und pünktliche Aliens

16.09.2019

Elsfleth „Toller als der Kölner Karneval!“ Dieses Kompliment eines Elsflether Zaungastes traf den diesjährigen Festumzug zum 186. Krammarkt auf den Punkt. Die alljährliche Frage „Ist der Festumzug an Fantasie, Farbenpracht und Ideenreichtum überhaupt noch zu toppen?“ konnte in diesem Jahr mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet werden.

Auf dem Parkplatz an der Stadthalle war am frühen Samstagnachmittag viel Zeit für die Schaulustigen, sich das kunterbunte Treiben anzuschauen und mit den Besatzungen der 18 Festwagen auf ein gutes Gelingen anzustoßen. Einziger Wermutstropfen: die Anzahl der Fußgruppen wird von Jahr zu Jahr kleiner. Umso schöner, dass diesmal wenigstens noch eine Fußgruppe die Schlenderfahne hoch hielt und sich zwischen den schweren Zugmaschinen behauptete.

Einen listenreichen Kompromiss zwischen Festwagen und Fußgruppe hatte der Förderverein Schwimmbad gefunden: Die Besatzung im nachgebauten „Schwimmbecken“ verzichtete auf einen Trecker und bugsierte ihr „Bad“ per pedes durch Elsfleths Straßen.

Auch die derzeit marode „Gorch Fock“ feierte als strahlend weißer und intakter Musikdampfer fröhliche Auferstehung und die aktuelle soziale Situation – nicht nur in Deutschland – nahm das E-Team kritisch aufs Korn: Tugenden wie Toleranz, Treue, Respekt und Großzügigkeit wanderten in einen überdimensionalen Schredder, was unten übrig blieb, waren Angst, Gewalt, Hass und Rücksichtslosigkeit.

Dennoch: Liebe ist, wenn zwei heiraten – das Prinzip Liebe (in rosaroten Farben) war Thema des Brautwagens, während der Wagen des DRK Wesermarsch das „multinationale Ehrenamt“ in den Vordergrund stellte. Begrüßt wurden die Gäste des „FC Intus“ aus Bad Promille und die intergalaktischen Aliens, die zum Krammarkt eine Punktlandung vollzogen hatten, fühlten sich auf dem Planeten Erde sehr willkommen. Es gab bunte Meerjungfrauen, die ihren Neptun und einen schicken Taucher in die Tiefe lockten, und „R.I.P.“ hieß beim Schützenverein Oberhammelwarden der Abgesang auf das verschwundene Schützenfest. Der Saloon auf Rädern hatte Platz für leichte Mädchen und schwere Jungs, die Landjugend feierte unterm Reetdach und machte Werbung für das kommende Jubiläum. „Werners Dream Team“ erinnerte an die „Goldenen Zwanziger“ mit Federboas und Perlenketten und schicke Bordsteinschwalben huldigten auf dem Festwagen der „Mutter aller zweifelhaften Etablissements“.

Rosa, unschuldig und sehr süß präsentierte sich das „Candy“-Völkchen vom Bürgerverein Hammelwarden-Lienen; wie man das ganze Jahr über feiert, wusste am besten die Gemeinschaft Fünfhausen. Das Motto für alle Elsflether hatten sich Ratsmitglieder auf ihre Fahne geschrieben: Gemeinsam sind wir stark.

So wurde der Festmarsch wieder einer der Höhepunkte des Krammarkts, in den Vorgärten hatten es sich ganze Familien gemütlich gemacht, man sparte nicht mit Beifall, Verbrüderungen (und Verschwesterungen) wurden mit Hochprozentigem beschlossen und begossen.

Pünktlich zu Elsfleths 5. Jahreszeit gab es nach den langen Straßenbauarbeiten kein Hindernis mehr: der Festmarsch mit dem Fanfarenzug „Vorwärts“ nahm den gewohnten Weg und endete traditionell am Festplatz am Hunteufer.

Bürgermeisterin Brigitte Fuchs begrüßte nach der offiziellen Eröffnung im voll besetzten Festzelt zahlreiche Ehrengäste und machte den Teilnehmern des Umzugs ein dickes Kompliment: „Alle haben sich unwahrscheinlich viel Mühe gegeben“. Auch die Festwagen-Jury hatte genau hingeschaut und sich Notizen zur Punktevergabe gemacht.

Im Festzelt wurde die Bürgermeisterin bei der Siegerehrung vom Elsflether Nachwuchs Amelie, Josefine und Lennart unterstützt. Der erste Preis ging an „Werners Dream Team“, Platz 2 an die (intergalaktischen) Zwerge, zwei dritte Preise teilten sich der Förderverein Schwimmbad und das E-Team. Die Plätze fünf bis zehn wurden ausgelost.

Dank richtete die Bürgermeisterin an die Elsflether Firmen, die 2000 Euro (Gutscheine und Fahrchips) für die Elsflether Jungs und Deerns gespendet hatten. Und so ging der erste Abend des 186. Elsflether Krammarkts zu Ende: Trubel im Festzelt, eine Bombenstimmung und späte Heimkehr der feierwütigen Elsflether.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.