• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Unerschöpflicher Fundus an fiesen Sticheleien

21.05.2019

Elsfleth „Du kannst mich mal….!“ Diese Aufforderung ergänzt das Trio ChanSong im Heye-Saal keinesfalls mit dem Zitat, das Goethe dem „Götz von Berlichingen“ in den Mund legte. Gabriele Banko, Rüdiger Engel und ihre Pianistin Monika Arnold haben ein anderes Anliegen, sie wünschen sich „Du kannst mich mal… besuchen!“. Diesem Wunsch sind die Gäste des Kulturvereins besonders gerne nachgekommen, immerhin ist die hinreißende Diseuse Banko zum dritten Mal in Elsfleth Gast des Kulturvereins und mit Rüdiger Engel und Monika Arnold hat die Bremerin adäquate Partner gefunden, die ihr Publikum mit einem Repertoire aus Chansons, Couplets und Schlagern, mit Gedichten und Anekdoten verzaubern. Die stimmliche Bandbreite der Banko ist bemerkenswert, sie kann alles von keck bis forsch, von schüchtern bis erotisch und Rüdiger Engel ergänzt seine Songs mit schauspielerischer Attitüde – zusammen sind sie ein perfektes Duo.

Lieder und Texte können Gabriele Banko und Rüdiger Engel aus dem schier unerschöpflichen Fundus großer Namen schöpfen: der Wiener Schmäh des Georg Kreisler, die Berliner Schnoddrigkeit des Friedrich Hollaender und die feinsinnig-ironischen Texte Werner Schneyders und Robert Gernhardts haben nichts von ihrer Aktualität verloren.

Heiratet eine Frau einen Mann, hofft sie, dass er sich verändert; heiratet ein Mann eine Frau, hofft er, dass sie so bleibt, wie sie ist. Und in Zeiten sich häufender Zwiste fragt sich „Mann“: Muss ich ein Leben lang mit einer Frau zusammen leben, die ich mir vor Jahren in einer Phase testosterongesteuerter Zwangshandlungen ausgesucht habe? Darauf hat Gabriele Banko mit ihrer sinnlichen Altstimme nur eine Antwort parat: „Illusionen“, das Lied der legendären Sängerin Alexandra kommt melancholisch ähnlich daher.

Sind die Illusionen endlich eingetütet, dann kommt’s oft, wie es kommen muss, hat Georg Kreisler herausgefunden, als er sein Couplet „Mein Weib will mich verlassen“ zu Papier brachte. Leider erweist sich die Freude des verlassenen Ehemanns, der sich händereibend auf die künftige Freiheit ohne Weib freut, nur als ein Traum.

Wenn sich Mann und Frau tief in die Niederungen der Streitkultur hinab lassen, helfen auch keine Schokoriegel und keine in rosa Glanzpapier verpackten Kirschpralinen, dann hilft nur noch der ultimative Rat: „Ergibt sich die Gelegenheit zum Seitensprung – greif zu!“

Bleiben dann nur noch die Erinnerungen an der „Liebe schönste Zeit“? (Erich Kästner), denn „Aber schön war es doch!“(Hildegard Knef) oder geht noch was, so wie es sich Kurt Tucholsky wünschte: „Ach, lege deine Wange an meine Wange!“

Abschied hin oder her: Georg Kreisler hat es auf den Punkt gebracht: Auch wenn Frau nicht kochen, lesen, singen oder gar denken kann, es bleibt dabei: „Sie ist ein herrliches Weib!“

Dem ist an diesem Abend mit dem charmanten Trio nichts hinzuzufügen – bis auf die Zugaben, versteht sich.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.