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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Von kleinen Tässchen und großen Kannen

11.09.2018

Elsfleth Könnten Steine sprechen, diese Gründerzeitvilla, erbaut im Jahr 1896, hätte viel zu erzählen. Ob das imposante Gemäuer an der Elsflether Oberrege in ferner Zukunft berichten wird, dass es an einem sonnigen Septembersonntag des Jahres 2018 von über 700 Gästen besucht wurde – wer weiß das schon?

Fest steht, dass das alte, aber liebevoll gepflegte Anwesen – sturmerprobt und erdverwachsen – den Ansturm der Besucher meisterte. Und das ist vor allem der Familie Hayen und den Frauen des Kreislandfrauenverbandes Wesermarsch zu verdanken. Die Kreislandfrauen und viele weitere Ausstellerinnen der Leihgaben konnten am Sonntag zur Eröffnung der Porzellanausstellung mit Fug und Recht behaupten, sie hätten nicht mehr „Alle Tassen im Schrank“.

Zum „Tag des offenen Denkmals“ stellten Heike und Henning Hayen erstmals ihren Hof, der sich durch markante Details aus der Gründerzeit auszeichnet, vor und die Kreislandfrauen verschönten die imposanten Räume mit einer Porzellanausstellung: Exponate aus vergangenen Jahrhunderten bis hin in die Neuzeit, die über 700 Liebhaber alten Porzellans ins Staunen versetzten. Umrahmt wurden die historischen Schätzchen von liebevoll arrangierten Blumengestecken, Etageren, Tafelaufsätzen und festlichen Silberleuchtern. Die Dekoration: eine Meisterleistung, kreiert von den Kreislandfrauen.

Wer weiß schon, dass das beliebte Puppengeschirr „Hahn und Henne“ aus der Zeller Keramikmanufaktur schon seit 100 Jahren von Kindern und Erwachsenen geliebt wird? 150 Teile umfasst das beliebte Geschirr mit dem Federvieh, dazu sind bis heute bis zu 200 Accessoires – vom Brotbeutel bis zum Topflappen – zu kaufen.

Ganz entzückend war ein Mokkageschirr, das im Jahr 1927 die Damen des „Kränzchens Frohgemut“ als 1. Preis der Siegerin im „Konkurrenzfahren für Damen“ stifteten. Und wer anno damals etwas auf sich hielt, trank Tee nur aus zarten und farbenfroh dekorierten Tassen aus Japan oder China.

Dennoch: „Es muss nicht immer hauchfein sein“, hatte in den 60er Jahren der Elsflether Kapitän Arno Maasland befunden, als er seine Familie nach der Fernostreise mit einem rustikalen Teeservice beglückte. „Die Größe macht’s“ suggerieren die Riesenkaffeekannen der Thüringer Rauensteinmanufaktur. „Mit diesen Kannen gingen die Mägde damals aufs Feld, um die Feldarbeiter mit Kaffee zu versorgen“, wusste die Kreislandfrau Bärbel Suhr zu berichten.

Ganz in Gold imponierte ein Mokkaservice neueren Datums. In den 60er Jahren hatte eine Moorriemerin das Ensemble bei einem Preisausschreiben des Bremer Kaffeerösters Jacobs gewonnen. Ob Meissen oder KPM, Fürstenberg, Tirschenreuth oder „unbekannt“ – um die Ausstellungsstücke vor allzu handfestem Zugreifen zu bewahren, hatten die Organisatorinnen jeden Porzellan – oder Keramikstempel abfotografiert und neben den Exponaten aufgestellt.

Gut aufgestellt zeigte sich auch das Rahmenprogramm auf dem Außengelände der Villa und in der großen Scheune – ausgeschmückt wurde sie von Sylke Menger. Die Elsflether, Altenhuntorfer und Moorriemer Landfrauen verwöhnten die Gäste mit einem großen Kaffee- und Kuchenbüfett, Platz war auch für Kunsthandwerk und duftende Seifen, für stimmige musikalische Begleitung sorgte die Gruppe „Seewind“.

Am frühen Morgen hatte die Vorsitzende der Kreislandfrauen, Ute Cornelius, die Gäste begrüßt, darunter Vertreterinnen des Landesvorstands der Landfrauen und der Schirmherr der Ausstellung, der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. Thümler überreichte dem Ehepaar Hayen die neu gestaltete Plakette des Landesamtes für Denkmalschutz, eine weitere Plakette ging an das Haus Elsfleth des Schiffahrtsmuseums der Unterweserhäfen.

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KPM | Kreislandfrauen | Tag des offenen Denkmals

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