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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Erst schweigen, dann beten

05.04.2017

Lemwerder Schirme oder Fackeln waren völlig überflüssig: Auf einen derart traumhaften lauen Abend hatte bei den Planungen des ersten ökumenischen Lemwerderaner Kreuzwegs niemand zu hoffen gewagt. Mehr als 20 Männer und Frauen fanden sich im evangelischen Gemeindehaus ein. Von dort begann die aus 14 Stationen bestehende „Pilgerreise“.

Von Macht, die auf Einschüchterung und Unterdrückung zielt, um die Angst vor dem Kaiser, Hass auf die jüdische Bevölkerung und von manipulierten Massen handelten die kurzen Texte, die die Lektoren unter dem schweren, aus rohem Holz gezimmerten Kreuz verlasen.

Bevor es dann schweigend mit dem Kreuz von Station zu Station weiterging, wurde jedes Mal ein Gebet gesprochen und ein Lied gesungen – damit endete das Innehalten an jeder Station. Neben den biblischen Texten von der Verurteilung Jesu bis zur Grablegung wurde an jeder Station ein Bezug zur aktuellen Lage hergestellt.

Vom Eine-Welt-Laden über die Terrasse und durch den Jugendraum führten die 14 Stationen zur Heilig-Geist-Kirche, in der der Kreuzweg vor dem Altar und mit Worten von Pastor Norbert Steffen endete.

Im katholischen Gemeindehaus hatten die Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirchenkreise für einen Imbiss gesorgt, bei dem der Kreuzweg bei angeregten Gesprächen ausklang.

Für Gerda Menzel, Mitglied der Heilig-Geist-Gemeinde, gehört der Kreuzweg zur österlichen Vorbereitung. Ihr Sohn Till, der mit 20 Jahren der jüngste Teilnehmer war, genoss besonders die Stille.

Auch für Marion Materny ist die katholische Tradition ein Bestandteil der Fastenzeit. Sie genoss die Ökumene und könnte sich vorstellen, den Kreuzweg vielleicht eines Tages über öffentliche Plätze in der Gemeinde auszudehnen.

Weitgehend neu war die Teilnahme dagegen für die meisten Mitglieder der evangelischen Kirche. Warum wird Ostern gefeiert? Welches Opfer hat Jesus damals gebracht?

Viel geht im Alltag verloren, machte sich Christel Krapp-Heckers so ihre Gedanken. Sie würdigte den Mut, aus der Masse herauszutreten und nicht einfach Mitläufer zu sein. Für die vielfältig ehrenamtlich engagierte Lemwerderanerin war es der erste Kreuzweg, an dem sie teilnahm. Das Schweigen während des Marsches hat ihr gut gefallen.

Erschreckend fand eine andere Teilnehmerin, dass nichts aus den 2000 Jahre alten Fehlern gelernt wird. Alles wiederhole sich, man müsse sich nur umschauen, bedauerte sie.

Beim nächsten Kreuzweg wieder mitgehen wollte auch eine andere Dame, die ihre Gedanken während des Schweigemarsches überallhin schweifen ließ.

Mit wenig Aufwand wurde eine wunderschöne Atmosphäre geschaffen, so das Fazit von Pastor Jochen Dallas. Besonders beeindruckte ihn, dass das Schweigen direkt neben dem pulsierenden Leben des Kreta-Grills so gut klappte. Genau wie alle anderen Teilnehmer kann auch er sich einen erneuten Kreuzweg durch Lemwerder vorstellen.

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