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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Falsche ,Dora‘ gewinnt die meisten Sympathiepunkte

20.02.2007

MOORDORF MOORDORF - Wenn der „Matjes“ drei Mal läutet, dann hebt sich der Premierenvorhang in Garlichs Gasthof. Ob die „Moordüvels“ ihn auch singen lassen, wie es der Titel des heiteren Dreiakters verspricht, das wird sich auf der Bühne in den nächsten zwei Stunden zeigen. Es wird sich auch zeigen, warum die Truppe aus ihrer Besetzungsliste ein Geheimnis gemacht und was Autor Konrad Hansen mit dem Titel „Een Matjes singt nich mehr“ eigentlich gemeint hat. „Veel Pläseer“ wünscht jedenfalls „Moordüvel“ Jens Cordes in seiner kurzen Begrüßungsansprache, und dann ist der Blick frei auf ein wüstes Tohuwabohu in einem grundbürgerlichen Wohnzimmer.

In dieser guten Stube tummeln sich in der Folge allerlei skurrile Typen in einem ebenso skurrilen Plot, wo Schein und Sein kräftig durcheinander gewirbelt werden. Das Stück könnte auch heißen: „24 Stunden im Leben des Hansi Semmelhack“ (Tim Schröder – immer kurz vorm Verzweifeln) und die haben es in sich. „Hansi“, Prokurist im Fischhandel seines künftigen Schwiegervaters Oswald Schuppenhauer (Torsten Wester – mit Talent zum Komiker), will dessen leicht angejahrte Tochter Gudrun (Nicole Speckels stets auf Zickenalarm) freien. Da kommt es gar nicht gut, wenn nach der durchzechten Junggesellenabschiedsfete eine knusprige Deern (Jana Diers als kecke „Dele“) auf seinem Sofa aufwacht. In das Drama um die recht flaue Leidenschaft des späten Pärchens „Hansi“ und „Gudrun“ mischen sich der als Reporter getarnte Detektiv „Rudi Lehmkuhl“ (Tobias Speckels), der singende Klempner „Klaus Büssenschütt“ (Günther Heidemann als Heino-Verschnitt sehr hörenswert), der kleptomanische Pseudo-Butler „George“

(Hergen Köster köstlich wie Freddie Frinton) und „Hansis“ Mutter „Paula Semmelhack“ (Steffi Diers plietsch und bodenständig) ein.

Aber eine Person fehlt noch und die lüftet das Geheimnis der Besetzungsliste: mit Jubel begrüßt das Publikum den Auftritt der „Dora Schuppenhauer“ – Timo Diers als Vollweib mit rotem Kuss-Mündchen, mit hammerharter Dauerwelle, Blüschen, Faltenrock und Pumps. Dass die „Moordüvels“ in den Pausen gern das „Bad in der Menge“ nehmen und sich unters Publikum mischen, ist Tradition. Diesmal ist jedoch Timo der „Star in der Manege“: Ein quietschender Mädels-Fanclub überprüft einen stattlichen Gummibusen und findet unterm Faltenröckchen stramme Männerbeine, aber kein Strumpfband.

Da ist es dann auch nicht schlimm, wenn es zum Schluss kein Happy-End (oder doch ein Happy-End?) gibt, aber immerhin erfährt man, was hinter dem Titel steckt: Een Matjes singt nich mehr – soll bedeuten „das war’s dann wohl“. Das Publikum dankt den Akteuren mit donnerndem Applaus. Een Matjes singt nich mehr, aber bei Garlich in Moordorf steppt der Bär.

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