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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Gewitterkiste beendet ihr Schattendasein

26.10.2017

Fedderwardersiel Wie viele einzelne Teile sie in den nächsten Wochen in die Hand nehmen, fachgerecht verpacken und auf die Reise ins Magazin in Stollhamm werden schicken müssen, das rechnen Friederike Ehn und Dr. Anika Seyfferth vorsichtshalber lieber nicht hoch. „Sonst können wir nachts nicht mehr ruhig schlafen“, sagen die beiden Leiterin des Nationalpark-Hauses Museum Fedderwardersiel.

Wie viele Teile es am Ende auch sein mögen, Friederike Ehn und Anika Seyfferth haben eine spannende Zeit vor sich. Das Nationalpark-Haus ist seit Montag geschlossen. Zunächst werden jetzt der Fahrstuhl ein- und der Eingangsbereich barrierefrei umgebaut. Dann kommt die nagelneue Dauerausstellung.

 475 879 Besucher

Im Gästebuch hinterlassen Besucher immer noch begeisterte Kommentare über die Dauerausstellung des kleinen Museums im Kutterhafen. Das Lob kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ausstellung in die Jahre gekommen ist. Gewöhnlich werden Ausstellungen in Museen laut Anika Seyfferth alle fünf, wenigstens alle zehn Jahre erneuert. In Fedderwardersiel ist seit 23 Jahren – so lange besteht die Dauerausstellung, und genau 475 879 Besucher haben sie seitdem gesehen – nicht viel passiert.

Zeit für eine komplette Erneuerung also. Viele Exponate der bisherigen Dauerausstellung werden ins Magazin wandern, bislang archivierte Exponate dafür den Weg in die neue Ausstellung finden. Dazu zählt eine sogenannte Gewitterkiste, in die die Menschen an der Küste früher wichtige Dokumente legten, um sie im Fall einer Sturmflut schnell griffbereit zu haben. Und dazu zählt auch ein aus dem Jahr 1844 stammendes Anschreibebuch des Kaufmanns Heinrich Georg Bruncken aus Ruhwarden.

Das Buch befindet sich seit 17 Jahren im Besitz des Trägervereins des Museums. Öffentlich zu sehen war es bislang aber nur ein Mal für vier Wochen im Rahmen einer Sonderausstellung. In der neuen Dauerausstellung soll es den Besuchern dabei helfen, sich vorzustellen, wie die Menschen früher in Butjadingen und speziell im Hafen von Fedderwardersiel gearbeitet und gelebt haben.

Dieser Ansatz wird sich wie ein roter Faden durch die künftige, von der Bremer Firma Erlebniskontor konzipierte Ausstellung ziehen. „Wir werden viel mit Raumszenen arbeiten“, sagt Friederike Ehn. Soll heißen: die Exponate werden nicht einfach gezeigt, sondern in eine Szene und damit in einen nachvollziehbaren Kontext eingebettet.

 Sportlicher Zeitplan

Der Zeitplan ist sportlich. Der Fahrstuhl soll Anfang Februar komplett fertig sein. Sein Einbau sowie der Umbau des Eingangsbereichs müssen so organisiert sein, dass auch im Fall einer Sturmflut nichts passieren, das Gebäude keinen Schaden nehmen kann.

Parallel dazu arbeiten sich von oben nach unten die Maler und Teppichbodenverleger durchs Haus, während in ihren jeweiligen Werkstätten Kulissen- und Exponatbauer, Präparatoren und andere Experten an dem werkeln, was künftig in Fedderwardersiel zu sehen sein wird. Diese Arbeiten werden jetzt bundesweit ausgeschrieben.

Fertig sein soll die neue Dauerausstellung, in die inklusive Planung, Personalkosten und Marketingkonzept knapp 752 000 Euro fließen, im Mai 2018. Über alle Fortschritte informieren die Hausleiterinnen in einem „Bautagebuch“ im Internet.


     http://fedderwardersiel-blog.de 
Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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