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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Flüchtlinge haben Bringschuld“

22.10.2016

Brake Tania Kambouri polarisiert mit ihrem Buch „Deutschland im Blaulicht“ – auch im Amtsgericht Brake löst die Polizeikommissarin aus Bochum damit eine hitzige Diskussion aus.

Eingeladen wurde die Autorin mit griechischer Abstammung vom Amtsgericht, der Kulturförderung Brake, der Buchhandlung Gollenstede und dem Justizverein Brake. Diesem sitzen die Rechtsanwälte Arno de Wyl und Torsten Rückoldt vor, die auch die Moderation übernahmen. Der größte Saal im Amtsgericht reichte für den Besucheransturm nicht aus – so wurde kurzerhand zusätzlich bestuhlt. Statt wie geplant 60 Gäste, fanden sich über 70 zu Beginn der Veranstaltung im Amtsgericht ein.

Alltag einer Polizistin

In ihrem Buch schildert Kambouri ihren Alltag als Polizeibeamtin auf Streife. Vor allem Migranten machen ihr das Leben schwer. Beleidigungen, persönliche Anfeindungen gegen sie als Frau mit ausländischen Wurzeln und Respektlosigkeit gehören zu ihrem Alltag. Doch damit nicht genug: auch die körperliche Gewalt gegen sie und ihre Kollegen nehme immer weiter zu. So schildert sie ihren bisher letzten Außendiensteinsatz vom Juni diesen Jahres: „Ein Mann mit Migrationshintergrund wollte sich von mir als Frau nichts sagen lassen und wehrte sich vehement gegen eine Festnahme. Er biss mir so stark in den Finger, dass ich direkt notoperiert werden musste, weil der Knochen durch war. Bis heute kann ich den Finger nicht belasten.“ Vorfälle wie diese seien aber leider keine Seltenheit mehr.

Mit ihren deutlichen Worten stößt Kambouri nicht immer auf Zustimmung. Moderator Rückoldt beginnt die Diskussion und hakt direkt nach, ob sie nicht zu sehr pauschalisiere. Kambouri stellt klar: „Meiner Erfahrung nach sind es nun einmal überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund, die für uns zum Problem werden. Sie haben zwar oft die deutsche Staatsbürgerschaft, kommen aber aus einem anderen Kulturkreis.“ Besonders Männer aus muslimisch geprägten Ländern fallen negativ auf. „Sie lernen zuhause, dass Frauen nichts zu sagen haben. Ich fordere, dass schon den Kindern beigebracht wird, wie man sich in der deutschen Gesellschaft zu verhalten hat.“ Zuspruch erhält sie von einigen Lehrern unter den Zuhörern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Aber es kommen auch kritische Fragen aus dem Publikum. Ob sie denn keine Angst hätte, dass das Buch in die falschen Hände gelangen könnte, möchte ein Besucher wissen. „Ich habe absolut kein rechtes Gedankengut. Ich habe selbst einen Migrationshintergrund, meine beste Freundin ist Türkin“, erzählt sie. Kambouri geht sogar noch weiter und überlegt, ob Deutschland denn noch ein Rechtsstaat sei: „Wenn ein Flüchtling, der noch nicht registriert ist, eine Straftat begeht, kommt er ohne Sanktion davon, weil nichts unternommen werden kann. Wo ist das noch rechtens?“ Der Gesetzgebung und der Justiz wirft sie dabei Versäumnisse vor.

Ihr Buch hat Kambouri bereits vor dem großen Flüchtlingsstrom geschrieben, mittlerweile sei die Problematik sogar noch weiter fortgeschritten. „Deutschland tut viel zu viel für die Flüchtlinge. Die sind in der Bringschuld, sie müssen sich integrieren. Wir brauchen hier keine Migrantenquote!“

Ja zur Grenzschließung

Während das Publikum seine Zustimmung durch Applaus äußert, geht Rückoldt noch einen Schritt weiter. Ob sie damit sagen möchte, dass die Grenzen geschlossen werden müssen, fragt er. Wie aus der Pistole geschossen kommt ihre Antwort: „Ja! Ich will, dass wir jeden kontrollieren, der hier rein kommt!“ Nur so hätten die Bürger die Möglichkeit, wieder in Sicherheit zu leben. Im Moment rate sie jedem dazu, für seine eigene Sicherheit zu sorgen – „Pfefferspray ja, Schusswaffen gehen zu weit“, stellt sie klar, nachdem Rückoldt ihr vorwirft, „Klein-Amerika“ auszurufen.

Der Moderator ruft auch zu mehr Zivilcourage auf, bekommt aber direkt Gegenwind aus dem Publikum zu spüren: „Das ist doch zu viel verlangt. Was soll ein einzelner Bürger machen, wenn sogar die Polizei machtlos ist?“ Rechtsanwalt de Wyl stimmt dem Mann zu und auch Kambouri pflichtet ihm bei. Sie fordert in ihrem Fazit, dass mehr Kapazitäten geschaffen werden müssen. „Nur durch den Einsatz von mehr Polizeikräften haben wir eine Chance, das Migrantenproblem in den Griff zu bekommen“, erklärt sie, während die Braker hoffen, dass es hier auch zukünftig eher ruhig zugeht.

Gloria Balthazaar Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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