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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ex-Vorsitzende sieht schwarz für FAH

27.06.2018

Friedrich-August-Hütte 18 Jahre lang hat Jutta Molitor (55) aus Phiesewarden dem Kirchenrat der evangelisch-lutherischen Gemeinde Blexen angehört. Zur Gemeinde mit insgesamt etwa 3700 Mitgliedern gehören die Pfarrbezirke Blexen und Friedrich-August-Hütte. Seit 1. Oktober 2012 ist Anke Claßen Pfarrerin in FAH und ihr Ehemann Dietmar Reumann-Claßen Pfarrer in Blexen. Bei der Neuwahl am 11. März dieses Jahres hat Jutta Molitor nicht mehr für den Kirchenrat kandidiert. Sie sagt, sie könne die Arbeit von Anke Claßen (55) nicht mehr ertragen. Ihr Ehemann Stephan Molitor (53) ist aus Protest im Frühjahr aus der Kirche ausgetreten.

Persönliche Schreiben

In einem persönlichen Schriftwechsel im Frühjahr dieses Jahres mit Pfarrerin Anke Claßen, Kreispfarrer Jens Möllmann und dem Oberkirchenrat in Oldenburg haben Jutta und Stephan Molitor mehrere Vorwürfe gegen die Pfarrerin erhoben. Sie haben persönliche Antwortschreiben erhalten. Jetzt gehen sie mit ihren Vorwürfen an die Öffentlichkeit.

„Wir sehen schwarz für die Zukunft des Pfarrbezirks FAH. Pfarrerin Anke Claßen macht die Gemeinde kaputt“, sagen sie gegenüber der NWZ. Vom Oberkirchenrat hätten sie bisher nur „Wischiwaschi-Schreiben“ erhalten. „Wir fühlen uns überhaupt nicht ernst genommen.“ Jutta Molitor fügt hinzu: „Ich bin enttäuscht, dass der Oberkirchenrat kein persönliches Gespräch mit mir gesucht hat.“

Einige Vorwürfe

Einige der Vorwürfe gegen die Pfarrerin lassen sich so zusammenfassen:

 Anke Claßen habe den Datenschutz verletzt, weil sie während einer öffentlichen Kirchenratssitzung im Frühjahr dieses Jahres in Anwesenheit von Gästen Namen der Menschen genannt habe, die aus der Kirche aus- oder eingetreten sind.

 Beim 50. Kirchweihfest in Friedrich-August-Hütte im September 2016 habe die Pastorin zwar Bischof Jan Janssen sprechen lassen, aber nicht um Grußworte ehemaliger Pfarrer von FAH – darunter auch Baldur Knall – gebeten.

 Die Gottesdienste seien schlecht vorbereitet. 

  Während der Amtszeit des früheren Pfarrers von FAH, Lars Löwensen, habe es im Unterschied zu heute ein „fantastisches Gemeindeleben“ gegeben.

 Obwohl sie, so ein weiterer Vorwurf von Jutta und Stephan Molitor, aus einem anderem Bundesland (aus Duisburg in Nordrhein-Westfalen) nach Nordenham gewechselt sei, habe Anke Claßen als neue Pfarrerin in FAH an einem Austauschprogramm mit Afrika teilgenommen und sich in Ghana aufgehalten (im Frühjahr 2014 für vier Wochen).

Zudem sei sie im Visitationsteam des Kirchenkreises Wesermarsch (gewählt von der Kreissynode) tätig, obwohl sie selbst „so viele Baustellen in FAH hat“, kritisieren Jutta und Stephan Molitor.

 Weiterer Vorwurf von Jutta Molitor: Die Pfarrerin habe sie zu wenig zu Rate gezogen und sie nicht einbezogen in wichtige dienstliche Angelegenheiten. Anke Claßens Vorgänger hätten sich anders verhalten.

Nicht Wieder gewählt

Seit 2006 bis zur Konstituierung des neuen Rates am 3. Juni dieses Jahres war Jutta Molitor stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Von 2012 bis 2015 war sie sogar Vorsitzende.

Während der fast einjährigen Vakanz der beiden Pfarrstellen in FAH und in Blexen im Jahr 2012 hat Jutta Molitor weitgehend selbstständig die laufenden Geschäfte geleitet.

Bei der regulären Neuwahl im Sommer 2015 wurde sie jedoch nicht im Amt bestätigt. Pfarrerin Anke Claßen wurde mit einer Stimme Mehrheit zur neuen Kirchenratsvorsitzenden gewählt.

„Ich war über dieses Wahlergebnis nicht enttäuscht, sondern darüber, dass offenbar Blexer Kirchenratsmitglieder ein abgekartetes Spiel mit dem Ehemann der Pfarrerin, mit Pfarrer Dietmar Reumann-Claßen betrieben hatten“, sagt Jutta Molitor.

Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk, die im Oberkirchenrat in Oldenburg für Personalien zuständig ist, nimmt auf Anfrage der NWZ zu den Vorwürfen so Stellung: „Pfarrerin Anke Claßen ist eine hoch engagierte Pfarrerin, die sich nach bestem Wissen und Gewissen mit ihren Kompetenzen in die Kirchengemeinde, den Kirchenkreis und auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg einbringt. Pfarrerin Claßen übt ihr Amt in hoher Professionalität und aller gebotener persönlicher Distanz aus.“

Die Oberkirchenrätin fügt hinzu: „Uns ist durchaus bewusst, dass Pfarrerinnen und Pfarrer unserer Kirche auch Projektionsflächen sind und wir sie auch darin unterstützen müssen, nicht alle Erwartungen und Wünsche erfüllen zu können.“

Pfarrerin verwundert

Pfarrerin Anke Claßen sagt auf Anfrage gegenüber der NWZ zu den Vorwürfen: „Ich bedaure, dass Herr Molitor die Gemeinde verlassen hat. Das Gespräch über die Dinge, die ihn beschweren, hat er leider nicht gesucht.“ Anke Claßen weiter: „Frau Molitor war bis zum 3. Juni Mitglied im Gemeindekirchenrat und im Vorstand dieses Gremiums. Sie hatte jede Gelegenheit, Ärgernisse, Verbesserungsvorschläge und vermeintliche Missstände dort einzubringen. Das hat sie kein einziges Mal getan. Darum wundere ich mich über ihren Schritt, an den Kreispfarrer und den Oberkirchenrat zu schreiben und jetzt an die Öffentlichkeit zu treten. Die einzige Zielrichtung, die ich in ihrem Handeln erkennen kann, ist die, mir und der Gemeinde zu schaden.“

Horst Lohe
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2206

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