• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Brandschutz-Mängel legen Kasino lahm

08.10.2019

Friedrich-August-Hütte „Eigentlich wollen wir nur Theater spielen“, sagt Torsten Lange. Der Vorsitzende der Niederdeutschen Bühne Nordenham De Plattdüütschen und seine Vorstandskollegen haben zurzeit aber ganz andere Probleme. Ein Brandschutzgutachten hat ergeben, dass ihre Spielstätte nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Um nachzurüsten, müssen die Plattdüütschen eine Summe im „hohen fünfstelligen Bereich“ aufbringen, wie Torsten Lange mitteilt. Und weil die Niederdeutsche Bühne so viel Geld nicht auf der hohen Kante hat, ist die Zukunft des Vereins derzeit völlig offen.

Die Spielstätte der Plattdüütschen ist seit vielen Jahren das Kasino Friedrich-August Hütte. Eigentümerin ist die Weser-Metall GmbH, die das denkmalgeschützte Gebäude an den Theaterverein vermietet. Die Plattdüütschen haben im Kasino ideale Bedingungen. Sie haben nicht nur eine große Bühne, sondern auch ihre Werkstatt und ihren Fundus dort eingerichtet.

Im Februar dieses Jahres hat die Bauaufsicht der Stadt Nordenham das Gebäude unter die Lupe genommen. „Das erste Mal seit 2003“, wie Torsten Lange anmerkt. Dabei hat sich herausgestellt, dass Brandschutzauflagen nicht eingehalten werden. Die Plattdüütschen haben daraufhin gemeinsam mit Weser-Metall erste Maßnahmen ergriffen. So wurde zum Beispiel der gesamte Flur ausgeräumt. Die Garderobe haben die Plattdüütschen in einen Nebenraum verfrachtet. Außerdem wurden Rauchverbotsschilder aufgehängt.

Sitzplätze reduziert

Die Zahl der Sitzplätze musste von 199 auf 130 reduziert werden. Nach den Worten von Torsten Lange hatte das unter anderem zur Folge, dass eine geplante Lesung der Buchhandlung von Bestenbostel nicht im Kasino stattfinden konnte. Bei der sehr erfolgreichen Musikrevue „Wi sünd woller wer“ im April und Mai mussten die Plattdüütschen Besucher wieder nach Hause schicken, weil nicht genügend Plätze vorhanden waren.

Außerdem musste ein Brandschutzgutachten in Auftrag geben werden. Das liegt seit August vor. „Und es hat uns förmlich erschlagen“, sagt Torsten Lange. Der Verein muss breitere Fluchttüren einbauen. Alle Türen im Gebäude müssen rauchdicht und feuerfest sein. Die Rettungswege im Außenbereich müssen befestigt werden. Und das sind nur die größten Posten auf der Liste der erforderlichen Nachbesserungen.

Torsten Lange weiß, dass das Geld bei der Stadt zurzeit nicht locker sitzt. Der Bürgermeister hat unlängst eine Haushaltssperre verhängt. Der Bühnenleiter weist darauf hin, dass Weser-Metall den Plattdüütschen bereits bei der Miete des Kasinos erheblich entgegenkommt. Von dieser Seite erwartet der Verein keine Unterstützung. Aber die Plattdüütschen können die Kosten nicht alleine stemmen. Deshalb sind sie jetzt auf der Suche nach Sponsoren. Unterstützung erhoffen sie sich zudem von einem Förderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Ob die Plattdüütschen die Bedingungen für eine Förderung erfüllen, ist noch nicht geklärt. Einige Arbeiten wollen die Plattdeutschen selbst erledigen. So ist zum Beispiel geplant, Türöffnungen im Backstage-Bereich zuzumauern. Ziel ist es, eine Spielstätte für 190 Besucher zu schaffen.

In den Brandschutz hatte der Verein schon im vergangenen Jahr investiert. Damals wurde eine neue Bestuhlung mit Reihenverbindern angeschafft. Die sollen verhindern, dass im Falle einer Panik Stühle umkippen und Besucher darüber stolpern. Für Ende des Monats planen die Plattdüütschen eine Versammlung, um die Mitglieder über den Stand der Dinge zu informieren. Torsten Lange hofft, dass in Abstimmung mit der Stadt und Weser-Metall eine Lösung gefunden wird.

Premiere im November

Immerhin haben die Plattdüütschen die Genehmigung, dass sie ihr nächstes Stück noch im Kasino aufführen dürfen. Am 1. November findet dort die Premiere von „Twee Kisten Rum“ statt. Für die Wiederaufnahme der Musikrevue „Wi sünd woller wer“ weichen die Plattdütschen in den Abbehauser Dorfkrug aus. Erster Termin ist dort am 17. Januar.

Wie es anschließend weitergeht, steht in den Sternen. Alternative Spielstätten sind rar. „Viele Traditionsgaststätten mit großem Saal gibt es heute nicht mehr“, bedauert Torsten Lange. Die Friedeburg ist aus seiner Sicht eine Nummer zu groß für die Plattdüütschen. Und klar ist auch, dass die Niederdeutsche Bühne nur ungern aus dem Kasino ausziehen würde, weil die Bedingungen hier ideal sind.

Torsten Lange weiß, dass nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg 2010 viele Auflagen verschärft worden sind. „Natürlich wollen wir, dass unsere Besucher, aber auch unsere Mitglieder und Aktiven sicher sind“, sagt der Bühnenleiter. Aber die Kosten dafür könne der Verein unmöglich aus eigener Kraft aufbringen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2205
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.