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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Premiere: Dieses Drama macht am Ende Mut

10.09.2019

Friedrich-August-Hütte „Das ist ein sehr anspruchsvolles Stück, das sich die Jugendlichen da ausgesucht haben“, sagte Carsten Seyfarth im Kasino in Friedrich-August-Hütte. „Das alles ist aber schon sehr, sehr gut gemacht. Respekt.“ Der Bürgermeister kennt den Klassiker „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind noch aus seiner eigenen Schulzeit.

Mitwirkende

Auf der Bühne: Katja Kramer, Lasse Kramer, Melanie Müller, Bettina Müller, Luca Tom Goltz, Luca Priebe, Eske Seyfarth, Lisa Lauschner, Malte Wallrath, Tineke Memenga, Alexander Kuntze, Daniel Gepting, Eric Stöver, Kevin Heimbucher und Kyra Eilers

Regie/Szenografie: Leon Nungesser; Regieassistenz: Vanessa Harfst; Souffleuse: Kijana Kühn; Technik: Maiko Pump; Plattpatin: Ulli Schumann.

Bühnenbau: Georg Modersitzki, Werner Scholz, Heiko Cordes und Karl-Heinz Winter; Für die Maske zuständig: Rabea Friedrichs und Dilan Dogan.

Worum geht es in der Kindertragödie? Das gesellschaftskritische Theaterstück aus dem Jahr 1891 thematisiert Schwierigkeiten des Heranwachsens in der Pubertät. Mal geht es um extreme Gefühlsschwankungen der Jugendlichen, dann um Leistungsdruck in der Schule, um Fragen der Identität, Lebensträume und vor allem um die Entdeckung sowie das Ausleben der eigenen Sexualität.

Die Erwachsenen – sowohl Eltern als auch Lehrer – erweisen sich in diesem schwierigen Lebensabschnitt als gnadenloser Ausfall. Sie zeigen keinerlei Verständnis für die neugierigen Jugendlichen, bieten keinerlei brauchbare Orientierung und versäumen es, die Jugendlichen aufzuklären. Das führt unter anderem dazu, dass die erst 14-jährige Wendla Bergmann ungewollt schwanger wird, der 15-jährige Kindesvater Melchior Gabor sich das Leben nehmen will und der gleichaltrige Moritz Stiefel sich tatsächlich umbringt, nachdem er in der Schule kläglich versagt hat.

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Die gut anderthalbstündige Vorführung endet jedoch mit einer positiven Botschaft. „Die Welt hat noch so viel zu bieten. Du bist am Leben. Ich kann deinen Herzschlag hören“, heißt es da.

Die eindrucksvolle Inszenierung des gebürtigen Nordenhamers Leon Nungesser ist überwiegend in der Ära des Wilhelminischen Zeitalters angesiedelt. Sie verweist allerdings auch auf aktuelle gesellschaftliche Themen wie die Flüchtlingsproblematik oder die MeToo-Kampagne und hat damit etwas Zeitloses.

Dem Regisseur ist es zudem gelungen, mit wenigen Hilfsmitteln ein nachhaltig wirkendes Kulissenbild zu schaffen. Die Lebensträume der Jugendlichen zerplatzen auf der Bühne dank der mit Helium gefüllten Luftballons im wahrsten Sinne des Wortes lautstark.

Die mehrfach eingespielte Musik verdeutlicht die Dramatik der Handlung, die überwiegend in schwarz-weiß gehaltene Farbkontrastierung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Theaterstück. Ein Großbildmonitor zeigt teilweise die Gesichter der Schauspieler ganz nah.

15 Jugendliche und junge Erwachsene wirkten an der Premiere mit. Ein Teil von ihnen sprach Plattdeutsch. Die Kindertragödie mit den aufwändigen Textpassagen war eigens für die Aufführungen des Theaterensembles Tusculum von dem Braker Heinz Buerhoop übersetzt worden.

Ein Jahr hatten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Niederdeutschen Bühne im Alter von 14 bis 24 Jahren geprobt. Das Publikum bei der Premiere – knapp 100 Zuschauer – applaudierte angesichts der hervorragenden schauspielerischen Leistungen am Schluss stehend.

Auch Bühnenleiter Torsten Lange zeigte sich sehr beeindruckt. „Das war eine großartige Leistung mit viel Gänsehaut und Dramatik.“

Wer die Premiere verpasst hat, kann sich das tiefgründige Theaterstück noch an diesem Dienstag um 19.30 Uhr im Kasino ansehen. Die Karten für 5 Euro sind an der Abendkasse erhältlich.

Weitere Aufführungen finden am Donnerstag und Samstag statt. Der Vorverkauf für diese beiden Vorstellungen läuft über die Buchhandlung Bestenbostel.

Die Theatergruppe Tusculum sucht übrigens noch neue Mitstreiter in ihren Reihen. Wer im Alter von 12 bis 20 Jahren ist und gerne einmal Theaterluft schnuppern möchte, sich für Technik und andere Arbeiten vor und hinter der Bühne interessiert, ist bei dem Ensemble jederzeit willkommen. Es werden keine Plattdeutsch-Kenntnisse erwartet.

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