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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

THEATER: Fürs Herz und für den Kopf

29.03.2008

BRAKE Die Besucher der ausverkauften Premiere von „Düsse letzte Sommer“ belohnten die herausragende Leistung aller Darsteller, die wie um ihr Leben spielten, den Mut der Niederdeutschen Bühne Brake, neue Wege zu gehen, und die tadellose Regiearbeit der Theaterpädagogin Heike Scharf, die aus Alt und Jung eine starke Gemeinschaft geformt hat. Das Meisterstück ist für die Bühne der verdiente Lohn für eine seit Jahren engagierte Jugendarbeit.

„Düsse letzte Sommer“ spielt in Lichtenbüll, einem Dorf wie jedes andere. Die Jugendlichen (Anna Kreikebohm, Aylin Wispeler, Annika Renken, Friedjof John und Mareike Lukas) genießen den Sommer, der Fahrradweg zum Badevergnügen führt mitten durch den Zuschauerraum, die Badenixen rekeln sich zu Füßen des Publikums. Am Stammtisch in der Dorfkneipe von Bürgermeister Pohl und seiner Frau (Jens A. Rose und Nina Oltmanns) wird derweil getratscht und Politik gemacht. Alles geht seinen geregelten Gang und hat seine Ordnung, darauf haben die Alten wie Gert Christiansen (Jann Blohm) und Herbert Clasen (Hans-Gerd Höpken) ein Auge. Aber die Idylle ist trügerisch.

Hannes (Sandro de Brito Soares), ein Junge aus der Stadt, verbringt seine Ferien in Lichtenbüll und hilft Momme (Olav Grube) bei der Ernte. Momme liebt seine Heimat, er will den Hof seines Vaters (Klaus Decker) übernehmen, der Dorfklatsch sieht ihn bereits mit Beate (Lena Czerny) vor dem Traualtar, für seine Mutter (Ursel Blohm) ginge damit ein Traum in Erfüllung. Momme ist hin- und hergerissen, zwischen seinen Gefühlen und der Rolle, die das Dorf ihm zugedacht hat. Mit fein abgestimmter Gestik und Mimik bringt Olav Grube diese innere Zerrissenheit professionell zum Ausdruck. An seinem Lieblingsplatz im Moor offenbart er Hannes seine Seelenqualen, die jungen Männer kommen sich sehr nah und werden von Altbauer Kurt Arens (Gerold Bruns) in inniger Umarmung entdeckt. Es ist eine der anrührendsten Szenen, im Zuschauerraum herrscht angespannte Stille. Grube und de Brito Soares bewältigen die besondere Herausforderung mit Bravour.

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Nach dem Coming-out ist die Idylle zerstört, das Dorf zeigt sein wahres Gesicht. Nichts bringt das deutlicher zum Ausdruck als die Traumszene. Auf der dunklen Bühne umkreisen Familie, Freunde und Alte mit Laternen Mommes Bett, bedrängen und bedrohen ihn. Das geht tief unter die Haut.

Das Ende ist tragisch. Das letzte Wort hat der Altbauer, einer unter vielen Scheinheiligen: „Warum?“

Wer Theater fürs Herz und für den Kopf will, der darf sich „Düsse letzte Sommer“ nicht entgehen lassen.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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