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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ganze Stadtgeschichte unter einem Dach

22.04.2017

Nordenham Die Idee, in Nordenham ein Museum zu gründen, hatte den Rüstringer Heimatbund schon in den 1930er-Jahren beschäftigt. Aber dann kam der Krieg dazwischen. Das Vorhaben verlief im Sande und wäre womöglich ganz in Vergessenheit geraten, wenn der Verkehrsverein Nordenham es nicht rund 40 Jahre später wieder aufgegriffen hätte. Aus dieser Initiative entwickelte sich ein Museumsverein, der 1978 in der ehemaligen Südschule eine regionalhistorische Ausstellung einrichtete. Damit war der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt, die sich immer weiter entwickelt und der Stadt Nordenham eine bedeutende Kultureinrichtung beschert hat.

Museumsleiter Timothy Saunders zeigt eine Obstschälmaschine, die um das Jahr 1900 hergestellt wurde. BILD: Norbert Hartfil

10 698 Objekte

In den Räumen der ehemaligen Südschule an der Hansingstraße 18 ist das Nordenham-Museum seit 1978 untergebracht. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1892.

Die Ausstellungsfläche erstreckt sich insgesamt über rund 570 Quadratmeter. Das Inventar besteht aus 10 698 Objekten.

Öffnungszeiten sind in der Sommersaison (15. Juni bis 14. September) dienstags bis freitags von 10.30 bis 17 Uhr sowie sonnabends von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10.30 bis 17Uhr.

Der Eintrittspreis beträgt 3 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren. Das Museum hat etwa 2000 Besucher im Jahr.

Im Internet ist das Nordenham-Museum mit einer Homepage unter der folgenden Adresse zu finden:

   

   www.museum-nordenham.de

Der Rüstringer Heimatbund kam bei dem Projekt Nordenham-Museum erst 1984 wieder ins Spiel. Damals zog sich der Museumsverein zurück und trat die Verantwortung an die Stadt Nordenham ab, die wiederum den Rüstringer Heimatbund mit der Betreuung der Exponate beauftragte. Zunächst kümmerte sich der Heimatbund auf rein ehrenamtlicher Basis um das Museum. Aber angesichts der steigenden Zahl an Ausstellungsstücken und der wachsenden Ansprüche an die Präsentation der Stadt- und Regionalgeschichte war bald klar, dass professionelle Hilfe her musste.

Museumsleiter seit 1996

Zum 1. März 1996 stellte der Rüstringer Heimatbund einen hauptamtlichen Leiter ein. Diesen Job bekam Dr. Timothy Saunders, der nach wie vor dort tätig ist und mittlerweile jeden Winkel des Gebäudes kennt. Timothy Saunders stammt aus Watford in England. Er war als Musikwissenschaftler nach Deutschland gekommen, um hier Musik zu studieren. Aber dann merkte er, dass ihn Geschichte noch viel mehr interessiert. So entschloss sich Timothy Saunders zu einem Geschichtsstudium an der Uni Main. Nachdem er drei Jahre in Brake in der Kulturabteilung des Landkreises Wesermarsch gearbeitet hatte, ergab sich für ihn die Chance, die Museumsleiterstelle in Nordenham zu übernehmen.

Auf der Grundlage der vorhandenen Exponate – unter anderem gab es schon das Friesenzimmer, das Diorama zur Lloyd-Zeit und viele Ausstellungsstücke aus der Historie der Industrieansiedlungen – entwickelte Timothy Saunders ein Museumskonzept. Es wurde bis 2013 schrittweise umgesetzt und danach fortgeschrieben.

In der alten Südschule dreht sich (fast) alles um den Ort Nordenham und dessen Umgebung. Um den Lebensalltag in vergangenen Zeiten ebenso aufgreifen zu können wie den geschichtlichen Werdegang der Stadt, ist die Ausstellung inhaltlich in zwei Bereiche aufgeteilt.

Im Erdgeschoss erfahren die Besucher viel Interessantes über die Lebensweisen in den verschiedenen Epochen. Die Bandbreite beginnt in der bäuerlichen Zeit vor der Stadtgründung 1908 und reicht bis in die 1960er-Jahre, deren museale Präsentation noch in Arbeit ist. „Schwerpunkte sind die Freizeit- und die Wohnkultur“, sagt Timothy Saunders.

In der ersten Etage wird in chronologischer Folge die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Unterweserstadt geschildert. Los geht’s mit Archäologie und Landgewinnung. Die weiteren Etappen behandeln die Themen Eindeichung des Atenser Sandes, Ochsenverschiffung, Lloyd-Zeit, Industrieansiedlungen, Nazi-Herrschaft und Nachkriegsjahre.

Sonderausstellungen

Im Dachgeschoss ist seit dem 2014 abgeschlossenen Umbau ein großer Raum für Sonderausstellungen und Veranstaltungen vorhanden. Zudem befindet sich dort das Rudolf-Matthis-Zimmer, in dem Arbeiten des 1976 verstorbenen Nordenhamer Malers und Kunstlehrers zu sehen sind.

„Unser Ziel ist es, die Vergangenheit der Stadt auf interessante Weise darzustellen und dabei einen Bezug zur allgemeinen Geschichte zu schaffen“, sagt Timothy Saunders. Bei den Besuchern besonders beliebte Sonderausstellungen waren die Expositionen zur Sturmflut 1962 und zur Nordenhamer Musikszene. „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Themen“, betont der Museumsleiter. Er ist dankbar, dass viele ehrenamtliche Helfer ihn bei seiner Arbeit unterstützen. Auch die „sehr fruchtbare“ Kooperation mit der Museumsakademie Musealog trage dazu bei, dass die Qualität und Bedeutung des Nordenham-Museums immer mehr zunehmen.

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201

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