• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Sprache: „Guttenbergen“ ganz klar verboten

13.12.2011

BRAKE „Swag? Was heißt das?“, fragt Gymnasiastin Kyra Bekaan. „Sie weiß das nicht, Kyra ist nicht so mainstream“, wirft einer ihrer Klassenkameraden ein und sorgt für helles Gelächter in der Gruppe. Ein so genannter „Epic Fail“ der 15-Jährigen. Denn „Swag“ – eine beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung – ist erst kürzlich zum Jugendwort des Jahres gewählt worden – vor eben „Epic Fail“ und „Guttenbergen“.

„Fail sage ich ganz oft“, gesteht Jonas Ising, der nicht lange über die Bedeutung nachdenken muss. Es ist schlicht ein anderer Ausdruck für grobes Versagen. „Guttenbergen“ war dem 16-jährigen Gymnasiasten nicht geläufig, dafür aber den Haupt- und Realschülern Christoph Brand und Kevin Böning. „Einer unserer Lehrer sagt das auch“, bestätigen die Klassenkameraden. Das Wort steht für abschreiben, von daher kommt der Hinweis „Guttenbergen verboten“ für die Zehntklässler immer vor der Klassenarbeit. Wer oder was aber ein „Swagger“ ist, wussten die beiden nicht.

Nie davon gehört

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

„Ich kenne den Ausdruck aus der Musik. Der österreichische Rapper Money Boy hat ein Lied darüber gemacht. Aber was es genau bedeutet, das kann ich nicht erklären“, sagt Zehntklässler Ben Dornblüth. In der Tat hat der Wiener den Begriff mit dem Titel „Dreh den Swag auf“ im deutschsprachigen Raum salonfähig gemacht. Einfach übersetzt heißt „Swag“ angeben oder prahlen. Die US-Musiker der Hip-Hop-Szene verwenden den Begriff aber schon lange als ein Kompliment für jemanden, der sich durch seine coole Ausstrahlung auszeichnet.

Der 21-jährige René Marcel Krüger hat trotz seines noch jugendlichen Alters nie von diesen Begriffen gehört. „Solche Wörter sind peinlich, die würde ich niemals benutzen. Naja, vielleicht wenn ich betrunken wäre“, schmunzelt der Geselle aus der Metallbaubranche. Sein Kollege Frank Wurz (49) weiß dagegen dank Zeitung und TV um die Bedeutung der diesjährigen Jugendwörter und will von seinem jungen Helfer ein weiteres wissen. „Kugelgrippe hat eine Frau, wenn sie schwanger ist“, klärt Wurz den rätselnden René Marcel nach einigen Sekunden Bedenkzeit augenzwinkernd auf. Nur das „Karussellfleisch“, ein anderes Wort für Döner, ist dem 21-Jährigen schon zu Ohren gekommen.

Die Liste mit den zur Auswahl stehenden Begriffen birgt neben diesen noch viele weitere Lacher. So wie das „Arschfax“. „Ach, das ist doch wenn das Schild der Unterwäsche zu sehen ist“, erklären Franziska Ahlers, Eva Eiting und Naomi Giesers.

Obwohl diese Wörter vielen Befragten mehr oder weniger bekannt sind, verwenden die Jugendlichen sie nur selten im alltäglichen Sprachgebrauch. Wörter und Phrasen wie „Opfer“, „Deine Mudda“, „Gib ihn“ oder „Hauste“ zur Verabschiedung sind zumindest unter manchen Schülern in der Kreisstadt die Renner.

Wahl seit 2008

Das Jugendwort des Jahres wird seit 2008 gewählt. Nach Gammelfleisch-Party (Ü-30-Party, 2008), Hartzen (arbeitslos sein/rumhängen, 2009) und Niveau-Limbo (das ständig sinkende Unterhaltungsniveau, 2010) ist mit „Swag“ erstmals ein englischer Begriff von der aus Jugendlichen und Journalisten bestehenden Jury zum Sieger gekürt worden. Die Vorauswahl der 15 beliebtesten Worte aus rund 250 neuen Begriffen bestimmten 40 000 Internetnutzer.

Lars Herrmann Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2202
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.