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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Gesiebte Luft im offenen Vollzug

04.11.2019

Harmenhausen Was tut man nicht alles für einen Hafturlaub. Da werden manchmal sogar die schlimmsten „Bad-Girls“ zu „Bett-Girls“.

Die direkt vor dem Burnout stehende Dr. Sandra Reschke (Andrea Bartitz-Wetzel) ist allerdings in ihrer Prognose unerbittlich. Selbst die bevorstehende Hochzeit vom tollpatschigen Häftling Kalle (Hagen Niekamp), die dessen Verlobte spontan geplant hat, kann die Gefängnispsychologin nicht erweichen. Er führe sich zwar großartig, doch an Schuldbewusstsein fehle es ihm völlig, begründet sie, bevor ein Telefonanruf ihrem angeschlagenen Nervensystem den Rest gibt und die Psychologin erst einmal außer Gefecht setzt. Ganz vergessen hatte Dr. Reschke nämlich, dass sie Hermann (Klaus Niekamp) und Irmgard Krause (Inge Niekamp) nach deren Reha einen Platz in einer Seniorenresidenz besorgen wollte. In der Not werden Onkel und Tante so erst einmal im Gefängnis untergebracht. Die Rentner sind so überzeugt, in ihrem neuen Alterssitz zu sein, dass sie den Irrtum gar nicht bemerken. Klar, dass das nicht ohne allerlei Trubel abgeht – besonders, weil Bad-Girl Jaqueline (Daniela Febert) die Chance wittert, sich als „krasser Gutmensch“ zu beweisen. Dass das zu allerlei Trubel in dem Gefängnis führt, ist unvermeidlich und für das Publikum immer wieder äußerst amüsant.

Ein voller Erfolg war die Premiere des Dreiakters „Residenz Schloss und Riegel“, den die Theatergruppe Harmenhausen in diesem Jahr auf die Bühne gebracht hat. Herzlich wurde über JVA-Beamtin Frau Kunz (Bianca Rittel) gelacht, die mindestens genauso zickig war wie Insassin Baronin Marlene von Heinrichs (Jutta Tschernischen) mit ihren flotten Sprüchen und hohen Ansprüchen. Wenig Text zu lernen gab es dieses Mal für Kay Johannesmann. Er stand mit „Zitronengesicht“, wie Regisseurin Elke Aschoff am Ende scherzte, als Knochenbrecher Boris Brandner auf der Bühne. Und auch Elke Aschoff war ausnahmsweise kurz als Schauspielerin im Einsatz.

Klaus Niekamp wird von der Regisseurin als Phänomen bezeichnet. Gefühlt nur ein halbes dutzend Mal bei den Proben dabei, sei er, wenn’s drauf ankommt, voll dabei, lobte sie. Aber auch für den Rest des Teams gab es neben dem riesigen Applaus der Zuschauer nach der gelungenen Premiere ein dickes Lob von Elke Aschoff – genau wie für die beiden Bühnenbauer Werner Schöndelen und Marc Janßen, die die Bühne in ein Gefängnis verwandelt hatten, und für Sonja Wenke, die als Souffleuse wieder lange in ihrem Kasten aushalten musste.

Wie es mittlerweile bei der Theatergruppe Harmenhausen Tradition ist, geht wieder ein Euro jeder Premierenkarte an einen guten Zweck. Der Betreuungsdienst von Kückens Pflegeheim in Immer soll den Erlös in diesem Jahr erhalten.

Drei Mal darf am kommenden Wochenende noch über „Residenz Schloss & Riegel“ gelacht werden. Allerdings sind alle Aufführungen bereits ausverkauft. Und wer nach all dem Spaß Lust zum Mitmachen bekommen hat, ist in der Theatergruppe herzlich willkommen.


Weitere Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos 
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