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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Hier ging’s mal zu wie an der Copacabana

11.08.2015

Nordenham Renate Ochmann ist viel mit dem Fahrrad unterwegs. Manchmal fährt sie zum Strand, setzt sich auf eine Bank und schaut hinaus auf die Weser. Und dann kommen die Erinnerungen hoch. Erinnerungen an eine Zeit, als hier noch gebadet wurde. Als der Nordenhamer Strand im Sommer so belebt war wie die Copacabana. Und auch auf jenen Tag im Juli 1953, als sie und 17 weitere Schwimmer eine ganz besondere Herausforderung annahmen, blickt sie gerne zurück. Die Gruppe schwamm zum gegenüberliegenden Ufer und wieder zurück. Und sie stellte dabei einen Rekord auf: eine Stunde und 25 Minuten.

Die NWZ   berichtete

Auch die Nordwest-Zeitung berichtete über das Ereignis. Renate Ochmann war damals 20 Jahre alt. Sie weiß noch, dass ihr damaliger Freund und späterer Ehemann, Walter Ochmann, nicht begeistert war von der Idee. „Aber ich war schon damals ein Dickkopf“, sagt Renate Ochmann, die heute 82 Jahre alt ist. Also schwamm sie mit. Die Gruppe wurde mit einem Beiboot begleitet. Bademeister Rudi Schnabel passte auf, dass nichts passiert. „Ich glaube, zwei junge Männer haben vorzeitig aufgegeben“, erinnert sich die Rentnerin. Für Renate Ochmann kam Aufgeben nicht infrage. „Ich hatte eben einen Dickkopf.“ Mit auflaufendem Wasser ging’s auf die andere Weserseite, mit ablaufendem Wasser wieder zurück. „Das war schon ziemlich anstrengend. Ich weiß, dass ich am Nachmittag weiche Knie hatte.“

Renate Ochmann erinnert sich, dass die Rekord-Überquerung auch die letzte diese Art war. „Wegen der zunehmenden Strömung in der Weser wurde das einfach zu gefährlich.“ Gebadet wurde aber weiterhin am Nordenhamer Strand. Und wie. Hunderte Wasserratten tummelten sich an schönen Sommertagen zwischen Union-Pier und Großensieler Hafen. Dort, wo jetzt die Weserterrassen sind, stand früher eine Holzbaracke. „Hier konnte man schön draußen sitzen und das Strandleben beobachten“, erzählt Renate Ochmann.

Badestelle am Hafen

Allerdings war der Strand in Höhe der Holzbaracke für Renate Ochmann nicht das bevorzugte Baderevier. Als Mädchen sind sie und ihre Freunde im Großensieler Sieltief und an einem kleinen Strand im Großensieler Hafen geschwommen, den es längst nicht mehr gibt. Von dort sind die Kinder und Jugendlichen manchmal bis zum eigentlichen Weserstrand geschwommen. Auf die Idee würde heute wohl niemand mehr kommen. Wegen der starken Strömung ist das lebensgefährlich.

Renate Ochmann konnte nicht genug bekommen vom Wasser. „Im Sommer bin ich um 6 Uhr noch vor der Arbeit ins Sieltief gesprungen.“ Anschließend ging’s in die Bäckerei Wieting an der Bahnhofstraße. Dort hat Renate Ochmann ihre Lehre gemacht.

Strand besser pflegen

Ihren Badeanzug hat sie sich selbst gestrickt. Das war üblich damals. „Es gab ja noch nicht viel,“ sagt die 82-Jährige. Aber es gab etwas, das viele Nordenhamer heute vermissen: eine Bademöglichkeit an der Weser. Renate Ochmann bedauert, dass es sie heute nicht mehr gibt. Außerdem ist sie der Meinung, dass das Strandgelände besser gepflegt werden müsste. „Es ist schon schade, wie hier alles verwildert und verwuchert“, sagt sie.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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