• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Hilfsaktion für Sturmopfer in Vanuatu

18.03.2015

Nordenham /Port Vila Eingestürzte Brücken, zerstörte Häuser, entwurzelte Bäume, überflutete Straßen: Der Zyklon Pam hat in dem Inselparadies Vanuatu eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Anstelle der Idylle aus Palmen und Strand bietet sich ein Bild des Schreckens auf den Inseln im Südpazifik. Als der Nordenhamer Arzt Dr. Hans Schmid von der Katastrophe erfuhr, waren seine ersten Gedanken bei Semu Karlyp und dessen Angehörigen in Port Vila. Nach drei Tagen der Ungewissheit hat er endlich eine E-Mail von dem Familienvater erhalten. In dem Schreiben schildert Semu Karlyp eindrucksvoll das Ausmaß der Sturmschäden. „Aber die wichtigste Nachricht ist, dass niemand aus der Familie ums Leben gekommen ist“, sagt Hans Schmid. Der Mediziner hat Semu Karlyp spontan finanzielle Hilfe zugesagt und möchte darüber hinaus möglichst viele Menschen in Nordenham dazu bewegen, die notleidende Bevölkerung in dem Inselstaat mit Spenden zu unterstützen.

Kontakt zum Konsul

Hans Schmid, der im Sommer 2014 gemeinsam mit seiner Frau Brigitte vier Wochen auf der Hauptinsel Efarte verbracht hatte, steht bereits im Kontakt mit dem deutschen Honorarkonsul Jörg Schwartze. Mit ihm will er abstimmen, welche Hilfsmaßnahmen vorrangig mit Spenden bedacht werden sollen.

In der Wesermarsch-Klinik ist Hans Schmid als Urologe tätig. Der 54-Jährige kann sich gut vorstellen, nach seiner Pensionierung in Vanuatu für einige Zeit als Arzt zu arbeiten.

Wer Spenden für die Menschen in den sturmgeschädigten Notstandsgebieten des Inselstaates beisteuern möchte, kann sich unter Telefon   0151/41944442 an Hans Schmid wenden.

Anlass für seine Reise in den Südpazifik ist ein medizinisches Hilfsprojekt gewesen, das ein Verleger aus der Schweiz angeschoben hat. Mit acht weiteren Ärzten verschiedener Fachrichtungen aus der Schweiz und aus Deutschland besuchte Hans Schmid im August vergangenen Jahres die Inselhauptstadt Port Vila. Bei der Reise informierten sie sich über die problematische Gesundheitsversorgung und trafen sich mit Regierungsvertretern, um Handlungsansätze vorzubereiten.

„Es herrscht dort viel Armut“, berichtet Hans Schmid, „in medizinischer Hinsicht ist Vanuatu ein Entwicklungsland.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist dem 54-jährigen Nordenhamer die erbärmliche Ausstattung des einzigen Krankenhauses weit und breit. Im 1975 errichteten, völlig veralteten Vila-Central-Hospital stehen nur 100 Betten zur Verfügung – und zwar für alle 240 000 Einwohner des Inselstaates. Die Behandlungskosten in der Ambulanz richten sich nach der Entfernung, die der Patient zurückgelegt hat und betragen zwischen 4 und 12 Euro. Um ihr Essen, das meistens Verwandte vor Ort zubereiten, und sogar um das Toilettenpapier müssen sich die Patienten selbst kümmern.

Mit Zuwendungen aus Japan ist zwar eine neue Klinik gebaut worden. Aber sie blieb lange Zeit ungenutzt, weil die einheimischen Ärzte mit der modernen Technik nicht vertraut gewesen sind. Das war laut Hans Schmid jedenfalls noch im Sommer 2014 der Stand der Dinge. Durch den Zyklon Pam, der mit 300 Stundenkilometern über die Inseln raste, wurden beide Krankenhäuser stark in Mitleidenschaft gezogen.

Bei seinem Aufenthalt in Vanuatu war Hans Schmid tief beeindruckt von der enormen Freundlichkeit der Menschen, die „bescheiden und ohne große Bedürfnisse sind“. Das gilt auch für die sechsköpfige Familie von Semu Karlyp, die Hans Schmid in Port Vila kennengelernt hatte. Weil der Staat den Mathematiklehrer nicht bezahlen kann, muss er sich als Sicherheitsmann in einer Bank und als Taxifahrer durchschlagen. Er kommt auf etwa 230 Euro im Monat, hat aber allein für das Schulgeld seiner zwei Töchter (16 und 17) jährlich 1700 Euro aufzubringen. Diese Ausgaben hat Hans Schmid in einer Patenschaft übernommen. Der Unterricht für die beiden elf Jahre alten Zwillingsjungen ist – noch – kostenfrei.

Haus ohne Dach

Der Zyklon Pam hat von der 40 Quadratmeter großen Wellblechhütte der Familie nicht viel übrig gelassen,. „Das Dach ist weg“, sagt Hans Schmid“, die Türen und Fenster sind zerstört.“ Mit seiner privaten Soforthilfe will Hans Schmid die Karlyps unterstützen, damit sie wieder ein Zuhause bekommen. Dabei hofft er auf zahlreiche Nachahmer und ruft zum Spenden auf: „Die Not vieler Familien in Vanuatu ist groß“, sagt Hans Schmid, „da hilft jeder Euro.“

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2201
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.