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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Vortrag: Butjenter berichtet aus Vietnam

05.09.2017

Iffens /Ho-Chi-Minh-Stadt In 33 Jahren in Vietnam hat Hans Georg Meiners einiges erlebt. So endete ein Ausflug zu einem Friedhof außerhalb von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) abrupt nach der Warnung seines Mitreisenden:  „Wenn du weiter gehst, kann es sein, dass du auf eine Mine trittst.“ Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hans Georg Meiners in dem südostasiatischen Land gearbeitet. Der 74-Jährige lebt noch immer dort.

Den Kontakt zu seiner alten Heimat in Butjadingen und natürlich zu Familie und Freunden will er nicht abreißen lassen. Von seinen Eltern erbte er eine Wohnung in Oldenburg. Dort sieht er regelmäßig nach dem Rechten und stattet dann auch Butjadingen einen Besuch ab. Zurzeit ist er wieder hier. Von seinem Leben in Ho-Chi-Minh-Stadt und seiner Arbeit bei der WHO berichtet der Butjenter beim nächsten heimatkundlichen Klönabend des Rüstringer Heimatbundes.

Hans Georg Meiners wurde auf einem Hof in Iffens (heutige Umweltstation) geboren. Zunächst ging er in Butjadingen zur Schule und besuchte später das Gymnasium in Nordenham. Er studierte anschließend Chemie, Verfahrenstechnik und Umwelttechnik in Heidelberg und Mannheim. Eine Zeit lang arbeitete Hans Georg Meiners als Selbstständiger. Er vermittelte zwischen Industriebetrieben und Forschungsprojekten der Universitäten. Auf einer Messe in Basel wurde Hans Georg Meiners gefragt, ob er sich vorstellen könne, für die WHO tätig zu sein. Er konnte es sich vorstellen, bewarb sich und bekam einen Job.

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Sein erstes Projekt, die Sanierung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage, führte ihn nach Uganda in Afrika. „Das war meine Feuertaufe. Der Bürgerkrieg war gerade vorbei“, erinnert sich Hans Georg Meiners. 1984 startete sein Projekt in Vietnam. Ihm wurde ein Team von 35 Leuten aus verschiedenen Fachbereichen zur Seite gestellt: „Physiker, Geologen, Mathematiker, Biologen – das Erste, was ich ihnen beibringen musste, war, dass sich ihre Bereiche überlappen und sie interdisziplinär kommunizieren müssen. Ich habe mit Ökologie-Vorlesungen angefangen“, sagt er. Das Team sammelte Daten und erstellte Gutachten zu Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzungen und kooperierte mit Unternehmen in der Region, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Schadstoffausstöße zu verringern. Auch mit der vietnamesischen Regierung arbeitete Hans Georg Meiners zusammen, erstellte Gesetzesentwürfe zu Begrenzungen für Umweltverschmutzungen sowie zum Umgang mit Trink- und Abwasser.

In einer Batteriefabrik wurde beispielsweise flüssiges Quecksilber für die Elektrolyse benutzt. Hans Georg Meiners und sein Team bemerkten, dass sich das Quecksilber im gesamten Fabrikbereich verteilt hatte. „Die Leute sind da einfach mit Schlappen rumgelaufen“, erinnert er sich. „Nach dem Termin habe ich von meinen Leuten alles einsammeln lassen, was sie dort getragen haben, und ich habe allen neue Schuhe gekauft, das war mir zu unsicher“, erzählt er weiter. Der Boden auf dem Gelände musste abgetragen und auf eine spezielle Deponie gebracht werden.

Auch im alltäglichen Straßenverkehr gab es für Hans Georg Meiners einiges zu tun. Die sogenannten Tricycles wurden mit einem Gemisch aus Diesel, Benzin und Öl betrieben und verpesteten mit ihren Abgasen die Luft. „Alte amerikanische Armeelastwagen haben oft eine regelrechte blaue Dunstschicht in den Bäumen hinterlassen“, berichtet er. Wenn er sieht, wie sich die Stadt – auch durch sein Mitwirken – entwickelt hat, ist er schon ein bisschen stolz. Sonntags fährt er gerne in die Außendistrikte, um zu sehen, wie sich alles verändert hat. Das sei einer der Gründe, warum er noch dort sei, verrät er: „Die Beobachtung der Dinge“. Wie sein Alltag in Vietnam aussieht, können die Besucher in seinem Vortrag in Abbehausen mit vielen Bildern erfahren.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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