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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Interview Mit Dem Burhaver Pastor Klaus Braje: „Wie geht’s dir?“ ist nicht länger nur eine Floskel

03.04.2020
Klaus Braje hat in Münster und Göttingen studiert und war Vikar in Wilhelmshaven. Seit dem Jahr 1987 betreut der heute 61-jährige als Pastor die Kirchengemeinde Burhave, seit 2007 auch die Gemeinde in Waddens. Die NWZ hat mit ihm darüber gesprochen, welche Bedeutung Religion in der Corona-Krise hat.
Frage: Herr Braje, führt die Corona-Krise zu einer erhöhten „Nachfrage“ nach Kirche und Religion?
Klaus Braje: Das lässt sich schwer sagen. Uns fehlen die Gottesdienste ja als Gradmesser, die zurzeit nicht stattfinden dürfen. Auf jeden Fall verzeichnen aber Fernseh- und Radiogottesdienste deutlich höhere Einschaltquoten als gewöhnlich. Daher ja auch unsere Idee mit einem aufgezeichneten Ostergottesdienst.
Frage: Religion spielt in Zeiten einer Krise also eine wichtige Rolle?
Klaus Braje: Ja, ganz sicher. Eine solche Krise wie jetzt die Corona-Pandemie wirft uns auf fundamentale Fragen zurück, die wir nicht mit schon mal gemachten Erfahrungen beantworten können. Antworten auf solche Fragen haben die Religionen. Bei uns Christen stehen sie in der Bibel. Man muss sie suchen und finden wollen, dann findet man sie auch. Wichtig ist dabei immer auch eine Gemeinschaftserfahrung.
Frage: Aber gerade die lässt doch das Kontaktverbot aktuell gar nicht zu?
Klaus Braje: In unseren Köpfen und in unseren Herzen existiert diese Gemeinschaft aber weiterhin. Daran erinnert das Glockenläuten, mit dem wir die Menschen zurzeit jeden Abend zu einem Gebet einladen. Die Aufzeichnung eines Ostergottesdienstes in der St.-Petri-Kirche soll eine Gemeinschaftserfahrung auf Distanz ermöglichen.
Frage: Welche Veränderungen durch die Corona-Krise stellen Sie bei den Menschen fest.
Klaus Braje: Ich habe den Eindruck, dass die Menschen sich mehr Zeit für einander nehmen, rücksichtsvoller miteinander umgehen, einander mehr helfen, achtsamer sind. Die Frage „Wie geht’s dir?“ ist nicht länger nur eine Floskel, sondern man ist ernsthaft an einer Antwort interessiert. Es wird zurzeit viel abgesagt, es ist aber auch viel angesagt. Ich glaube, dass wir da zurzeit eine ganz neue Dynamik mitmenschlichen Denkens und Handelns erleben. Wenn es uns gelingt, das über die Krise hinweg zu bewahren, dann haben wir sehr viel gewonnen.

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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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