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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

THEATER: Irres Psycho-Rätsel wirkt nach

19.03.2005

noch zwölf Aufführungen von fatale

Auch hinter der Kulissen wurde hervorragende Arbeit geleistet bei Theater Fatale. Die Regie führte Ulf Goerges. An der Produktion waren außerdem beteiligt: Marlis Heeren (Regieassistenz), Eva Haas (Souffleuse), Ralf Taszus (Bühnenbau), Sabine Lindemann und Julia Hoffmann (Bühnenbild), Helmut Dietrich und Tanja Schmidt (Licht und Ton), Rita Lüddecke (Kostüme), Trudie Stuyt (Schneiderei), Vera Heinrich (Frisuren), Sigrid Winter (Maske), Renate Repert und Marlies Strauch (Requisite) sowie Uschi Wilkens und Martina Jantzen (Inspizienz).

Zwölf Aufführungen stehen in der Stadthalle „Friedeburg“ noch auf dem Programm. Zu sehen ist das Theaterstück „Die Hölle wartet nicht“ heute, morgen, am 23., 24., 28. und 31. März sowie am 1., 2., 6., 7. und 8. April. Der Vorhang öffnet sich jeweils um 20 Uhr.

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Karten gibt es im Vorverkauf in der Geschäftsstelle von Nordenham Marketing & Touristik ( 93640) am Marktplatz.

Die „Friedeburg“ war fast ausverkauft. Vor allem der Hauptdarsteller versetzte das Publikum in Staunen.

von Jens Milde NORDENHAM - Simon Cable kauert am Bettrand, die Hände um die Knie geklammert, die Augen aufgerissen, das Gesicht erstarrt zu einer Maske der Angst. Hilflos, verzweifelt, verloren, wütend, leidend und voller Furcht – Simon Cable gibt dem geschundenen Anti-Helden ein Gesicht. Und was für eins. Es gibt vieles, worüber der Zuschauer staunen kann, wenn er sich das neue Stück von Theater Fatale ansieht. Aber die größte Sensation ist Olaf de Grave. Was dieser Mann in der Rolle des Simon Cable zeigt, hat nichts mehr mit herkömmlichem Laientheater zu tun. Der Hauptdarsteller im Psycho-Thriller „Die Hölle wartet nicht“ glänzt bei der Premiere am Donnerstagabend in der „Friedeburg“ mit einer brillanten, fast schon professionellen Performance. Die Zuschauer, zunächst noch etwas irritiert vom überraschenden Ende einer glanzvollen Aufführung, steigern die Lautstärke ihres Schlussbeifalls, erheben sich schließlich und belohnen die Meisterleistung des gesamten Ensembles mit

Ovationen.

Aber zurück an den Anfang: Wie immer, wenn die Fatalisten Theater spielen, ist alles etwas anders als anderswo. Der „Friedeburg“-Saal ist abgetrennt, der vordere Teil dient als Foyer, ist gemütlich hergerichtet. Es gibt Bier und Wein, und als besondere Spezialität gibt es „Infusion“, ein süffig-süßliches Gemisch – zum Glück ohne jene unangenehmen Nebenwirkungen, mit denen Simon Cable zu kämpfen hat. Der krümmt sich vor Schmerzen, als er in die Klinik eingeliefert wird. Er verliert das Bewusstsein, sein Herz bleibt stehen, er wird ins Leben zurück geholt, und als er erwacht, kann er sich an nichts erinnern.

Was ist passiert? Ist er vergiftet worden? Wer trachtet ihm nach dem Leben in diesem unheimlichen Krankenhaus? Wer ist die Frau, die behauptet seine Frau zu sein? Wer ist die Frau, die behauptet seine Geliebte zu sein? Ohnmächtig taumelt Cable zwischen Schein und Wirklichkeit? Nur mühsam gelingt es ihm, die Bruchstücke seiner Erinnerung zusammenzufügen. Und ähnlich ergeht es dem Publikum, das die Handlung aus der Perspektive einer schiffbrüchigen Seele erlebt, die in einem tosenden Meer aus Sinnestäuschungen verzweifelt nach Halt sucht.

Das Stück ist voller Überraschungen, voller Wendungen. Und es ist spannend – wenn die Türen karren, die Kirchenglocken vom nächsten Mord künden und sich hinter der Milchglasscheibe des Krankenzimmers Schritt für Schritt die verschwommenen Umrisse eines Kapuzenmannes nähern.

Zum Glück gibt es aber auch Momente zum Durchatmen. Dafür sorgt in erster Linie Reinhard Koopmann, der Cables Bettnachbarn mimt, einen Stamm-Patienten mit staubtrockenem Sarkasmus. Das Stück überzeugt mit klar konturierten Charakteren. Da sind der geschwätzige Krankenpfleger namens Travis (Detlef Glückselig) und die resolute Schwester Carlisle (Birgit Glückselig). Da sind die Ärzte Dr. Morris (Axel de Grave) und Dr. Morrison (Rolf Wilkens), die souverän mit medizinischem Fachvokabular jonglieren. Da sind zwei mysteriöse Frauen (Stefanie Bastenhorst und Dörte Bartke), die mehr zu wissen scheinen als sie sagen. Komplettiert wird das hervorragende Ensemble von Manfred Haas und Rainer Kok, die in kleinen Nebenrollen zu sehen sind.

Nach dem Schlussapplaus der rund 150 Besucher geht‘s nicht etwa nach Hause. Stattdessen treffen sich die Gäste im Foyer, lauschen der Band „Fatallica“, schlürfen noch eine „Infusion“ aus dem Reagenzglas und lassen in angeregten Gesprächen die rätselhafte Theater-Collage noch einmal Revue passieren. „Die Hölle wartet nicht“ ist ein Thriller mit kommunikationsfördernder Nachwirkung.

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