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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Neue Heimat Wesermarsch

03.02.2018

Jade Erstmals gibt es eine Vernissage im Jader Rathaus: die Ausstellung „Alte Heimat – Neue Heimat“ mit Werken des Flüchtlings Ibrahim Wasfi. Der Syrer hat in seiner alten Heimat Damaskus im Bürgerkrieg alles verloren. Dort war er als Lehrer tätig. Die Reliefs und Bilder drücken oft traurige Geschichten aus. Alex Manouri präsentierte Musikstücke auf der Sitar.

Der Bürgermeister Henning Kaars sagte zu den zahlreichen Besuchern: „Die angestrebte Integration wird hier in der Gemeinde gut gelebt.“ Er richtete seinen Dank an die Ehrenamtlichen, die sich mit viel Arrangement für das Einleben einbringen. So auch Almuth Groth, die den neuen Bürgern Deutsch beibrachte. Die Jaderbergerin trug Lyrik und Gedichte vor.

Ulrike Schmitt, die Künstlerin vom Atelier Rimaschi aus Schweiburg, sprach den Werdegang vom Künstler an. Seit 2015 beherbergt das Atelier schon einige Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten, zumindest „künstlerisch“. Mit Hilfe der Landesregierung wurde Ibrahim Wasfi ein Praktikum im Atelier Rimaschi ermöglicht. Ulrike Schmitt erzählt von der Zusammenarbeit: „Einige Probleme konnten nur mit Hilfe von Dolmetschern gelöst werden, die wir in der Gemeinde beim Integrationsverein fanden. Es liegt auch an ihrem starken Integrationswillen, ob sie hier eine neue Heimat finden.“

Ibrahim Wasfi machte in dieser Zeit auch Bekanntschaft mit Hans Meinen, dem Plattdeutsch-Beauftragten der Wesermarsch. Es reifte die Idee zu einem neuen Kinderbuch und die Bockwindmühle als Thema. Die künstlerische Gestaltung sollte Ibrahim Wasfi übernehmen. Hans Meinen erzählte: „Dazu bin ich mit ihm zum Museumsdorf Cloppenburg gefahren, damit er den Bezug zu einer Mühle bekommt.“ Das Buch „Piet Himp“ ist auf Hochdeutsch geschrieben. Eine CD auf Plattdeutsch ist mit drin.

Von der Ankunft der Familie in der Flüchtlingsunterkunft in Brake berichtete der Kreisgeschäftsführer Peter Deyle vom Deutschen Roten Kreuz: „Wasfi hat mit Müllsäcken Verschönerungen vorgenommen. Später entstanden Ornamente an Pfeilern und weitere Kunstwerke. Im Besprechungsraum begann er eine Bleistiftzeichnung. Daraus entstand ein fünf Meter großes Bild.“ Anerkennend wandte er sich an Wasfi: „Das war eine tolle Zeit.“

Der Künstler selbst äußerte sich natürlich auch: „Ohne Kunst kann ich nicht. Die Ideen kommen und dann muss ich malen.“ Und er ergänzt: „Ich fühle mich nicht mehr als Flüchtling sondern als Künstler in Deutschland“, alles in verständlichem Deutsch. Er hat den Ehrgeiz, sich noch weiterzubilden. Ein nächster Deutschkursus stehe im Februar an.

Seine Werke hängen im Flur im Rathaus aus und sind käuflich zu erwerben.

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