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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Jedes Lied eine kleine Geschichte

07.03.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-03-07T05:33:14Z 280 158

Konzert:
Jedes Lied eine kleine Geschichte

Brake Schon nach ein paar Minuten quittiert das Publikum die Soli mit begeistertem Applaus, zwischen den Liedern scherzt die Band mit den Gästen, der Raum ist voll, aber die Atmosphäre familiär. Am Samstag gastierte die Schneverdinger Band „Goodwill Intent“ im Harrier Hof. Eine gelungene Abwechslung zu den üblichen Singer-Songwritern und ein Abend, nach dem man gerne sagt „Ich war dabei“.

Goodwill Intent, das sind Benjamin Ziel (Gitarre und Gesang), Jan David (Cajon/Percussion und Gesang), Jan Lohmann (Gitarre und Gesang) und Christian Plinke (Bass und Trompete). Ja, richtig gelesen: dreistimmig. Zumindest bei einigen Liedern, ansonsten teilen sich Ziel und Lohmann den Leadgesang. Aber ob nun ein-, zwei- oder dreistimmig: Die Harmonien stimmen und begeistern. Dabei sind die vier Musiker aus Schneverdingen nicht auf geschniegelten Pop aus, sondern liefern eine Mischung aus Folk, Rock und modernem Liedermacher-Material.

Ein bisschen rotzig, ein bisschen punkig, ohne dabei arrogant zu sein, bewegen sich Goodwill Intent irgendwo zwischen Fiddler’s Green und der Band von nebenan; zwischen eingängigen Melodien und überraschenden Texten in Deutsch und Englisch. „Ich bring die Stories, du das Bier“ singen sie in dem traurig-optimistischen Abschiedslied „Auf die guten Stories“, einem der deutschsprachigen Lieder und genau das tun sie: Jedes Lied eine kleine Geschichte, die sich aber ins Gesamtbild einfügt. Am besten zu genießen bei einem Bier oder zwei, aber bitte ohne Lagerfeuerromantik. Denn still sitzen kann man vor allem bei den schnelleren Liedern eigentlich nicht. Vor allem der nie stillstehende Benjamin Ziel verkörpert die unbändige Spielfreude, die den Liedern der Band ihren ganz eigenen Antrieb und ihr besonderes Flair verleiht. Eine Freude, die ansteckend ist und auch das Publikum nicht unberührt lässt.

Vergleicht man an diesem Abend die neueren Lieder wie „Time to rest“ mit „Back on the road“, dem titelgebenden Lied des ersten Albums, dann wird deutlich, wo die Reise hin geht. Die Entwicklung ist nicht von der Hand zu weisen, die Band ist gewachsen und es wäre nur zu wünschen, dass bald der endgültige Durchbruch folgt. Denn, so viel ist sicher, Goodwill Intent haben das Zeug, auch die großen Bühnen zu bespielen und Massen zu begeistern, ohne dabei ihre Authentizität zu verlieren. Und dann können die Braker sagen: Ich war dabei, in diesem kleinen, vollgepackten Raum – und Goodwill Intent bringen immer noch die Stories und wir das Bier.

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