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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Plattdeutsch: Käfig voller chaotischer Narren

10.02.2014

Eckfleth Der Vorhang hebt sich, die Akteure betreten die Bühne – und nach wenigen Augenblicken ist das Publikum im beinahe aus allen Nähten platzenden Eckflether Kroog außer Rand und Band. Die „Moordüvels“ feiern am Sonnabend mit ihrer plattdeutschen Komödie „Een beeten schwul is cool“ Premiere.

Auf die Schenkel klopfen

Das Stück aus der Feder des Vielschreibers Helmut Schmidt ist eher ein Kracher, ein Schenkelklopfer, wenn nicht gar eine Klamotte. Aber wie es die „Moordüvels“ inszenieren und auf die Bretter bringen, erzeugt Zwerchfellerschütterungen. Die Besucher können gar nicht so schnell nach den Taschentüchern greifen, wie ihnen die Lachtränen herunterkullern. Die ausufernde Stimmung überträgt sich auch auf die „Moordüvels“, die vor Spielfreude kaum zu bremsen sind. Manchmal kommt den Spielleuten vor Lachen sogar der Text abhanden. Dabei beginnt die Geschichte ganz verhalten.

Ein sorgfältig bis ins letzte Detail gestaltetes Bühnenbild zeigt das Büro einer Schokoladenfabrik (sogar die Computer sind angeschlossen und funktionieren perfekt). Kaum zu glauben, dass diese Stätte braven deutschen Fleißes in den nächsten zwei Stunden zu einem Käfig voller Narren mutiert. Auslöser ist der unscheinbar mausgraue Verwaltungsfachangestellte Bertram Kieselbach (Tim Speckels läuft mit viel nackter Haut zur Höchstform auf).

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Von seinen geschwätzigen Kolleginnen Paula Ötting (Steffi Bremer schön trutschig und pomadig, aber das ändert sich im Verlauf der Handlung) und Beatrice Dannebaum (Christine Lohmann keck und bodenständig) erfährt Bertram, dass sein Chef Theodor Jürgens (Jens Cordes, im Maßanzug so schick wie noch nie) ihn entlassen will. Von seiner zickigen Frau Anneliese (Julia Reimers als aufgehübschte Diva zeternd und keifend) ist Bertram geschieden, auch Tochter Ina ( Diana Krampert quirlig und cool) will nichts mehr von ihrem Papa wissen.

Der drohende Rausschmiss erfordert Handlungsbedarf, dafür sorgt Bertrams Freund Klaus Lehmannn. Den spielt Torsten Wester so humorig und hinreißend, wie man es von ihm gewohnt ist: Ein zappeliger, grimassenerfahrener Piet-Klocke-Enkel, der ständig in die Steckdose fasst und unter Strom steht. Und dann gibt es noch den Stellvertreter des Chefs, Stefan Schöneberger (Tobias Speckels als durchgestylter Yuppie mit Designerjeans). Der sorgt im Laufe des Abends noch für Überraschungen. Trotz drohender Risiken und Nebenwirkungen lässt sich Bertram vom Freund überreden, sich als schwul zu outen, denn „Een beeten schwul is cool“.

Ein Verwirrspiel

Die Firma Scholetta werde sich hüten, einen Homosexuellen zu diskriminieren und den Rausschmiss ad acta legen, hoffen die Freunde. Das Verwirrspiel um „Homo“ oder „Hetero“ nimmt seinen Lauf mit eindeutigen Fotos, die schnell die Runde machen, nachdem sich Bertram (nackt bis zur Taille) und Stefan in enger Umarmung selbst abgelichtet haben. Der rettende Gang ans andere Ufer hat erstaunliche Wirkungen, als angeblich Schwuler macht Bertram ganz neue Erfahrungen.

Die Zuneigung der Kollegen fliegt im nur so zu, er wird selbstbewusst, trägt statt der grauen Klamotten schrille Hawaiihemden, die Entlassung ist kein Thema mehr. Und dann ist da noch ein Zeitgenosse, der ihm gefährlich nah auf die nackte Pelle rückt. Dennoch: Zum Schluss findet sich ein liebendes Paar – ob „Homo“ oder „Hetero“, das sei hier noch nicht verraten. Für alle bleibt jedoch die Erkenntnis: „Een beeten schwul is cool“.

Der Vorhang fällt, es gibt Jubel und Applaus, der kein Ende nehmen will.

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