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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Festival: Keiner verdient sich goldene Nase

16.06.2017

Nordenham Brö ist nicht der Einzige, der sich Urlaub genommen hat. „Das machen viele Helfer“, sagt der 43-Jährige, der mit richtigem Namen Markus Brödje heißt und am Mittwochmorgen pünktlich um 10 Uhr auf der Matte stand, um mit seinen Fons­stock-Kollegen die Absperrung aufzubauen. 350 Meter Bauzaun grenzen das Gelände ein, das an diesem Wochenende mit guter Laune, Dosenbier und jeder Menge Punkrock und Ska geflutet wird. Es darf wieder gefonsstockt werden. Ja tatsächlich – es gibt ein Verb für das, was sich auf dieser 80 mal 40 Meter großen Lichtung zwischen Strandallee und Weserufer abspielt. Das haben die Fonsstocker geschafft, lange bevor die Leute bei Google gegoogelt haben.

Fonsstock ist mehr als ein Festival, es ist ein Lebensgefühl. Und es gibt niemanden, der dieses Gefühl mehr lebt, als die ehrenamtlichen Festival-Helfer. Ungefähr 70 gibt es insgesamt, zum harten Kern, der sich um Auf- und Abbau kümmert, gehören etwa 20 Fons­stocker. Newman, alias Thomas Neumann, ist von Anfang an dabei. Er hat miterlebt, wie ein gewisser Fons, alias Sascha Killmer, mit seinem Kumpel Igor, alias Ingo Berends, seinen Geburtstag mit Live-Musik feierte. 1994 war das in einer beschaulichen Einfamilienhaus-Siedlung in Atens. Die Hush-Puppies hatten Schlagzeug, Verstärker und alles, was man sonst noch braucht, um ordentlich Krach zu machen, auf dem Garagendach aufgebaut. Und dann ging’s los. 70 Leute feierten im Garten. Das ist der Ursprung des Festivals, das nun schon seit vielen Jahren in der Regel um die 1500 Besucher auf die Osterfeuerwiese am Weserstrand lockt.

Newman ist inzwischen Vorsitzender des Vereins, der sich um die Organisation kümmert. Und der natürlich mit anpackt. Die beiden Vereinsbuden für Kassen und Wertmarken müssen aufgebaut werden, die hölzerne Absperrung für die Bühne und vieles mehr. Am Mittwoch haben die Elektriker ihre Kabel verlegt, 14 Dixi-Klos wurden aufgestellt. Am Donnerstag kommen die Bier- und Imbissbuden dazu. Natürlich sind auch Ameise (Volker Morisse) und Störte (Claus Dörrbecker) dabei. Die Bühne wird an diesem Freitag aufgebaut. Es hängt viel Arbeit an einem solchen Festival. Und alles, was Ehrenamtliche machen können, das machen sie auch. „Sonst würde Fonsstock gar nicht funktionieren“, sagt Schriftführer Timo Adamietz.

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Nach den Worten von Newman kostet Fonsstock mit allem „Drum und Dran“ 50 000 bis 55 000 Euro. Die Bands, die aus der ganzen Welt nach Nordenham kommen, machen nur einen Teil der Kosten aus. Zum „Drum und Dran“ gehören Security, Toiletten, die Unterbringung der Musiker in der Jugendherberge, die Plakate und vieles mehr. „Etwa 1500 Besucher brauchen wir, um die Kosten reinzukriegen“, sagt Newman. Und das hat in den vergangenen Jahren immer prima geklappt.

Die Fonsstocker sind stolz auf den guten Ruf, den sie sich in der Musikszene erarbeitet haben. Die meisten Bands bewerben sich, um bei Fonss­tock spielen zu dürfen. Das gilt in diesem Jahr sogar für den Headliner, CJ Ramone. Die Agentur des ehemaligen Bassisten der US-Kultband Ramones hat beim Verein höflich nachgefragt. Und deshalb gibt’s am Samstag zur Prime Time eine Punkrock-Legende auf der Fonsstock-Bühne.

Für viele Besucher ist Fonsstock gerade deshalb ein besonderes Festival, weil niemand sich damit eine goldene Nase verdienen will. Die Helfer und Organisatoren schon gar nicht. Brö bringt es auf den Punkt: „Für mich ist Fonsstock vor allem dieser Teamgeist“, sagt er. Und das sehen Ameise, Newman, Timo und all die anderen Fonsstocker genauso.

Fonsstock-Festival: Das Programm


 FReitag, 16. Juni

17 Uhr: Die Meldung, Punkrock (Nordenham); 18 Uhr: Claydown, Alternative Rock (Oldenburg); 19 Uhr: Macsat, Punk und Rock (Münster); 20.15 Uhr: Harsh Realms, Punkrock (Rosendaal, Niederlande); 21.30 Uhr: Bitume Aku, Punkrock (Oldenburg); 23 Uhr: Oferta Especial, Ska-Punk (Madrid, Spanien).  


 Sonnabend, 17. Juni

12.30 Uhr: Shantychor Nordenham; 14 Uhr: Run Zero, Punkrock (Oldenburg); 15 Uhr Uhr: Karoshi, Stuntpunk (Köln); 16 Uhr: Not Scientists, Punk, Rock, Indie (Lyon, Frankreich); 17.15 Uhr: The Decline, Streetpunk (Perth, Australien), 18.30 Uhr: Brew 36, Punkrock (Berlin); 19.45 Uhr: Jamie Clarke’s Perfect, Rock, Folkabilly (Europa); 21.15 Uhr: The Real McKenzies, Folk-Punk (Vancouver, Kanada); 23 Uhr: C.J. Ramone, Punkrock (New York, USA).


 Tickets

 Zwei-Tages-Tickets für das Fonsstock-Festival gibt es im Vorverkauf in allen Geschäftsstellen der Nordwest-Zeitung. Sie kosten 25 Euro. An der Abendkasse werden 30 Euro fällig. Ein Freitagticket gibt es für 15 Euro an der Abendkasse, ein Samstagticket für 20 Euro. Camping ist im Preis inklusive.

Mehr Infos zum Festival unter www.fonsstock.de

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2205
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