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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Klimawandel bremst den Schimmel

05.03.2019

Kirchhammelwarden Neue Kirche, neue Orgel – die Kirchengemeinde im Braker Stadtteil Kirchhammelwarden hat im 18. Jahrhundert richtig Geld in die Hand genommen. 1766 wurde das Instrument vom Orgelbauer Johann Hinrich Klapmeyer eingebaut. Er hat dafür die ganze Breite der Empore ausgenutzt. Weiß-marmoriert angestrichen, die Pfeifen mit echter Goldfolie beklebt und mit filigran geschnitzten Verzierungen geschmückt, wirkt der Prospekt (das ist die Fassade) der Orgel in der Friedrichskirche sehr prächtig. „Wie es sich für ein königliches Instrument gehört“, findet Kreiskantor Gebhard von Hirschhausen.

Königlicher Besuch war eigentlich auch für die Einweihung der Kirche direkt am Weserdeich geplant, denn man gehörte zu dieser Zeit zum Königreich Dänemark. Für Friedrich den V. wurde deshalb extra eine Loge eingebaut – er hat sie nie genutzt.

Auch direkt neben der Orgel hatten sich früher reiche Bürger abgetrennte Kirchengestühle einbauen lassen. Damit saßen sie zwar auf besonders teuren Plätzen, konnten aber nicht wirklich den besten Klang genießen. Den hört man nur, wenn man unten im Kirchenraum steht, auch heute noch. Nur den gleichen Klang wie 1766 hört man heute nicht mehr. An der Orgel in Kirchhammelwarden wurde über die Jahrhunderte viel verändert. „Immer wenn Geld da war“, sagt Pastor Rüdiger Gryczan. Nicht alle Neuerungen an dem Instrument sieht man heute als optimal an. „Man sollte das aber nicht bewerten, sondern als geschichtliche Tatsache ansehen“, sagt Natalia Gvozdkova, Kantorin in Berne und Orgelsachverständige. Die Orgel sei immer dem Zeitgeist angepasst worden. Manche Pfeifen wurden ersetzt, der Klang des Instruments verändert. Man ging in Kirchhammelwarden mit der Mode.

Jetzt soll die Klapmeyer Orgel wieder gereinigt werden. Seit 2006 leidet sie unter einem starken Schimmelbefall. „Man könnte diese Möglichkeit nutzen, um das Instrument wieder dem Originalzustand näher zu bringen“, schlägt Gvozdkova vor.

Momentan hat man den Schimmel an der Orgel etwas zurückdrängen können. „Mit guten Tipps von Frau Gvozdkova“, lobt Pastor Gryczan. Es sind nun stets zwei kleine Fenster der Kirche geöffnet, geheizt wird nur noch auf höchstens 16 Grad – denn durch einen starken Wechsel von Wärme und Kälte im Raum wird Feuchtigkeit produziert und der Schimmel gedeiht. „Da ziehe ich mir einfach einen Pullover mehr an beim Predigen“, sagt Gryczan. Doch um eine Reinigung der Orgel wird die Gemeinde so nicht herumkommen. Und es würde sich lohnen: die Orgel ist etwas Besonderes. „So einen Prospekt haben wir im Oldenburger Land kein zweites Mal“, sagt Gvozdkova. Auch der Klang ist – trotz der Änderungen – immer noch etwas Besonderes. „Nicht so streng“, sagt sie.

Und was sagt derjenige, der das Instrument wohl am häufigsten hört? „Ich finde, sie klingt gut“, erzählt Pastor Gryczan. „Und ich höre sie ja wirklich oft“.
 Den besonderen Klang der Klapmeyer-Orgel kann man an diesem Samstag, 9. März, um 17 Uhr bei einem Orgelkonzert in der Friedrichskirche mit Kirchenmmusikdirektor Tobias Götting aus Oldenburg genießen. Der Eintritt ist frei.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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