• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

AUFFÜHRUNG: Klassiker mit großer Liebe zum Detail

24.05.2006

Das nächste Mal wird das Ohnsorg-Theater mit der Komödie „Willi, das Prachtstück“ am 27. Februar 2007 in der „Friedeburg“ gastieren.

Rund 480 Zuschauer kamen in die „Friedeburg“. Sie gingen höchst zufrieden nach Hause.

von beatrix schulte NORDENHAM - Opa Meiners (Jens Scheiblein) schnarcht unüberhörbar in seinem alten Polsterstuhl. Die rote Schlafmütze hat er tief ins Gesicht gezogen, die grünkarierte Zudecke liegt über seinen Beinen und das Hörrohr hat er wie einen Revolver an der Seite gehalftert. Seine Schwiegertochter Bertha (Heidi Mahler) und ihr Mann Jochen (Peter Wohlert) versuchen mit Holzschuhgeklapper und einer Mistforke den „ollen Quarkbüdel in'n Gang“ zu kriegen. Schließlich wird der knurrige Alte wach, nimmt sein Hörrohr ans linke Ohr, aber verstehen tut er trotzdem nichts.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Was zu Beginn noch recht langatmig daherkam, entpuppte sich im Laufe des Stückes als komödiantischer Dreiakter mit engagierten Schauspielern, die ihr Handwerk durchaus beherrschen. „Dat Hörrohr“, eine Komödie von Karl Bunje präsentiert vom Ohnsorg-Theater Hamburg, lockte am Montagabend 480 Zuschauer in die „Friedeburg“, die sich köstlich amüsierten und nach mehr als zwei Stunden zufrieden nach Hause gingen.

Kleine Szenen wurden immer wieder mit herzlichem Beifall bedacht und auch die Lachmuskeln wurden in Etappen trainiert. Die Inszenierung von Michael Koch startete zurückhaltend und nahm mit zunehmender Dauer an Tempo zu. Immer wieder sorgten Details wie eine Kaffeeszene mit allzu viel heißem Wasser und einer sinnigen Gleichberechtigungsdiskussion oder das Scharfmachen der Mausefalle mit anschließendem Auslösetest per Gehstock für Gelächter im gemischtaltrigen Publikum und lockerten die Szenerie auf.

Besonders erwähnenswert ist das dekorative Bühnenbild, gestaltet von Katrin Reimers. Es bot eine nostalgische Sicht in eine alte Bauernstube mit viel Liebe zum Detail und bildete den perfekten Rahmen für die brillant spielenden Darsteller.

Allen voran setzte Opa Meiners starke Akzente und entwickelte sich von einem knurrigen „jabbeligen Sabbelheinz“ zu einem witzigen, humorvollen Sonnenschein, der vom unbeweglichen Knochen zum flinken, pfiffigen Wiesel mutierte und mit mitreißender Gestik die Zuschauer regelmäßig zum Lachen brachte.

Sein Gegenpart Heidi Mahler (Bertha), durch viele Fernsehproduktionen berühmte Tochter von Heidi Kabel, spielte die intrigante Schwiegertochter überzeugend, aber fast noch zu lieblich. Bestens in Szene setzen konnte sich auch Jochen Baumert als der Landbriefträger Tobias Quadfasel, der im Laufe des zweiten Aktes, durch etliche Schnäpse angespornt, richtig in Fahrt kam und zusammen mit Opa Meiners und seinem Sohn Jochen gegen die gestandenen Weibsbilder rebellierte. Seine Frau Lieschen Quadfasel (Isabel Zeumer) sorgte mit ihrem Spieltemperament für das zunehmende Tempo im Stück und fiel durch ein abwechselungsreiches Spiel sehr positiv auf.

Als schmieriger Arnold Hogeback (Detlef Heydorn) im beigefarbenen Anzug mit leichtem Karo und ältlicher Weiberheld stolperte der Hamburger „Geschäftsmann“ stets über seinen „spitzen Stein“ und stieg der Enkelin Elke (Sonja Stein) nach. Die junge Schauspielerin Sonja Stein konnte in ihrer Rolle als ehrliche Wohltäterin mit steter Sorge um das Wohlergehen ihres Opas überzeugen und agierte frei und unbekümmert auf der Bühne.

Ihr Liebster, Knecht Bernd (Axel Stosberg), hatte zwar nur Kurzauftritte, legte aber viel Gefühl in seine Rolle und überzeugte in seiner Ausstrahlung. Als letzter im Bunde des Hamburger Ohnsorg-Teams stand der Regisseur Michael Koch als Notar Fesenfeld mit einem Kurzauftritt auf der Bühne.

Männer

rebellieren gegen

gestandene

Weibsbilder

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.