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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Kölsche Rockschmiede in Syubkelkausen

09.05.2017

Nordenham „Wenn ich jetzt ein Album aufnehmen würde, dann hieße es wahrscheinlich Botz erau“, sagt Michael Feldhusen alias Molly.Li. „Botz erau“ ist Kölsch und bedeutet „Hose runter“. „In gewisser Weise mache ich mich ja nackt“, sagt der 55-Jährige. Die Songs, die er schreibt, gehen ziemlich ins Persönliche. Sie handeln von den Hochs und Tiefs, die das Leben zu bieten hat. In seinen Liedern verarbeitet Molly ausschließlich eigene Erlebnisse – in der Sprache, mit der er aufgewachsen ist. Bis zu seinem 27 Lebensjahr hat Molly in Köln gewohnt.

Jetzt lebt er in Nordenham, genau genommen an einem Ort, dessen Namen selbst Einheimischen nur schwer über die Lippen kommt: in Syubkelhausen in der Nähe von Schweewarden. Dort, in einer riesigen Scheune, trifft sich Molly mit seinen Musikerkollegen zum Proben. Der Sänger und Gitarrist hat sich einen Traum erfüllt. Er hat sich eine Band zusammengesucht: die Kölschrockers. Mit ihnen tritt er am kommenden Samstag, 13. Mai, erstmals auf – ab 20 Uhr in der Jahnhalle.

Das mit dem Zusammensuchen der Musiker war gar nicht so einfach. Schließlich ist Nordenham nicht die Wiege des Kölschrocks. Und hinzu kommt, dass viele diese Mundart-Musik mit „Viva Colonia“, Schunkelpop und Tralala in Verbindung bringen. Davon ist Mollys Mucke aber so weit entfernt wie Syubkelhausen vom Kölner Dom.

Sofort begeistert

Zur Formation gehören Daniel Heiß an der Lead-Gitarre, Jens Wähler am Bass und Pedro Menano am Schlagzeug. Obwohl keiner von ihnen jemals etwas mit Kölsch am Hut hatte, haben sie sich mit dem Dialekt inzwischen angefreundet. Und was die Musik angeht, die Molly seit den 70er-Jahren schreibt, war es ohnehin Liebe auf den ersten Blick. „Ich war sofort begeistert, als ich die Songs gehört habe“, sagt zum Beispiel Jens Wähler, der schon seit einem Jahr zusammen mit Molly übt. Der Lead-Gitarrist und der Drummer haben die Formation etwa zum Jahreswechsel komplett gemacht. Auch Daniel Heiß war sofort überzeugt: „Das sind wirklich tolle Kompositionen“, sagt er.

Etwa seit 1978 sind die Songs entstanden. Viele davon zunächst in Englisch. Molly hat sie ins Kölsche übersetzt. „Ich liebe es, mich in dieser Sprache auszudrücken“, sagt er. Er schätzt auch die Grammatik, „die sich so wunderbar biegen lässt.“

„Geschichten aus meinem Leben“ – auch so könnte Mollys Album heißen, wenn es denn eines gäbe. Da ist zum Beispiel „Bliev he“ (Bleib hier). Der Song ist entstanden, als Molly eine Lebenskrise bewältigen musste. Er handelt vom Alleinsein. Der 55-Jährige erinnert sich noch genau: „Ich bin durch die Stadt gelaufen und wusste einfach nicht, wie es weitergeht. Ich brauchte jemanden, der mich festhält.“

Anfragen aus Köln

Natürlich geht’s in Mollys Texten nicht nur um Krisen. „Wir haben auch ein paar lustige Sachen dabei“, kündigt der 55-Jährige an. Er ist schon gespannt, wie sein Kölschrock an der Küste ankommt. Geplant ist aber auf jeden Fall, dass Molly mit seinen Kölschrockers dort spielt, wo die Musik ihren Ursprung hat, nämlich in Köln. Anfragen gibt es schon.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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