• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

KOMÖDIE: Konfliktbewältigung auf einsamer Hallig

15.04.2005

EINSWARDEN EINSWARDEN - Sobald Menschen miteinander in Kontakt treten, erzählen sie Geschichten: auf Geburtstagen, in Wirtshäusern, bei Empfängen. Normalerweise tun sie das sehr direkt – und auf einer Hallig, einem winzigen begrünten Eiland inmitten der stürmischen Nordsee, erst recht. Bei der mitreißenden plattdeutschen Komödie „Medewatt?“ entwickelt sich zunächst aber alles ganz anders. Tiefe Gräben klaffen auf, die an die Zeit des Kalten Krieges erinnern, als zwei total unterschiedliche Familien bei ihrem Urlaub aufeinander treffen – hervorragend inszeniert von Regina Hantke, die bei der Niederdeutschen Bühne Nordenham erstmals Regie führt.

Pointenreiche Texte, hervorragend aufgelegte Akteure und ein Bühnenbild, nahezu perfekt für die Geschichte kreiert, sind die Zutaten einer temporeichen Handlung, die rund 90 Zuschauer in der Aula der Schule am Luisenhof von der ersten Minute an begeistern. Gefesselt hängen sie an den Lippen der sechs Schauspieler, die überzeugend ihre Rollen ausfüllen, und lachen herzhaft, als der selbstständige Fleischermeister Rudolf Lehrmann, brillant gespielt von Georg Schultz, und der Oberstudiendirektor Ernst Martin Fleischhauer – sehr gut aufgelegt ist Gerd Hantke – gleich in der ersten Szene aneinander geraten. Doch bei der Inszenierung geht es zu wie im realen Leben: der Fußball verbindet – zumindest das männliche Geschlecht. Die beiden Werder-Fans überwinden bei einer Fernsehübertragung ihre Vorurteile, sind dem Alkohol reichlich zugetan und rauchen Zigarren, mit denen der Fleischermeister die Hallig-Wohnung und auch die ersten Reihen in der Aula zuvor eingenebelt hat.

Georg Schultz, der in seinem Outfit – Unterhemd, Hosenträger, Schlappen – stark an Alfred Tetzlaff erinnert, trägt das Herz am rechten Fleck. Wenn Gerhild Fleischhauer, klasse gespielt von Renate Brüggemann, die für „Medewatt?“ wieder aktiviert werden konnte, und Gabi LehrmannErika Kirsch glänzt als Ehefrau des Metzgers – die Klingen kreuzen, haben auch die Männer nichts zu lachen. Dass auch Franziska Wahls in der Rolle der Tochter Susanne Lehrmann sowie Alex Design, der als Ernst Friedrich Fleischhauer einen angehenden Musikstudenten verkörpert, in ihren ersten tragenden Rollen bei den „Plattdüütschen“ nahtlos an die Leistungen ihrer „Eltern“ anknüpfen, trägt mit zum fabelhaften Spiel bei.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Ein Herz und eine Seele sind die Familien zunächst nicht. Die Kinder finden jedoch schnell Gefallen aneinander. Sie sind es, die sich über die vermeintlichen Klassenunterschiede hinwegsetzen und die Barrieren einreißen. Wann erklang zuletzt die „Internationale“ in Einswarden? Beide Familien hören und erkennen schließlich die Signale der jungen Liebenden. Die verfeindeten Parteien raufen sich zusammen, die trennende Wäscheleine, über den Esstisch gespannt, wird schließlich gekappt.

Als Edvard Griegs „Aus Holbeins Zeit“ erklingt, sich langsam der Duft der Deodorants im Schulgebäude verflüchtigt, mit denen sich die beiden Ehemänner eingenebelt haben, und auch der Hubschrauber! abgeschwirrt ist, bedanken sich die begeisterten Premierengäste mit lang anhaltendem Beifall.

Plattdeutsch im schulgebäude

Noch elf Mal hebt sich der Vorhang für die plattdeutsche Komödie „Medewatt?“ in der Schule Am Luisenhof. Heute beginnt die Aufführung um 20 Uhr. Am Sonnabend und Sonntag, 16. und 17. April, ist der Dreiakter jeweils ab 15 Uhr zu sehen. Jeweils um 20 Uhr beginnen die Vorstellungen am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend (20. bis 23. April). Um 15 Uhr betreten die Akteure am Sonntag, 24. April, wieder die Bühne. Zu sehen ist „Medewatt?“ dann wieder am Dienstag, 26. April, sowie Donnerstag und Freitag, 28. und 29. April, jeweils ab 20 Uhr.

Karten für die Komödie gibt es bei Lederwaren Clausen an der Bahnhofstraße. Gruppenkarten können bei Horst und Adeline Krupp unter 7185 bestellt werden.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
Rufen Sie mich an:
04401 9988 2320
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.