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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Dorfleben: Ausflüge im geschmückten Pferdewagen

02.12.2017

Langwarden Zwei Kapellen spielten auf, das Festzelt fasste mehr als 1000 Menschen; die Kinder studierten Singspiele oder Theaterstücke ein; und die Marktbeschicker mussten sich regelrecht bewerben, um dabei sein zu dürfen. Einst zählte der Langwarder Goosmart zu den bedeutendsten Festen der nördlichen Wesermarsch.

Heute muss Karin Behrens hinter den Beschickern herbetteln. Es gibt kein 1000-Mann-Zelt mehr und auch keine zwei Kapellen. Und im Dorf leben inzwischen so wenig Kinder, dass es nur noch mit Mühe gelingt, überhaupt das Gänseliesel-Gespann zusammenzubekommen.

Die Zeiten ändern sich

So ändern sich die Zeiten. Eines jedoch hat sich in all den Jahren nicht geändert. Noch immer ist es der Langwarder Bürgerverein, der den Goosmart organisiert. An diesem Sonnabend, 2. Dezember, soll kein Traditionsfest, sondern ein besonderer Geburtstag gefeiert werden. Auf den Tag genau 111 Jahre ist es heute her, dass der Bürgerverein aus der Taufe gehoben wurde. Um das zu würdigen und ein bisschen in alten Zeiten zu kramen, treffen sich die Mitglieder am Abend auf dem Hof Iggewarden.

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18 Männer aus Langwarden und Umgebung trafen sich am 2. Dezember 1906 bei dem Gastwirt und Kolonialwarenhändler Emil Kuck in der früheren Gaststätte Störtebeker, die heute das Kulturhaus am Wattenmeer beherbergt. Mit dem Ziel, die Geselligkeit zu fördern und die dörflichen Interessen zu vertreten, riefen diese 18 Männer den Bürgerverein Langwarden ins Leben. Der Lohndrescher Hinrich Feus wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Der Verein organisierte für seine Mitglieder Sommerausflüge mit geschmückten Pferdewagen und Wintervergnügen mit Theateraufführungen. Das wichtigste Fest war indes schon damals der Goosmart mit einem von Pferden angetriebenen Karussell als Hauptattraktion.

Während der beiden Weltkriege ruhte die Vereinstätigkeit. Die Nazis verboten sie gar, vernichteten restlos auch alle Vereinsunterlagen. Erst am 28. Februar 1950 erweckten 28 Langwarder Bürger den Verein wieder zum Leben. Alteingesessene und Vertriebe begegneten einander beim Maibaumsetzen, bei Tagesausflügen und Tanzveranstaltungen und natürlich beim Goosmart, der nach der Neugründung des Bürgervereins wieder die große Attraktion darstellte. Zum Gelingen trugen, wie Bernhard Hansing in seiner Langwarden-Chronik vermerkt, auch die Dorflehrer bei.

160 Mitglieder

Bernhard Hansing ist nicht nur Langwardens Chronist. Er war sehr lange – nämlich von 1991 bis 2011 – auch der Vorsitzende des Bürgervereins. Inzwischen ist er der Ehrenvorsitzende. Nachfolgerin Karin Behrens ist auch schon seit 1992 dabei. Zunächst arbeitete sie im Festausschuss mit, studierte mit den Kindern das Programm für den Goosmart ein, das immer ein Publikumsmagnet war. 2011 übernahm sie dann von Bernhard Hansing den Vorsitz.

Der Verein, den Karin Behrens nun führt, zählt 160 Mitglieder – deutlich mehr als Langwarden Einwohner hat. Viele von ihnen stammen aus der Umgebung des Wurtendorfs, andere wohnen auswärts, beispielsweise in Nordenham, und sind Mitglieder, weil sie sich dem Dorf und seinen Einwohnern verbunden fühlen.

In der Mitgliederschaft fehlt der „Mittelbau“. Dafür aber, und das freut Karin Behrens, entschließen sich auch viele junge Leute dazu, dem Bürgerverein beizutreten. Und so wird auch der Goosmart weiterleben – klein, aber fein.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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